Krankheiten

Grauer und grüner Star – was ist das?

Grauer und grüner Star – was ist das?

Der graue und der grüne Star sind Augenerkrankungen, die unentdeckt bis zur Erblindung führen. Sie entwickeln sich schleichend über Jahre hinweg. Beide Krankheiten können bei Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt und eine Erblindung so verhindert werden.

Was bedeutet das Wort „Star“?

  • Das Wort „Star“ kommt aus dem Mittelalter. Es bedeutete damals „starr“ und hat nichts mit der Vogelart zu tun. Der Begriff „Star“ für die Augenkrankheit leitet sich vielmehr von dem „starren Blick“ ab, den völlig erblindete Patienten haben.

Was ist der graue Star?

  • Der graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Die Linse des Auges hat die gleiche Funktion wie die Linse des Fotoapparates: Sie soll im Auge ein scharfes Bild erzeugen. Wird die Linse trüb, verliert das gesehene Bild zunehmend an Schärfe. Patienten die am grauen Star leiden, haben deshalb das Gefühl, alles durch einen Schleier zu sehen, der immer dichter wird. Ihre Umgebung erscheint grau in grau.
  • Viele Patienten bemerken auch, dass sie nachts beim Autofahren viel stärker geblendet sind als früher, plötzlich lichtempfindlicher oder kurzsichtiger sind. Wer solche Symptome an sich feststellt, sollte seine Augen untersuchen lassen. Denn eine Linsentrübung kann die Sehschärfe drastisch vermindern.
  • Obwohl der graue Star prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten kann, ist er meist eine Folge des ganz normalen Alterungsprozesses der Linse. Im Alter von 65 Jahren wird bei fast jedem Menschen eine Linseneintrübung festgestellt. Warum sich die Linse im Lauf von Jahren oder Jahrzehnten eintrübt, ist aber noch nicht vollständig geklärt. Augentropfen oder Tabletten helfen beim grauen Star nicht.
  • Der einzige Weg, die Augenkrankheit zu behandeln, ist eine Operation. Beim Eingriff wird die trübe Linse durch eine Kunstlinse ausgetauscht. Dieser Eingriff zählt heute zu den häufigsten Operationen überhaupt und ist entsprechend sicher.

Was ist der grüne Star?

  • Der grüne Star, auch Glaukom, ist eine Augenerkrankung, die im fortgeschrittenen Stadium die Netzhaut und den Sehnerv zerstört. Schuld daran ist ein erhöhter Augeninnendruck.
  • Dieser schädigt das Nervengewebe, welches dann nicht mehr alle Informationen an das Gehirn weitergeben kann. So kommt es zu den für das Glaukom typischen Gesichtsfeldausfällen, also dunklen Punkten oder schwarzen Flecken. Warnzeichen für ein Glaukom sind auch bunte Ringe oder Höfe um Lichtquellen. Zu den möglichen Ursachen zählen Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck oder eine langfristige Kortisontherapie.
  • Der grüne Star bleibt lange unbemerkt und entwickelt sich schleichend. Bis man die Sehstörungen selbst wahrnimmt, ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten. Die Sehrstörung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
  • Entscheidend ist deshalb die Früherkennung. Je früher das Glaukom festgestellt wird, desto größer ist die Chance, die Sehleistung zu erhalten.
  • Zur Behandlung verordnen Augenärzte Augentropfen oder Tabletten. Helfen diese nicht (mehr), wird der Arzt eine Operation vorschlagen. Bei der Operation wird der Abfluss des Augenkammerwassers erleichtert und so der Druck gesenkt.

Beim Grauen Star oder auch Katarakt lässt die Sehschärfe durch eine Trübung der Augenlinse nach. Beim Grünen Star, dem Glaukom, hingegen kommt es zu Gesichtsfeldausfällen und Schäden des Sehnervs durch erhöhten Augeninnendruck.

Glaukom – Früherkennung ist wichtig

Glaukom – Früherkennung ist wichtig

Das Glaukom, auch grüner Star genannt, ist eine Augenerkrankung. Sie tritt vor allem im höheren Lebensalter auf. Sie ist tückisch, da sie sich nicht durch Schmerzen bemerkbar macht und dem Patienten schleichend das Augenlicht nimmt. Ein Glaukom muss frühzeitig erkannt und behandelt werden, denn einmal verlorene Sehkraft kann nicht wieder zurückerlangt werden.

Was ist ein Glaukom?

  • Beim Glaukom ist der Augeninnendruck erhöht. Bei der Erkrankung kommt es zum schleichenden Verlust des Augenlichtes über einen längeren Zeitraum.
  • Ohne Therapie kann ein Glaukom die Nervenzellen der Netzhaut und des Sehnervs für immer schädigen. Das Sehvermögen verschwindet zunächst punktuell, dann breiten sich die Lücken im Gesichtsfeld flächenartig aus.
  • Das Gesichtsfeld ist der Sehbereich, den das Auge bei unbewegtem Geradeausblick wahrnimmt. Ein Glaukom tut nicht weh und wird vom Augenarzt meist nur zufällig entdeckt. Entsprechend hoch ist die Dunkelziffer.
  • Etwa 50 Prozent aller Glaukome bleiben unerkannt. In Deutschland ist das Glaukom die zweithäufigste Ursache für Erblindung.

Wer sollte sich untersuchen lassen?

  • Ein Glaukom kann grundsätzlich jeder Mensch bekommen. Dennoch haben bestimmte Personen ein höheres Risiko, ein Glaukom zu entwickeln.
  • Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für ein Glaukom:
  • Höheres Alter
  • Glaukom in der Familie
  • Leicht erhöhter Augeninnendruck als Vorstadium eines Glaukoms
  • Chronische Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck
  • Starke Kurzsichtigkeit
  • Langzeitbehandlungen mit Kortison

Wie wichtig sind Früherkennung und Behandlung?

  • Ab einem Alter von 40 Jahren sind regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt empfehlenswert. Er kann die Erkrankung frühzeitig feststellen. Der Augenarzt untersucht den Sehnerv am Augenhintergrund, misst den Augeninnendruck und kann im Verdachtsfall auch überprüfen, ob der Patient bereits beginnende Gesichtsfeldausfälle hat.
  • Stellt der Arzt ein Glaukom fest, wird er zunächst versuchen, mit Medikamenten (in der Regel Augentropfen) den Augeninnendruck zu senken. Regelmäßig angewendet können sie ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Reicht die Wirkung der Augentropfen nicht aus, um den Innendruck zu senken, muss über eine operative Therapie nachgedacht werden.

Wer sollte sich vom Augenarzt untersuchen lassen?

Glaukomerkrankungen nehmen mit steigendem Alter zu. Ab 40 Jahren sollte man sich daher regelmäßig untersuchen lassen. Auch wer Familienmitglieder mit einer Glaukomerkrankung hat oder unter Diabetes oder Bluthochdruck leidet, sollte seinen Augenarzt besuchen. Brillenträger mit starker Kurzsichtigkeit sollten ebenso achtsam sein.

Stand 08.2010

Diabetes und Auge

Diabetes und Auge

Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, kann viele weitere Erkrankungen nach sich ziehen. Besonders das Auge ist durch den erhöhten Blutzuckerspiegel gefährdet. Die hohen Zuckerwerte führen dazu, dass feine Blutgefäße im Auge zerstört werden. Mediziner nennen diese Folgeerkrankung diabetische Retinopathie. Jährlich erblinden viele Tausend Diabetiker, weil ihre Zuckerwerte nicht gut eingestellt sind. Deshalb sind die regelmäßige Überprüfung der Werte und die Untersuchungen beim Augenarzt besonders wichtig.

