Notfälle

Verätzungen und Verletzungen am Auge – Sofortmaßnahmen

Verätzungen und Verletzungen am Auge – Sofortmaßnahmen

Jede Minute zählt – diese Devise gilt bei vielen Augenverletzungen. Dauerhafte Schäden am Auge sind vermeidbar, wenn sofort die richtigen Maßnahmen zur Ersten Hilfe ergriffen werden. Eine Verätzung durch z. B. Säure oder Lauge muss sofort behandelt werden. Auch bei einem Schlag auf das Auge oder bei einer offenen Verletzung ist es nötig, schnell den Notarzt zu rufen.

Verätzung durch Säure oder Lauge

  • Ist ein Auge durch Säure oder Lauge verätzt, ist ein rasches Handeln erforderlich.
  • Als erste Maßnahme ist der Notarzt zu rufen. Hierbei ist auf die Art der Verletzung hinzuweisen. Die zuständige Rettungsleitstelle kann dann die richtigen Maßnahmen einleiten.
  • Bis der Notarzt eintrifft, vergehen kostbare Minuten, in denen sich die Folgen der Verletzung verschlimmern können. Als Folge der Untätigkeit kann sogar eine Erblindung drohen. Sofort eingeleitete Erste-Hilfe-Maßnahmen können dagegen helfen, das Auge vor weiteren Schäden zu bewahren.
  • Bei einer Verätzung muss das Auge sofort ausgespült werden, um die eingedrungene Säure oder Lauge zu verdünnen und wegzuwaschen. Am besten wirkt Leitungswasser. Doch falls kein Wasser greifbar ist, kann man fast jede andere – nicht brennende und ätzende – Flüssigkeit verwenden. Auch beispielsweise Bier oder Limonade eignen sich also als Spülflüssigkeit. Nicht geeignet sind Milch oder milchhaltige Produkte, weil diese das Eindringen der Chemikalie begünstigen und das Auge zusätzlich verkleben können.
  • Der Ersthelfer sollte das Auge mindestens 15 Minuten spülen. Dabei muss das Auge vorsichtig, aber bestimmt mit den Fingern offen gehalten und die Spülflüssigkeit aus einer Flasche oder einem anderen Gefäß über das Auge laufen gelassen werden. Die Spülrichtung geht immer von der Nase zum Ohr, da die Spülflüssigkeit sonst in das andere Auge laufen und auch hier Schaden anrichten könnte. Der Wasserstrahl sollte nicht mit Wucht aufs Auge auftreffen, weil er ansonsten selbst noch zusätzliche Verletzungen anrichten könnte. Der Betroffene sollte während des Spülens nach Möglichkeit in alle Richtungen blicken, d. h. den Augapfel bewegen, damit die Spülflüssigkeit alle Bereiche des Auges erreicht. Ist eine Dusche in der Nähe, kann man das Auge auch abduschen. Dies ist häufig die einfachere Möglichkeit. Allerdings sollte sich der Verunglückte nicht erst ausziehen, sondern unverzüglich mit der Spülung beginnen. Der Notarzt wird den Patienten zum nächsten Augenarzt oder in eine Augenklinik bringen, damit er dort weiterbehandelt werden kann.

Prellung des Auges

  • Typische Verletzungen, die zu einer Prellung des Auges führen können, sind der Squash-, Golf- oder Tennisball, der Sektkorken oder Schläger, der buchstäblich „ins Auge geht“.
  • Noch am gleichen Tag sollte man zum Augenarzt gehen:
    • wenn sich das Sehen verschlechtert
    • wenn Doppelbilder auftreten
    • wenn das Auge blutunterlaufen ist
    • wenn sich die Augenlider blau färben
    • wenn lediglich der Verdacht auf eine Augenprellung besteht, auch ohne die genannten Beschwerden
  • Die Skala der möglichen Verletzungen reicht hier von einem Bluterguss, dem sprichwörtlichen blauen Auge, bis zu einem Bruch der knöchernen Augenhöhle.

Soforthilfe bei kleinen Dingen im Auge

  • Bei kleineren Fremdkörpern wie beispielsweise einem Insekt reibt man bei geschlossenem Auge von außen oben nach innen unten über das Lid, bis man den Fremdkörper mit dem Finger aus dem inneren Augenwinkel entfernen kann. Steckt der Fremdkörper unter dem Unterlid, reibt man entsprechend von außen unten nach oben in Richtung Nasenwurzel. Bleibt das Auge gerötet und schmerzt es weiterhin, sollte man auch bei einem kleinen Fremdkörper zum Augenarzt gehen.