Diabetes mellitus

  • Bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann der mit der Nahrung aufgenommene Zucker nicht mehr ausreichend von den Körperzellen verwertet werden. Der überschüssige Zucker sammelt sich im Blut an. Mit der Zeit schadet dies dem Körper.
  • Bestimmte Organe sind besonders anfällig. Die Nieren, das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem können dabei in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Es sind zwei Typen von Diabetes mellitus zu unterscheiden:
    • der stärker unter jungen/jüngeren Personen verbreitete Typ 1
    • der Typ 2, den sogenannten Alterszucker, der trotz dieses Namens auch schon bei jüngeren Menschen auftreten kann

Was hat das Auge damit zu tun?

  • Diabetes betrifft das gesamte Nerven- und Gefäßsystem des Körpers und damit auch das Auge, da die sehr kleinen Gefäße am Auge geschädigt werden können. Nahezu ein Drittel aller Fälle von Blindheit in Europa ist auf eine Zuckerkrankheit zurückzuführen – damit ist sie die häufigste Ursache für Erblindungen in Industrieländern.
  • Im Auge werden besonders die kleinen und kleinsten Blutgefäße beschädigt. Dadurch erhält die Netzhaut des Auges nicht mehr genügend Nährstoffe. Die Gefäße werden durch den Einfluss der Zuckerkrankheit porös und undicht, wobei es zu Blutungen kommen kann. Der Körper versucht das Problem selbst zu reparieren, was die Schädigung jedoch nur noch verschlimmert. Hohe Zuckerwerte schädigen auch die Nerven, sodass die Augenmuskeln gelähmt werden können.

Augenerkrankungen durch Diabetes

  • Man unterscheidet verschiedene Stadien und Ausprägungen der Augenerkrankung als Folge eines Diabetes:
    • Anfangs kommt es zu Aussackungen bei den Gefäßen, Blut sickert aus den Äderchen und schädigt das Augengewebe. Es kann zu kleinen Gefäßverschlüssen kommen, sodass die Netzhaut nicht mehr genügend mit Nährstoffen versorgt wird. Dieses Vorstadium wird „nicht-proliferative diabetische Retinopathie“ genannt. Die Betroffenen bemerken dies meist gar nicht, während der Augenarzt dies schon frühzeitig erkennen kann.
    • Später versucht der Körper, durch Wachstum von neuen Gefäßen die Unterversorgung des Auges zu beheben. Die neuen Gefäße wachsen aber auch aus der Netzhaut heraus in den Glaskörper des Auges, wo es leicht zu Blutungen kommen kann. Diese Form nennt man „proliferative diabetische Retinopathie“.
    • Netzhautablösung: Die neu gebildeten Gefäße üben Zug auf die Netzhaut aus, sodass diese sich ablösen kann – das Sehvermögen sinkt plötzlich stark.
    • Ist die Retinopathie stark fortgeschritten, kann das sogenannte Kammerwasser möglicherweise nicht mehr aus dem Auge abfließen. Dadurch steigt der Augeninnendruck stark an, der Sehnerv wird beschädigt oder gar zerstört.
    • Makula-Ödem: Die Makula ist die Stelle des schärfsten Sehens. Wenn die Veränderungen bis dorthin reichen und an dieser Stelle Flüssigkeit austritt (Ödem), geht die Fähigkeit verloren, Dinge zu fokussieren und scharf zu sehen.
    • Grauer Star (Katarakt): Die Linsentrübung ist eine typische Alterskrankheit, sie kommt aber bei Diabetikern mit erhöhter Häufigkeit vor.
    • Sind die Nerven, die zu den Augenmuskeln führen, geschädigt, kann es zu Doppelbildern kommen.

So macht sich die diabetische Augenkrankheit bemerkbar

  • Fatalerweise verursacht die Zuckerkrankheit am Auge zunächst keine Beschwerden, die den Betroffenen auffallen. Erst im Verlauf der Erkrankung, aber dafür sehr plötzlich, kann sich die Sehfähigkeit verschlechtern.
  • Folgende Symptome können auftreten:
    • Langsamer und schleichender Sehverlust: Viele ältere Menschen nehmen das gar nicht wahr. Sie führen das schlechtere Sehen auf ihr Alter zurück. Es kann jedoch ein Anzeichen dafür sein, dass die Netzhaut geschädigt ist.
    • Plötzlicher Sehverlust oder Verdunkelung in einem Bereich des Gesichtsfeldes weisen darauf hin, dass sich die Netzhaut bereits ablöst oder die Stelle des schärfsten Sehens Schaden erlitten hat.
    • Blitze, „fliegende schwarze Mücken“ und „Rußregen“ kommen bei Netzhautablösung und Blutungen vor.
    • Bei erhöhtem Augeninnendruck treten Schmerzen auf.

Was kann man selbst tun?

  • Die folgenden Punkte sollten Diabetes-Patienten beachten, um Komplikationen bei ihrer Erkrankung möglichst zu vermeiden bzw. das Eintreten langfristig hinauszuzögern.
    • Gut eingestellte Zuckerwerte: Unbedingt die Empfehlungen des Arztes zu Ernährung, Behandlung mit Medikamenten und körperlicher Betätigung befolgen.
    • Normaler Blutdruck: Zu hohen Blutdruck konsequent behandeln.
    • Verzicht auf Rauchen: Gerade bei Zuckerkrankheit ist es sehr wichtig, nicht zu rauchen. Rauchen beschleunigt die Zerstörung der Gefäße und damit die Verschlechterung des Sehvermögens.
    • Regelmäßige Besuche beim Augenarzt: Gibt es noch keine Hinweise auf eine Augenschädigung, reicht ein Besuch beim Augenarzt pro Jahr aus. Sind die Augen bereits in Mitleidenschaft gezogen, muss man häufigere Untersuchungen durchführen lassen.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Für die einzelnen Erkrankungen gibt es jeweils spezielle Verfahren, wie etwa Lasertherapie, die chirurgische Entfernung von wuchernden Gefäßen und Blutungen oder Medikamente. Allen ist gemeinsam: Sie halten die Entwicklung nicht auf, sondern beseitigen nur die Folgeschäden.
  • An Medikamenten für die diabetische Retinopathie wird derzeit intensiv geforscht. Möglicherweise lassen sich die gefährlichen Gefäßneubildungen durch neue Medikamente in Zukunft ganz verhindern.

Nehmen Sie als Diabetiker die möglichen Folgeschäden für das Auge sehr ernst. Durch gute Einstellung von Zucker und Blutdruck sowie regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt kann sich der Verlauf der Schädigung deutlich verlangsamen.

Konjunktivitis – Ursachen und Behandlung

Konjunktivitis – Ursachen und Behandlung

Die Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut des Auges. Sie äußert sich typischerweise mit einem geröteten Auge und ist die häufigste Augenerkrankung überhaupt. Die Behandlung sollte immer durch den Augenarzt erfolgen, da sich hinter einem „roten Auge“ in seltenen Fällen auch schwerwiegendere Augenerkrankungen verbergen können.

Ursachen einer Konjunktivitis

  • Die durchsichtige Bindehaut bedeckt den vorderen Teil des Augapfels sowie die Innenseite des Ober- und Unterlides. Das Auge ist ständig zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Daher können viele Ursachen zu einer Bindehautentzündung führen:
    • Krankheitserreger: Bakterien, Viren oder Pilze
    • Allergien, z. B. Heuschnupfen
    • Äußere Reize wie beispielsweise Rauch, Staub, Kälte, Zugluft, trockene Luft, UV-Licht
    • Überbelastung durch Sehfehler, z. B. latentes Schielen, nicht korrigierte Fehlsichtigkeiten wie Kurz- oder Weitsichtigkeit

Wie äußert sich eine Konjunktivitis?

  • Typisches Symptom einer Bindehautentzündung ist das gerötete Auge, das durch eine vermehrte Durchblutung der Bindehaut hervorgerufen wird. Abhängig von der Ursache besteht häufig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, das Auge tränt, brennt oder juckt und morgens sind die Augenlider verklebt. Seltener tritt ein krampfhafter Lidschluss auf.
  • Allergische Formen der Konjunktivitis treten meist beidseitig auf. Wird die Erkrankung durch Krankheitserreger verursacht ist der Beginn oft einseitig. Die Erkrankung betrifft aber in vielen Fällen später beide Augen.

Welche Therapie hilft?

  • Eine Konjunktivitis, die durch Viren hervorgerufen wird und oft in der Folge eines grippalen Infekts auftritt, heilt häufig ohne spezielle Therapie nach einigen Tagen ab. Unterstützend kann der Patient künstliche Tränen ins Auge tropfen oder kalte Kompressen anwenden.
  • Da Patienten mit Bindehautentzündung ihre Augen häufig wischen und reiben, geben sie die Krankheitserreger schnell an andere Personen weiter. Daher ist bei viraler Bindehautentzündung eine penible Hygiene zur Vermeidung der Ansteckung besonders wichtig.
  • Die eher selten auftretenden Bindehautentzündungen durch Bakterien werden mit breit wirksamen antibiotikahaltigen Augentropfen oder -salbe behandelt. Auch diese Form ist meist sehr ansteckend.
  • Bei einer allergischen Bindehautentzündung sollte man die allergieauslösende Substanz meiden. Gegen die Beschwerden helfen kalte Kompressen oder spezielle, vom Augenarzt verschriebene Augentropfen. In Zusammenarbeit mit einem Allergologen kann auch eine Desensibilisierung gegen die entsprechende Substanz erfolgen.
  • Auch bei einer Konjunktivitis, die durch äußere Reize verursacht wird, sollte man sich keiner extrem staubigen, verrauchten oder zugigen Umgebung aussetzen. Hilfreich sind häufig kalte Kompressen und künstliche Tränen als Augentropfen.
  • Manchmal ist eine Bindehautentzündung lediglich die Folge einer anderen Augenerkrankung. Besteht ein Sehfehler, kann der Augenarzt diesen meist durch die Verordnung einer Brille beheben. Damit verschwindet dann auch die Bindehautentzündung.

Was kann man als Patient tun?

  • Tritt ein gerötetes Auge auf, sollte man den Augenarzt aufsuchen und nicht ohne ärztlichen Ratschlag Augentropfen anwenden. Augentropfen gibt es mit sehr unterschiedlichen Wirkstoffen, die in Abhängigkeit von der Erkrankung und Ursache ausgewählt werden müssen.
  • Manchmal kann sich hinter einem geröteten Auge auch eine ernsthafte Augenerkrankung wie beispielsweise ein akuter Glaukomanfall (plötzliche Steigerung des Augeninnendruckes mit Gefahr der Erblindung) oder die Entzündung eines anderen Teils des Auges verbergen.
  • Vermeiden Sie möglichst, die Augen zu reiben, auch wenn es schwer fällt.
  • Benutzen Sie nur frische Augentropfen und –salben. Entsorgen Sie nach dem Behandlungsende angebrochene Medikamente.
  • Verwenden Sie keine Mittel, die einem Angehörigen verschrieben wurden, auch dann nicht, wenn die gleichen Beschwerden vorliegen.

Die Entzündung der Bindehaut am Auge ist eine häufige Erkrankung. Die Ursachen sind vielfältig, von Krankheitserregern wie Viren und Bakterien bis zu Allergien. Die Behandlung ist je nach Ursache unterschiedlich. Daher sollte beim Auftreten von geröteten und tränenden Augen ein Augenarzt aufgesucht werden.

Netzhautablösung – erste Warnzeichen

Netzhautablösung – erste Warnzeichen

Bei einer Netzhautablösung hebt sich die lichtempfindliche Schicht im Auge von ihrem Untergrund ab. Die Sehfähigkeit verschlechtert sich zunehmend bis hin zur Erblindung. Je schneller die Netzhautablösung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Warnzeichen, die einen Arztbesuch erfordern, sind Lichtblitze, dunkle Flecken vor den Augen sowie ein Schatten an der Seite oder am unteren Rand des Gesichtsfeldes.

Was ist die Netzhaut?

  • Die Netzhaut kleidet den Augapfel von innen aus, ähnlich wie eine Folie. Sie enthält lichtempfindliche Zellen, die Farben und Kontraste wahrnehmen und so das Sehen ermöglichen. Löst sich die Netzhaut von ihrer Unterlage, dem sogenannten Pigmentepithel, verschlechtert sich das Sehen. Ohne entsprechende Behandlung kann man blind werden.

Verschiedene Ursachen

  • Bevor die Netzhaut sich ablöst, bekommt sie häufig erst Risse oder Löcher. Als Folge davon kann Augenflüssigkeit unter die Netzhaut fließen und sie von ihrer Unterlage abheben. Auch Blutungen im Auge können ein Grund sein, dass sich die Netzhaut ablöst.
  • Es gibt einige Risikofaktoren, die eine Netzhautablösung begünstigen. Hierzu zählen:
    • Kurzsichtigkeit mit mehr als zwei Dioptrien Gläserstärke
    • eine Operation wegen Grauem Star (Linsentrübung, Katarakt)
    • Verletzungen, Entzündungen oder eine Geschwulst am Auge
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • erbliche Belastung, die sich häufig zeigt, wenn nahe Verwandte an Netzhautablösung leiden
    • zunehmendes Alter: Der Glaskörper, der den Augapfel ausfüllt, beginnt zu schrumpfen und sich von der Netzhautoberfläche zu lösen. Dabei kann die Netzhaut einreißen.

Unübersehbare Warnsignale

  • Wenn der schrumpfende Glaskörper an der Netzhaut zieht, nimmt der Betroffene unter Umständen Lichtblitze wahr. Das bedeutet noch nicht, dass sich die Netzhaut bereits abgelöst hat, sie steht aber unter mechanischer Belastung und sollte durch einen Augenarzt kontrolliert werden.
  • Dunkle, bewegliche Flecken, auch als Rußregen bezeichnet, erscheinen im Gesichtsfeld, wenn geringe Mengen Blut aus den Netzhautgefäßen austreten. Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den man ohne Augenbewegungen überblicken kann. Das Risiko, dass sich die Netzhaut ablöst, steigt mit Auftreten der Symptome an. Etwas später kann sich das Gesichtsfeld einschränken. Das wird von den Betroffenen meist als ein schwarzer Vorhang beschrieben, der sich von der Seite vor das Auge schiebt. Mitunter nehmen sie auch eine schwarze Wand wahr, die sich von unten her aufbaut.
  • Diese Erscheinungen sind Alarmzeichen, die den Betroffenen unverzüglich zum Augenarzt oder in die Augenklinik führen sollten. Da die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut ausschließlich von der unter ihr liegenden Pigmentschicht versorgt werden, erhalten diese Zellen bei einer Netzhautablösung zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und werden dadurch geschädigt. Die Netzhaut muss möglichst schnell wieder an ihrer Unterlage befestigt werden.