Fremdkörper im Auge

  • Dringt ein Fremdkörper ins Auge ein, sodass er eine offene Wunde verursacht, ist sofortiges Handeln nötig. Ein Fremdkörper, der noch im Auge steckt, darf nicht herausgezogen werden, sondern muss stecken gelassen werden. Blutet die Verletzung, sollte das Auge mit einer sterilen Kompresse abgedeckt werden. Anschließend bringt man den Betroffenen unverzüglich in eine Augenklinik, damit er dort falls notwendig operiert werden kann. Der Betroffene sollte zuvor nichts mehr essen und trinken, weil er für die Operation möglicherweise eine Narkose bekommt.

Der wichtigste und eiligste Notfall am Auge ist die Verätzung mit Lauge oder Säure. Nur durch sofortiges, ausdauerndes Spülen des Auges kann man eine drohende Erblindung verhindern.

Laser Operation

Laser Operation

Zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Lasik und Photorefraktäre Keratektomie sind dabei sehr häufig eingesetzte Verfahren.

LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis):

LASIK ist das häufigste chirurgische Verfahren zur Korrektur von Brechungsfehlern (refraktive Chirurgie). Mit ihm werden Kurz-, Weitsichtigkeit und Astigmatismus behandelt. Bei diesem Verfahren wird mit einem so genannten Mikrokeratom eine sehr dünne Lamelle aus dem Zentrum der Hornhaut herausgeschnitten. Mit einem Excimer-Laser wird das Hornhautgewebe unter der Lamelle bearbeitet. Anschließend wird die Lamelle wieder an ihren Platz im Auge eingesetzt und verheilt in wenigen Tagen. LASIK ruft während und nach dem Eingriff kaum Beschwerden hervor. Das Sehvermögen bessert sich rasch, die meisten Patienten können ein bis drei Tage nach dem Eingriff wieder arbeiten. Für Menschen, die unter Beschwerden leiden, die einen refraktiven chirurgischen Eingriff ausschließen, und für solche, die eine dünne Hornhaut oder ein lockeres Hornhautepithel und große Pupillen haben, ist LASIK unter Umständen nicht geeignet.

Photorefraktäre Keratektomie (PRK):

Auch bei diesem laserchirurgischen Verfahren wird die Hornhaut neu geformt. Mit dieser Methode werden vornehmlich mittelschwere Kurzsichtigkeit, leichter Astigmatismus und Weitsichtigkeit korrigiert. Bei der photorefraktären Keratektomie werden mit computergesteuerter Laserstrahlung winzige Hornhautbereiche entfernt und auf diese Weise die Form der Hornhaut verändert. Dadurch wird das Licht stärker auf die Netzhaut fokussiert und die Sehschärfe verbessert. Die Hornhautbehandlung dauert pro Auge gewöhnlich nicht einmal eine Minute. Die PRK ist schmerzhafter als LASIK und erfordert eine längere Genesungszeit. Sie kann aber auch bei Patienten durchgeführt werden, für die LASIK ungeeignet ist, z. B. solche mit einem lockeren Hornhautepithel oder einer dünnen Hornhaut.

Stand 08.2010

Allergische Reaktionen am Auge

Allergische Reaktionen am Auge

Besonders im Frühjahr, wenn die ersten Pollen fliegen, leiden viele Allergiker häufiger an Bindehautentzündung. Dabei können die Augen jucken und brennen. Diese allergische Form der Bindehautentzündung lässt sich gut behandeln.

Mögliche Symptome

  • Bei der allergischen Bindehautentzündung jucken die Augen, sind rot und geschwollen. Aus den Tränendrüsen läuft Flüssigkeit. Die Augen sind sehr lichtempfindlich, das Sehvermögen ist jedoch nicht eingeschränkt. In der Regel sind beide Augen betroffen.
  • Meist reagiert außer den Augen auch die Nase: Niesen, Nasenlaufen und geschwollene Schleimhäute sind die Folge. In schwereren Fällen kann es auch zu Atemnot kommen.

Verschiedene Auslöser

  • Das Abwehrsystem des menschlichen Körpers erkennt körperfremde Stoffe, die dem Organismus gefährlich werden können, und macht sie unschädlich. Bei Krankheitserregern und anderen Schadstoffen ist dies sehr sinnvoll.
  • Manchmal bekämpft das Abwehrsystem jedoch Substanzen, die dem Körper eigentlich gar nicht schaden, beispielsweise Tierhaare oder Blütenpollen. In diesem Fall spricht man von einer Allergie. Bei wiederholtem Kontakt mit diesen Stoffen reagiert das Abwehrsystem zu heftig. Ein Entzündungsprozess wird ausgelöst, der die beschriebenen unangenehmen Erscheinungen hervorruft.
  • Am Auge können viele verschiedene Stoffe zu einer allergischen Reaktion führen. Zu den häufigsten gehören:
    • Blütenpollen, z. B. beim Heuschnupfen
    • Hausstaubmilben
    • Tierhaare
  • Seltener zu einer Allergie führen:
    • Arzneistoffe, z. B. Antibiotika in Augentropfen
    • Konservierungsstoffe in Augentropfen
    • Kosmetika
    • Modeschmuck