Welche Therapie wird angewendet?

  • Kleinere Löcher und Einrisse können mit dem Laser behandelt werden. Das ist ein kleiner Eingriff, der ambulant durchgeführt werden kann und für den keine Betäubung notwendig ist.
  • Hat sich die Netzhaut bereits abgelöst, muss operiert werden. Dabei werden die äußere Augenwand und die Netzhaut einander wieder angenähert. Dazu verwendet der Arzt häufig kleine Befestigungsringe (Cerclage) oder Plomben aus Silikon. In komplizierten Fällen entfernt er den Glaskörper und füllt das Auge mit speziellen Gasen oder Flüssigkeiten, sodass sich die Netzhaut wieder an die Augenwand anlegt.

Warnzeichen einer drohenden oder stattgefundenen Netzhautablösung sind:

  • Lichtblitze
  • dunkle Flecken vor den Augen
  • ein schwarzer Vorhang, der sich von der Seite vor das Auge schiebt
  • der Eindruck einer von unten aufsteigenden schwarzen Wand.

Schielen

Schielen

Beim Schielen (Strabismus) weicht ein Auge von der normalen Parallelstellung ab, sodass die Augen nicht mehr dieselbe Blickrichtung haben und nicht mehr dasselbe Objekt fixieren.

Schielen kann mehrere Ursachen haben. Es kann beispielsweise sein, dass die Muskeln, die die Augenstellung kontrollieren, einen ungleich starken Zug ausüben oder dass ein Auge eine Sehschwäche aufweist.

Es gibt verschiedene Formen des Schielens, die sich unterschiedlich entwickeln. Horizontales Schielen kann beispielsweise durch eine Einwärtsbewegung (Einwärtsschielen, Esotropie) oder eine Auswärtsbewegung der Augen (Auswärtsschielen, Exotropie) gekennzeichnet sein. Beim vertikalen Schielen wird zwischen Aufwärtsschielen (Hypertropie) und Abwärtsschielen (Hypotropie) unterschieden.

Schielen fällt den Eltern meist durch die ungewöhnliche Blickrichtung der Augen auf. Schielen kann beim älteren Kind Doppelbilder (Diplopie), beim jüngeren Kind eine Fehl- bzw. Schwachsichtigkeit (Amblyopie) nach sich ziehen.

Kinder sollten bereits nach den ersten Lebensmonaten in regelmäßigen Abständen auf Schielen hin untersucht werden. Hierzu strahlt der Arzt mit einer Lampe in die Augen des Kindes, um zu überprüfen, ob das Licht in beiden Augen von derselben Stelle auf der Pupille reflektiert wird.

Ältere Kinder können gründlicher untersucht werden. Sie können beispielsweise dazu aufgefordert werden, einen Gegenstand zu fixieren. Manchmal wird dazu ein Auge abgedeckt. Mit einer gründlicheren Untersuchung lässt sich sogar leichtes Schielen nachweisen, das sonst unentdeckt bleiben würde. Ein schielendes Kind sollte zu regelmäßigen Verlaufskontrollen den Augenarzt aufsuchen.

Leichtes Schielen bedarf oft keiner besonderen Behandlung. Schielt das Kind jedoch stark oder verschlimmert es sich, muss in der Regel behandelt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Art des Schielens.

  

Schielen – Stellungsfehler der Augen

Es gibt verschiedene Typen von Schielen. Am weitesten verbreitet sind Einwärtsschielen (Esotropie, Konvergenzschielen oder Strabismus convergens) und Auswärtsschielen (Exotropie oder Strabismus divergens). In der Abbildung ist das rechte Auge des Kindes betroffen.

Schielen

Schielen

Frühkindliches Einwärtsschielen (infantile Esotropie):

Hierunter versteht man ein Einwärtsschielen, das vor dem sechsten Lebensmonat auftritt. Die Störung kommt oft familiär gehäuft vor und ist meist stark ausgeprägt. Die Einwärtsbewegung der Augen setzt oft ab dem dritten Lebensmonat ein, liegt meist dauerhaft vor und ist leicht erkennbar.

Die Störung muss meist operativ korrigiert werden, indem der Zug der Augenmuskeln verändert wird. Oft sind wiederholte Operationen erforderlich. Nur selten lässt sich das Schielen selbst bei optimaler Behandlung nicht komplett korrigieren.

Akkommodative Esotropie:

Diese Einwärtsbewegung der Augen entwickelt sich zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem siebten Lebensjahr, meist aber bei Zwei- bis Dreijährigen, und ist mit dem Fokussieren von Gegenständen (Akkommodation) verbunden.

Der Stellungsfehler der Augen entsteht, wenn sich die Augen beim Fokussieren auf einen nahen oder fernen Gegenstand bewegen. Kinder mit akkommodativer Esotropie sind häufig weitsichtig. Dass sich die Augen einwärts bewegen, wenn sie sehr nahe Gegenstände fokussieren, ist normal. Weitsichtige Augen schauen jedoch auch beim Fokussieren ferner Gegenstände nach innen. In leichten Fällen von akkommodativer Esotropie zeigt sich das Einwärtsschielen nur beim Betrachten naher Gegenstände. Ein ausgeprägtes Einwärtsschielen liegt dauerhaft vor. Eine akkommodative Esotropie lässt sich fast immer korrigieren. Dies wird meist zuerst mit Brillengläsern versucht, die dem Kind fokussieren helfen und die Einwärtsneigung der Augen beim Betrachten von Objekten verringern. Viele Kinder verlieren mit der Zeit ihre Weitsichtigkeit und brauchen schließlich keine Brille mehr.

Gelegentlich werden auch Echothiphat-Augentropfen eingesetzt, um das Auge bei der Fokussierung naher Gegenstände zu unterstützen. Lässt sich weder mit Brillengläsern noch mit Augentropfen der Stellungsfehler der Augen korrigieren, kann eine Operation helfen. Eine dauerhafte Amblyopie tritt bei Kindern mit akkommodativer Esotropie weniger häufig auf als bei Kindern mit frühkindlichem Einwärtsschielen.

Paralytisches Schielen:

Beim sogenannten Lähmungsschielen ist einer der Augenmuskeln, die das Auge in unterschiedliche Richtungen bewegen, gelähmt. Es können auch mehrere Augenmuskeln betroffen sein. Der Winkel der Sehachsen ändert sich je nach Blickrichtung und ist in Richtung des gelähmten Muskels am größten. Die Augenmuskellähmung wird meist durch eine Störung der die Augenmuskeln versorgenden Nerven verursacht. So können eine Hirnverletzung oder Tumoren beispielsweise den Schädelinnendruck erhöhen, wodurch wiederum die Augenmuskelnerven eingeengt werden.

Bei Kindern mit paralytischem Schielen ist die Bewegung des betroffenen Auges nur dann beeinträchtigt, wenn sich das Auge in eine bestimmte Richtung zu bewegen versucht. Amblyopie und Doppelbilder können auftreten. Das Doppeltsehen ist immer dann besonders stark ausgeprägt, wenn sich das Auge in die Richtung zu bewegen versucht, die normalerweise durch die jetzt gelähmten Augenmuskeln gesteuert wird.

Paralytisches Schielen lässt sich mit einer Prismabrille behandeln, die das Licht so bricht, dass beide Augen fast dasselbe Bild sehen. Es kann sich mit der Zeit von allein zurückbilden. Möglich ist auch eine operative Korrektur. Wird das paralytische Schielen durch eine andere Störung verursacht (z. B. einen Gehirntumor), die zu einer Nervenschädigung führt, muss diese zugrunde liegende Erkrankung natürlich ebenfalls behandelt werden.

Intermittierende Exotropie:

Bei dieser Form des Auswärtsschielens bewegen sich die Augen nur manchmal (intermittierend) nach außen. Dies geschieht meist, wenn das Kind ferne Gegenstände betrachtet. Die intermittierende Exotropie ist ab dem sechsten Lebensmonat nachweisbar.

Solange die intermittierende Exotropie keine störenden Symptome verursacht wie Doppeltsehen, bedarf sie meist keiner Behandlung. Eine Amblyopie tritt nur selten auf. Bei störenden Symptomen kann eine Brille getragen werden. Verschlechtern sich die Symptome trotz Brille, kann eine Operation hilfreich sein.

Laser Operation

Laser Operation

Zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Lasik und Photorefraktäre Keratektomie sind dabei sehr häufig eingesetzte Verfahren.

LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis):

LASIK ist das häufigste chirurgische Verfahren zur Korrektur von Brechungsfehlern (refraktive Chirurgie). Mit ihm werden Kurz-, Weitsichtigkeit und Astigmatismus behandelt. Bei diesem Verfahren wird mit einem so genannten Mikrokeratom eine sehr dünne Lamelle aus dem Zentrum der Hornhaut herausgeschnitten. Mit einem Excimer-Laser wird das Hornhautgewebe unter der Lamelle bearbeitet. Anschließend wird die Lamelle wieder an ihren Platz im Auge eingesetzt und verheilt in wenigen Tagen. LASIK ruft während und nach dem Eingriff kaum Beschwerden hervor. Das Sehvermögen bessert sich rasch, die meisten Patienten können ein bis drei Tage nach dem Eingriff wieder arbeiten. Für Menschen, die unter Beschwerden leiden, die einen refraktiven chirurgischen Eingriff ausschließen, und für solche, die eine dünne Hornhaut oder ein lockeres Hornhautepithel und große Pupillen haben, ist LASIK unter Umständen nicht geeignet.

Photorefraktäre Keratektomie (PRK):

Auch bei diesem laserchirurgischen Verfahren wird die Hornhaut neu geformt. Mit dieser Methode werden vornehmlich mittelschwere Kurzsichtigkeit, leichter Astigmatismus und Weitsichtigkeit korrigiert. Bei der photorefraktären Keratektomie werden mit computergesteuerter Laserstrahlung winzige Hornhautbereiche entfernt und auf diese Weise die Form der Hornhaut verändert. Dadurch wird das Licht stärker auf die Netzhaut fokussiert und die Sehschärfe verbessert. Die Hornhautbehandlung dauert pro Auge gewöhnlich nicht einmal eine Minute. Die PRK ist schmerzhafter als LASIK und erfordert eine längere Genesungszeit. Sie kann aber auch bei Patienten durchgeführt werden, für die LASIK ungeeignet ist, z. B. solche mit einem lockeren Hornhautepithel oder einer dünnen Hornhaut.

Stand 08.2010

Allergische Reaktionen am Auge

Allergische Reaktionen am Auge

Besonders im Frühjahr, wenn die ersten Pollen fliegen, leiden viele Allergiker häufiger an Bindehautentzündung. Dabei können die Augen jucken und brennen. Diese allergische Form der Bindehautentzündung lässt sich gut behandeln.

Mögliche Symptome

  • Bei der allergischen Bindehautentzündung jucken die Augen, sind rot und geschwollen. Aus den Tränendrüsen läuft Flüssigkeit. Die Augen sind sehr lichtempfindlich, das Sehvermögen ist jedoch nicht eingeschränkt. In der Regel sind beide Augen betroffen.
  • Meist reagiert außer den Augen auch die Nase: Niesen, Nasenlaufen und geschwollene Schleimhäute sind die Folge. In schwereren Fällen kann es auch zu Atemnot kommen.

Verschiedene Auslöser

  • Das Abwehrsystem des menschlichen Körpers erkennt körperfremde Stoffe, die dem Organismus gefährlich werden können, und macht sie unschädlich. Bei Krankheitserregern und anderen Schadstoffen ist dies sehr sinnvoll.
  • Manchmal bekämpft das Abwehrsystem jedoch Substanzen, die dem Körper eigentlich gar nicht schaden, beispielsweise Tierhaare oder Blütenpollen. In diesem Fall spricht man von einer Allergie. Bei wiederholtem Kontakt mit diesen Stoffen reagiert das Abwehrsystem zu heftig. Ein Entzündungsprozess wird ausgelöst, der die beschriebenen unangenehmen Erscheinungen hervorruft.
  • Am Auge können viele verschiedene Stoffe zu einer allergischen Reaktion führen. Zu den häufigsten gehören:
    • Blütenpollen, z. B. beim Heuschnupfen
    • Hausstaubmilben
    • Tierhaare
  • Seltener zu einer Allergie führen:
    • Arzneistoffe, z. B. Antibiotika in Augentropfen
    • Konservierungsstoffe in Augentropfen
    • Kosmetika
    • Modeschmuck

Ursachenforschung

  • Die Diagnose „allergische Bindehautentzündung“ ist meist rasch gestellt, eine genaue Befragung des Patienten und eine Untersuchung der Augen reichen dazu aus. Nun heißt es, die Ursache herauszufinden. Hier stehen Fragen nach dem Auftreten der Beschwerden, nach Beruf, Freizeitaktivitäten, Haustieren u. a. im Vordergrund.
  • Um den Allergieauslöser herauszufinden, kann auch ein sogenannter Provokationstest durchgeführt werden. Hierfür bringt der Arzt winzige Mengen der in Frage kommenden Stoffe in die Haut ein oder auf sie auf. Kommt es an den entsprechenden Stellen zu Juckreiz und Rötung und bildet sich eine kleine Quaddel, ist der Allergieauslöser entdeckt. Im Zweifelsfall kann die verdächtige Substanz auch ins Auge getropft werden. Die Suche war erfolgreich, wenn sich das Auge rötet und Tränen absondert.

Welche Therapie hilft?

  • Am wichtigsten ist es, den Allergieauslöser zu meiden, damit die Augen gar nicht erst gereizt werden. Das ist leider nicht immer möglich. In diesen Fällen kann der Arzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben:
    • Künstliche Tränen spülen das Auge und verringern so die Menge der Reizstoffe auf der Bindehaut.
    • Antihistaminika stabilisieren das Abwehrsystem und verhindern, dass es überreagiert.
    • Bei starken und hartnäckigen Beschwerden kann man über einen kurzen Zeitraum Kortikoide (Kortison) als Augentropfen oder -salbe anwenden.