Ursachenforschung

  • Die Diagnose „allergische Bindehautentzündung“ ist meist rasch gestellt, eine genaue Befragung des Patienten und eine Untersuchung der Augen reichen dazu aus. Nun heißt es, die Ursache herauszufinden. Hier stehen Fragen nach dem Auftreten der Beschwerden, nach Beruf, Freizeitaktivitäten, Haustieren u. a. im Vordergrund.
  • Um den Allergieauslöser herauszufinden, kann auch ein sogenannter Provokationstest durchgeführt werden. Hierfür bringt der Arzt winzige Mengen der in Frage kommenden Stoffe in die Haut ein oder auf sie auf. Kommt es an den entsprechenden Stellen zu Juckreiz und Rötung und bildet sich eine kleine Quaddel, ist der Allergieauslöser entdeckt. Im Zweifelsfall kann die verdächtige Substanz auch ins Auge getropft werden. Die Suche war erfolgreich, wenn sich das Auge rötet und Tränen absondert.

Welche Therapie hilft?

  • Am wichtigsten ist es, den Allergieauslöser zu meiden, damit die Augen gar nicht erst gereizt werden. Das ist leider nicht immer möglich. In diesen Fällen kann der Arzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben:
    • Künstliche Tränen spülen das Auge und verringern so die Menge der Reizstoffe auf der Bindehaut.
    • Antihistaminika stabilisieren das Abwehrsystem und verhindern, dass es überreagiert.
    • Bei starken und hartnäckigen Beschwerden kann man über einen kurzen Zeitraum Kortikoide (Kortison) als Augentropfen oder -salbe anwenden.

Was kann man selber tun?

  • Um die Beschwerden zu lindern, sollte man den Kontakt zu den Allergieauslösern so gering wie möglich halten. Dazu tragen einige Verhaltensmaßnahmen bei:
    • die Augen nicht reiben, denn dadurch werden Beschwerden verschlimmert
    • häufig Hände und Gesicht waschen, um möglichst viel von den allergieauslösenden Substanzen zu entfernen
    • bei Pollenallergie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen lassen, denn davon können sich Pollen ablösen
    • bei Pollenallergie abends die Haare waschen, um darin haftende Pollen nicht auf dem Kopfkissen zu verteilen
    • spezielle Seife, Hautpflegemittel und Kosmetika verwenden

Die beste Therapie bei allergischen Reaktionen am Auge besteht darin, den Kontakt mit den allergieauslösenden Stoffen zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, kann der Arzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben.

Sehnervenentzündung

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Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen. Eine häufige Ursache für eine Sehnervenschädigung ist ein Hypophysentumor, der auf den Nerv drückt.
Bei einer Sehnervenentzündung (Optikusneuritis) ist der Sehnerv irgendwo längs seines Verlaufs entzündet.

Eine solche Entzündung kann viele Ursachen haben, z. B. eine Virusinfektion (besonders bei Kindern) Impfung, Hirnhautentzündung, Syphilis, Autoimmunerkrankungen, wie multiple Sklerose, und Entzündungen im Auge, wie Uveitis. Oft ist die Ursache aber nicht auszumachen.

Eine Sehnervenentzündung tritt zwar meist einseitig auf, doch sie kann auch beide Augen befallen. Sie äußert sich in einer Sehverschlechterung, die innerhalb von ein bis zwei Tagen von einem kleinen blinden Fleck bis zur völligen Erblindung fortschreiten kann. In manchen Fällen treten Schmerzen beim Bewegen der Augen auf. Je nach Ursache verbessert sich das Sehvermögen zunächst wieder, verschlechtert sich später aber erneut.

Für die Diagnose wird getestet, ob die Pupillen normal auf Licht reagieren. Der Augenhintergrund wird mit einem Ophthalmoskop untersucht, um festzustellen, ob die Sehnervenpapille geschwollen ist. Durch Prüfung des peripheren Gesichtsfelds lässt sich feststellen, ob es in diesem Bereich zu einem Verlust des Gesichtsfelds gekommen ist. Eine Kernspintomographie (NMR) kann Hinweise auf Multiple Sklerose oder auch auf einen Tumor geben, der auf den Sehnerv drückt.

Meist bessert sich eine Sehnervenentzündung ohne Behandlung innerhalb einiger Monate. In einigen Fällen kann eine intravenöse Behandlung mit Kortison oder anderen Medikamenten die Wiederherstellung beschleunigen und das Wiederholungsrisiko senken. Wenn ein Tumor auf den Sehnerv drückt, bessert sich das Sehvermögen nach Entfernen des Tumors in der Regel wieder.

 

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

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