Was kann man selber tun?

  • Um die Beschwerden zu lindern, sollte man den Kontakt zu den Allergieauslösern so gering wie möglich halten. Dazu tragen einige Verhaltensmaßnahmen bei:
    • die Augen nicht reiben, denn dadurch werden Beschwerden verschlimmert
    • häufig Hände und Gesicht waschen, um möglichst viel von den allergieauslösenden Substanzen zu entfernen
    • bei Pollenallergie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen lassen, denn davon können sich Pollen ablösen
    • bei Pollenallergie abends die Haare waschen, um darin haftende Pollen nicht auf dem Kopfkissen zu verteilen
    • spezielle Seife, Hautpflegemittel und Kosmetika verwenden

Die beste Therapie bei allergischen Reaktionen am Auge besteht darin, den Kontakt mit den allergieauslösenden Stoffen zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, kann der Arzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben.

Was ist Weitsichtigkeit (Hyperopie)?

Was ist Weitsichtigkeit (Hyperopie)?

Bei manchen Menschen ist der Augapfel zu kurz für die Brechkraft des optischen Apparats, sodass die Lichtstrahlen erst hinter der Netzhaut fokussiert werden (Weitsichtigkeit, Hyperopie). Weitsichtigen fällt es dadurch schwer, nahe Objekte klar zu erkennen.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Normalerweise brechen Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen und bündeln (fokussieren) sie auf der Netzhaut. Wenn ein Brechungsfehler vorliegt, gelingt es Hornhaut und Linse nicht, die Lichtstrahlen auf der Netzhaut zu bündeln. Solche Brechungsfehler lassen sich mit Brille bzw. Kontaktlinsen korrigieren.

Was ist Alterssichtigkeit (Presbyopie)?

Was ist Alterssichtigkeit (Presbyopie)?

Ab der Lebensmitte verliert die Linse zunehmend an Elastizität und rundet sich nicht mehr so stark ab. Dann kann sie sich nicht mehr so gut auf nahe Gegenstände einstellen. Dieser Vorgang bedingt die sogenannte Alterssichtigkeit (Presbyopie). Mit einer Lesebrille lässt sich diese Fehlsichtigkeit ausgleichen.

Im Alter verfärbt sich die Lederhaut (das »Weiße« im Auge) unter Umständen gelblich oder bräunlich, da sie viele Jahre lang ultravioletter Strahlung, Wind und Staubpartikeln ausgesetzt war. Besonders bei Menschen mit dunklem Teint bilden sich auch zufällig verteilte Pigmentflecken. Eine bläuliche Verfärbung deutet auf ein Dünnerwerden der Lederhaut hin.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Schleimzellen in der Bindehaut ab. Meist wird auch weniger Tränenflüssigkeit produziert, sodass ältere Menschen häufiger unter trockenen Augen leiden.

Mit Arcus senilis (Arcus lipoides corneae) bezeichnet man eine ringförmige weißlichgraue Trübung des Hornhautrandes, die auf abgelagerten Kalzium- und Cholesterinsalzen beruht. Sie kommt bei Über-60-Jährigen häufig vor, beeinträchtigt die Sehfähigkeit aber nicht.

Einige Erkrankungen der Netzhaut treten im höheren Lebensalter häufiger auf, z. B. Makuladegeneration, diabetische Retinopathie und Netzhautablösung. Auch grauer Star (Linsentrübung) und Augentrockenheit nehmen zu.

Mit zunehmendem Alter verlieren die Muskeln, die die Lider schließen, an Kraft. Zusammen mit einer altersbedingten Erschlaffung der Lider führt dies manchmal dazu, dass sich das Unterlid nach außen stülpt (Ektropium senilis). Bei manchen älteren Menschen geht das Fettgewebe rund um die Augenhöhle zurück, sodass der Augapfel tiefer in die Augenhöhle sinkt.

Die Muskeln, die die Pupillenweite kontrollieren, werden mit zunehmendem Alter schwächer. Die Pupille wird kleiner, reagiert träger auf Licht und erweitert sich bei Dunkelheit langsamer. Daher empfinden Über-60-Jährige unter Umständen Objekte als nicht so hell, fühlen sich nachts durch entgegenkommende Autos geblendet und haben Schwierigkeiten beim Wechsel von einer gut beleuchteten in eine dunklere Umgebung. Diese Veränderungen können in Verbindung mit einem grauen Star besonders hinderlich sein.

Im Alter verändert sich die Augenfunktion noch weiter. Trotz Brille geht die Sehschärfe zurück. Die Lichtmenge, die die Netzhaut erreicht, verringert sich, sodass ältere Menschen, um genügend zu sehen, eine stärkere Beleuchtung und einen größeren Kontrast zwischen Objekt und Hintergrund benötigen. Auch Farbwahrnehmung und Tiefenschärfe lassen nach. Ältere Menschen neigen ferner verstärkt zum »Mückensehen« (Mouches volantes, französisch für »fliegende Mücken«): Dabei handelt es sich um schwarze Flecken, die im Gesichtsfeld zu treiben scheinen; sie mindern das Sehvermögen jedoch nicht.

Was ist Kurzsichtigkeit?

Was ist Kurzsichtigkeit?

Normalerweise erzeugt das Auge scharfe Bilder, da Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen brechen, um sie auf der Netzhaut zu bündeln. Die Form der Hornhaut ist vorgegeben, die Linse hingegen kann ihre Form verändern, um Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung auf der Netzhaut scharf zu stellen (zu fokussieren). Wenn der Augapfel für die Brechkraft des optischen Apparats zu lang ist, werden die Strahlen vor der Netzhaut gebündelt statt auf ihr, und die Betroffenen haben Schwierigkeiten, nahe Objekte scharf zu sehen (Kurzsichtigkeit, Myopie).

Menschen mit einem Brechungsfehler sehen verschwommen. Einem kurzsichtigen Kind kann dann z. B. in der Schule das Lesen an der Tafel schwer fallen. Es ist sinnvoll, seine Augen regelmäßig untersuchen zu lassen. Im Rahmen dieser augenärztlichen Untersuchung wird die Sehschärfe anhand von Sehprobentafeln in Bezug auf die normale Sehschärfe bestimmt. Darüber hinaus werden üblicherweise auch Aspekte geprüft, die nichts mit Brechungsfehlern zu tun haben; so werden beispielsweise Gesichtsfeld und Augenbewegungen getestet. Die Augen werden zunächst getrennt, dann gemeinsam untersucht.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Normalerweise brechen Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen und bündeln (fokussieren) sie auf der Netzhaut. Wenn ein Brechungsfehler vorliegt, gelingt es Hornhaut und Linse nicht, die Lichtstrahlen auf der Netzhaut zu bündeln. Solche Brechungsfehler lassen sich mit Brille bzw. Kontaktlinsen korrigieren.

Optikusneuropathie

Optikusneuropathie

Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen. Eine häufige Ursache für eine Sehnervenschädigung ist ein Hypophysentumor, der auf den Nerv drückt.

Unter Optikusneuropathie versteht man eine Schädigung des Sehnerven aufgrund einer Blockade seiner Blutversorgung, von Mangelernährung oder Giften.

Wenn die Blutversorgung des Teils des Sehnerven, der im Auge liegt, unterbrochen ist, kann das seine Funktion stören, und es können Sehnervenzellen absterben (ischämische Optikusneuropathie). Diese Erkrankung tritt in zwei Formen auf: nichtarteriitisch und arteriitisch.

Die nichtarteriitische ischämische Optikusneuropathie betrifft gewöhnlich Über Fünfzigjährige. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose. Selten entwickelt sich die Erkrankung bei jüngeren Menschen mit schwerer Migräne. Die arteriitische ischämische Optikusneuropathie kommt gewöhnlich bei Über-Siebzigjährigen vor. Die Blutversorgung des Sehnerven ist aufgrund einer Arterienentzündung (Arteriitis) blockiert, meist handelt es sich dabei um eine Entzündung der Schläfenarterie (Arteriitis temporalis).

Der Sehnerv kann auch durch Kontakt mit giftigen chemischen Substanzen geschädigt werden,  z. B. Blei, Methanol, Glykol (Frostschutzmittel), Giftstoffe im Tabakrauch und Arsen. Diese Form wird als Intoxikationsamblyopie bezeichnet. Eine Neuropathie des Sehnerven kann auch auf einer Mangelernährung beruhen, speziell durch einen Mangel an Vitamin B12. Dieser Sehnervenschaden kommt meist bei Alkoholkranken vor, bei denen jedoch weniger der Alkohol, als eher eine Fehl- bzw. Unterernährung die Ursache ist. In seltenen Fällen können auch Arzneimittel, wie Chloramphenicol, Isoniazid, Ethambutol und Digoxin, einen solchen Sehnervenschaden verursachen.

Ein Sehverlust kann innerhalb von Minuten bis Stunden eintreten oder sich allmählich über zwei bis sieben Tage entwickeln. Je nach Ursache sind ein Auge oder beide Augen betroffen, wobei das Sehvermögen von fast normal bis zur vollständigen Erblindung reichen kann. Geht die Sehnervenschädigung auf eine Vergiftung oder Mangelernährung zurück, sind in der Regel beide Augen betroffen. Kleine blinde Flecken im Zentrum des Gesichtsfelds vergrößern sich langsam und können bis zum vollständigen Erblinden weiterwachsen.

Rund 40 Prozent der Menschen erleben irgendwann eine spontane Besserung. Dabei sind wiederholte Anfälle auf ein und demselbem Auge außerordentlich selten. Schätzungen zufolge erkrankt das andere Auge in einem Zeitraum von fünf Jahren bei zehn bis 34 Prozent der Betroffenen.

Für die Diagnose wird der Hintergrund beider Augen mit einem Ophthalmoskop untersucht. Um die Ursache zu klären, bedarf es einer sorgfältigen Aufnahme der Krankengeschichte (Anamnese), um herauszufinden, ob der Betroffene mit giftigen Substanzen in Kontakt gekommen ist oder einen der bekannten Risikofaktoren aufweist. Besteht Verdacht auf Arteriitis temporalis, lässt sich die Diagnose anhand von Bluttests und einer Gewebeuntersuchung der Schläfenarterie erhärten.

Bei Menschen mit nichtarteriitischer ischämischer Optikusneuropathie werden Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinspiegel und andere Faktoren kontrolliert, die die Durchblutung des Sehnerven beeinflussen können. Bei Menschen mit arteriitischer ischämischer Optikusneuropathie aufgrund einer Arteriitis temporalis werden hohe Kortisondosen verabreicht, um einem Sehverlust im zweiten Auge vorzubeugen, der ohne Behandlung bei 25 bis 50 Prozent der Betroffenen innerhalb von Tagen bis Wochen eintritt.

Menschen mit einer Optikusneuropathie, die vom Kontakt mit giftigen Substanzen herrührt, sollten Tabak und Alkohol bzw. die jeweils krankheitsauslösende Substanz meiden. Ist Alkohol an der Entwicklung der Störung beteiligt, sollte sich der Patient ausgewogen ernähren und die fehlenden Vitamine eventuell einnehmen. Bei einer Bleivergiftung kann der Arzt eine Entgiftung mit einem Chelatbildner durchführen.

Ist der Sehnervenschaden durch Unter- oder Fehlernährung entstanden, muss der Mangel behoben werden. Ist die Ursache ein Vitamin-B12-Mangel, muss das Vitamin gespritzt werden. Weist der Sehnerv noch keine Anzeichen einer Rückbildung (Atrophie) auf, darf man erwarten, dass ein Teil des verlorenen Sehvermögens wiederkehrt.

Einige Muster, die bei Sehverlust auftreten können

Je nachdem, wo in der Sehbahn der Schaden liegt, variieren die Art und Weise des Sehverlusts.

Liegt die Sehnervenschädigung beispielsweise zwischen dem Augapfel und der Sehnervenkreuzung, kann der Betroffene auf nur diesem Auge erblinden. Ist die Sehnervenkreuzung geschädigt, verlieren beide Augen einen Teil ihrer Sehkraft – das rechte Auge verliert Sehkraft im rechten Teil seines Gesichtsfelds, das linke Auge im linken Teil.

Liegt die Störung im hinteren Abschnitt der Sehbahn, geht die Hälfte des Gesichtsfeldes, jetzt allerdings beider Augen, verloren. Man spricht von einer Halbseitenblindheit (Hemianopsie). Ist z. B. die linke Seite des Gehirns geschädigt, verlieren beide Augen die rechte Hälfte ihres Gesichtsfelds. Ursache für eine Halbseitenblindheit sind häufig ein Schlaganfall, Blutungen und Tumoren.

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

Stauungspapille

Stauungspapille

Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen.

Bei einer Stauungspapille (Papillenödem) ist das Gewebe an der Stelle, wo der Sehnerv in das Auge übertritt, geschwollen. Grund ist meist ein erhöhter Schädelinnendruck. Dies kann das einzige Anzeichen einer sich entwickelnden Erkrankung im Bereich des Gehirns sein.

Eine Stauungspapille tritt fast immer beidseitig auf. Sie kann durch einen Gehirntumor oder -abszess, Kopfverletzungen, Gehirnblutungen, Hirn- oder Hirnhautentzündungen, Pseudotumor cerebri oder starken Bluthochdruck verursacht werden. Auch schwere Lungenerkrankungen können den Schädelinnendruck erhöhen und zu einer Stauungspapille führen.

Die Stauungspapille kann zunächst Kopfschmerzen ohne Sehbeeinträchtigung verursachen. Typische Symptome sind vorübergehende Beeinträchtigungen wie Schleiersehen oder vollkommener Sehverlust, die nur Sekunden dauern; sie treten häufig dann auf, wenn der Betroffene aufsteht oder sich hinlegt.

Zur Diagnose dient ein Ophthalmoskop. Manchmal ist auch eine Computer- (CT) oder Kernspintomographie (NMR) hilfreich, insbesondere, um die Ursache für die Stauungspapille zu finden. Im Rahmen einer Lumbalpunktion (Punktion des Rückenmarkkanals im Lendenwirbelbereich) lässt sich der Druck der Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit (Liquor) messen. Eine Liquorprobe kann auf Anzeichen für einen Hirntumor und eine Infektion untersucht werden.

Wenn der hohe Liquordruck auf einen Hirntumor zurückgeht, wird gewöhnlich Kortison verabreicht. Entfernen lässt sich ein Tumor jedoch nur operativ. Andere Behandlungsmethoden hängen von der jeweiligen Ursache der Stauungspapille ab. So wird ein Hirnabszess entleert und es werden Antibiotika verabreicht, ein hoher Blutdruck wird medikamentös gesenkt, und eine bakterielle Infektion wird mit Antibiotika bekämpft.

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

Was ist Stabsichtigkeit (Astigmatismus)?

Was ist Stabsichtigkeit (Astigmatismus)?

Unter Astigmatismus oder Stabsichtigkeit versteht man eine unregelmäßige Krümmung der Hornhaut oder Linse, die dazu führt, dass parallel einfallende Strahlen nicht in einem Brennpunkt vereinigt werden.

Beispielsweise kann es sein, dass die in der Vertikalebene einfallenden parallelen Strahlen in einem Brennpunkt vereinigt werden, nicht jedoch die in der Horizontalebene oder umgekehrt. Das Problem kann in jeder beliebigen Ebene auftreten und ist oft bei jedem Auge anders ausgeprägt. Eine Person mit Astigmatismus (jedes Auge sollte separat getestet werden) sieht meist bestimmte Linien deutlicher als andere. Astigmatismus lässt sich mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren; er tritt oft gemeinsam mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auf. Das folgende Diagramm zeigt ein Standardbild, wie es zum Testen eines Einzelauges auf Astigmatismus verwendet wird.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Astigmatismus kann allein auftreten oder zusammen mit einem der anderen Brechungsfehler.

Wozu braucht man Kontaktlinsen?

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Für manche Menschen bietet das Sehen mit Kontaktlinsen optische Vorteile. Kontaktlinsen erfordern jedoch eine intensive und zuverlässige Pflege, und sie können in seltenen Fällen das Auge schädigen. Ältere Menschen und solche mit Gelenkbeschwerden können zudem Probleme mit Handhabung und Pflege haben. Bei manchen Menschen können Kontaktlinsen die Sehfähigkeit nicht so gut korrigieren wie eine Brille, bei anderen hingegen gelingt es besser. So lässt sich mit torisch geschliffenen Linsen Astigmatismus korrigieren.

Formstabile (»harte«) Kontaktlinsen sind dünne Schalen aus Kunststoff. Das Material vieler Produkte ist aufgrund eines Anteils an Silikonverbindungen gasdurchlässig und garantiert so eine gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Mit Stabillinsen lassen sich Unregelmäßigkeiten der Hornhaut korrigieren (Astigmatismus).

Wer zum ersten Mal formstabile Kontaktlinsen trägt, braucht eine Eingewöhnungszeit von einigen Tagen, bis sie über einen längeren Zeitraum komfortabel getragen werden können. Während dieser Zeit wird die Tragedauer der Linsen täglich erhöht. Zu Anfang sind die Linsen zwar im Auge spürbar, doch sie dürfen zu keinem Zeitpunkt Schmerzen bereiten. Schmerzen sind ein Zeichen für eine schlecht sitzende Kontaktlinse.

»Weiche« Kontaktlinsen sind größer und bedecken die ganze Hornhaut. Auch Sie ermöglichen eine gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut.

Weil Weichlinsen so groß sind, ist die Gefahr gering, dass sie von selbst aus dem Auge fallen. Fremdkörper wie Staubpartikel geraten nicht so schnell unter die Linse. Viele Menschen bevorzugen Weichlinsen auch deshalb, weil sie kaum eine Eingewöhnungszeit erfordern. Dafür sind sie aber ausgesprochen pflegeintensiv.

Üblicherweise müssen Kontaktlinsen jeden Tag herausgenommen und gereinigt werden; manche erfordern darüber hinaus eine wöchentliche Behandlung mit einem Enzymreiniger. Tageslinsen (»Einmallinsen«) hingegen brauchen nicht gereinigt zu werden, da sie am Ende des Tages weggeworfen und am nächsten Tag durch neue ersetzt werden. Bei einem anderen Tragekonzept werden die Linsen ein bis vier Wochen lang benutzt, dabei aber auch täglich gereinigt. Einige Kontaktlinsen sind darauf ausgerichtet, dass man sie beim Schlafen im Auge lassen kann. Die meisten können bis zu sieben Tagen an Ort und Stelle verbleiben, eine Neuentwicklung aus Silikon-Hydrogel sogar 30 Tage lang.

Das Tragen von Kontaktlinsen gleich welcher Art birgt die Gefahr ernster und schmerzhafter Komplikationen. Dazu gehören infektiöse Hornhautgeschwüre, die die Sehfähigkeit gefährden können. Diese Risiken lassen sich mindern, indem man die Pflege- und Kontrollanweisungen des Anpassers einhält.

Das Risiko ernsthafter Infektionen nimmt beim Schwimmen mit Kontaktlinsen zu, aber auch dann, wenn jemand selbst gemachte Salzlösungen, Leitungswasser oder destilliertes Wasser zum Abspülen verwendet oder die Linsen ableckt. Kontaktlinsen dürfen zudem nicht über Nacht getragen werden – es sei denn, es liegen spezielle Gründe vor –, weil dies das Infektionsrisiko ebenfalls erhöht. Wenn Beschwerden auftreten, sich der Tränenfluss verstärkt, die Sehfähigkeit verändert oder die Augen röten, sollten die Linsen unverzüglich herausgenommen werden. Klingen die Symptome nicht bald ab, sollte der Augenarzt aufgesucht werden.

Sehnervenentzündung

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Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen. Eine häufige Ursache für eine Sehnervenschädigung ist ein Hypophysentumor, der auf den Nerv drückt.
Bei einer Sehnervenentzündung (Optikusneuritis) ist der Sehnerv irgendwo längs seines Verlaufs entzündet.

Eine solche Entzündung kann viele Ursachen haben, z. B. eine Virusinfektion (besonders bei Kindern) Impfung, Hirnhautentzündung, Syphilis, Autoimmunerkrankungen, wie multiple Sklerose, und Entzündungen im Auge, wie Uveitis. Oft ist die Ursache aber nicht auszumachen.

Eine Sehnervenentzündung tritt zwar meist einseitig auf, doch sie kann auch beide Augen befallen. Sie äußert sich in einer Sehverschlechterung, die innerhalb von ein bis zwei Tagen von einem kleinen blinden Fleck bis zur völligen Erblindung fortschreiten kann. In manchen Fällen treten Schmerzen beim Bewegen der Augen auf. Je nach Ursache verbessert sich das Sehvermögen zunächst wieder, verschlechtert sich später aber erneut.

Für die Diagnose wird getestet, ob die Pupillen normal auf Licht reagieren. Der Augenhintergrund wird mit einem Ophthalmoskop untersucht, um festzustellen, ob die Sehnervenpapille geschwollen ist. Durch Prüfung des peripheren Gesichtsfelds lässt sich feststellen, ob es in diesem Bereich zu einem Verlust des Gesichtsfelds gekommen ist. Eine Kernspintomographie (NMR) kann Hinweise auf Multiple Sklerose oder auch auf einen Tumor geben, der auf den Sehnerv drückt.

Meist bessert sich eine Sehnervenentzündung ohne Behandlung innerhalb einiger Monate. In einigen Fällen kann eine intravenöse Behandlung mit Kortison oder anderen Medikamenten die Wiederherstellung beschleunigen und das Wiederholungsrisiko senken. Wenn ein Tumor auf den Sehnerv drückt, bessert sich das Sehvermögen nach Entfernen des Tumors in der Regel wieder.

 

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

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