Operationen

Laseroperation – was geschieht?

Laseroperation – was geschieht?

Mit einer Laseroperation am Auge können Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus oder auch Stabsichtigkeit genannt) korrigiert werden. Bei dem Eingriff wird die Hornhaut so verändert, dass die meisten Patienten anschließend wieder ohne Brille oder Kontaktlinsen scharf sehen können.

Was ist ein Laser?

  • Ein Laser ist ein Gerät, das stark gebündeltes, energiereiches Licht aussendet. Mit diesem Lichtbündel kann beispielsweise Gewebe aufgetrennt oder verschweißt werden. Für die Operation am Auge kommt ein sogenannter Excimer-Laser zum Einsatz. Dieser Kaltlichtlaser sendet kein sichtbares Licht aus, sondern ultraviolettes Licht (UV-Licht). Dieses UV-Licht erzeugt nahezu keine Wärme im behandelten Gewebe, ist aber trotzdem so energiereich, dass es die oberste Gewebeschicht, die getroffen wird, präzise verdampft.

Was geschieht bei einer Laserbehandlung?

  • Die Hornhaut ist die durchsichtige Schicht vorne am Auge, deren Aufgabe es ist, das ins Auge einfallende Licht zu brechen und so für ein scharfes Bild zu sorgen. Durch eine Laserbehandlung kann der Brechwert der Hornhaut so verändert werden, dass sich die Fehlsichtigkeit nach erfolgter Behandlung deutlich verbessert hat und der Patient unter Umständen auf Brille oder Kontaktlinsen verzichten kann. Das gebräuchlichste Verfahren der Laser-Behandlung ist die sogenannte Laser in-situ Keratomileusis (LASIK).

Was passiert vor dem Eingriff?

  • Der Arzt untersucht das Auge zunächst sehr gründlich und ermittelt mithilfe eines Computers die genaue Beschaffenheit der Hornhautoberfläche. Auf dieser exakten Grundlage nimmt er dann den Eingriff vor. Der Patient erhält eine Schmerz- und Beruhigungstablette. Anschließend betäubt der Arzt das Auge mit Tropfen, sodass der Patient keine Schmerzen verspürt. Nach dem Eingriff ruht sich der Patient noch einige Zeit aus und kann dann nach Hause gehen.

Wie läuft die LASIK ab?

  • Bei der LASIK wird zunächst mit einem winzigen Messer, dem sogenannten Mikrokeratom, computergesteuert die oberste Schicht der Hornhaut abgeschnitten und wie ein Deckel nach oben geklappt. Nun wird das Innere der Hornhaut mit dem Excimer-Laser abgeschliffen. Anschließend wird der Hornhaut-Deckel wieder zurückgeklappt. Da er sich von selbst festsaugt, muss er nicht angenäht werden. Der Arzt deckt das Auge mit einem durchsichtigen Verband ab, der bereits am nächsten Tag abgenommen wird. Nach der Laser-Behandlung sieht der Patient anfangs noch verschwommen, das bessert sich jedoch schnell, sodass bereits am Tag nach der Operation ein annähernd normales Sehvermögen vorhanden ist. Die endgültige Sehstärke ist nach etwa drei bis sechs Monaten erreicht.

Was ist nach einer LASIK zu beachten?

  • In den ersten Tagen nach der Operation sollte der Patient sich das Auge nicht reiben oder schminken. Auch beim Waschen sollte darauf geachtet werden, dass kein Wasser in das Auge gelangt. Wird das Sehvermögen plötzlich schlechter oder beginnt das Auge zu schmerzen, sollte unverzüglich der Augenarzt aufgesucht werden.

Gibt es unerwünschte Wirkungen bei einer LASIK?

  • Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch bei der LASIK zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen:
    • erhöhte Licht- und Blendungsempfindlichkeit bei Dämmerung und Nacht
    • eine zu starke oder zu schwache Korrektur der Fehlsichtigkeit
    • sehr selten kann unter den Hornhautdeckel Gewebe einwachsen, sodass eine zweite Operation notwendig wird
    • wie bei allen Operationen besteht ein bestimmtes, hier aber geringes, Infektionsrisiko

Das sollten Sie beachten:

  • Gehen Sie nach einer Laserbehandlung bei plötzlicher Sehverschlechterung oder starken Schmerzen unverzüglich zum Augenarzt.
  • Halten Sie die Nachuntersuchungstermine beim Augenarzt ein und verwenden Sie die verschriebenen Augentropfen.
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Laseroperation – für jeden geeignet?

Laseroperation – für jeden geeignet?

Mit einer Laseroperation am Auge können Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung korrigiert werden. Mittlerweile ist das operative Verfahren mit einem sogenannten Excimer-Laser anerkannt und kann mit wenigen Ausnahmen bei den meisten fehlsichtigen Personen angewendet werden.

Was ist eine Fehlsichtigkeit?

  • Um ein Objekt scharf sehen zu können, muss es im Auge exakt auf der Netzhaut an der inneren Rückwand des Augapfels abgebildet werden. Bei einer Kurzsichtigkeit wird das einfallende Licht zu schwach gebrochen, bei einer Weitsichtigkeit zu stark, sodass das Licht nicht genau auf der Netzhaut auftritt. In beiden Fällen ist vom fixierten Gegenstand dann kein scharfes Bild zu sehen.

Möglichkeiten, eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren

  • Die meisten Patienten wählen Augengläser, mehr als jeder zweite Deutsche trägt eine Brille. Auch weiche oder harte Kontaktlinsen sind für viele Fehlsichtige eine beliebte Möglichkeit, scharf zu sehen. Allerdings ist die Pflege relativ aufwändig und daher nicht jedermanns Sache. Viele Fehlsichtige würden gern ohne diese Korrekturhilfen auskommen. Eine Möglichkeit ist die Laseroperation. Mit ihr kann die Brechkraft der Hornhaut so verändert werden, dass anschließend der fixierte Gegenstand wieder scharf auf der Netzhaut abgebildet wird.

Für wen ist eine Laser-Behandlung geeignet?

  • Die Brechkraft wird in Dioptrien (abgekürzt: dpt) gemessen. Ist das Auge kurzsichtig, so steht vor den Dioptrienwerten ein Minuszeichen (-). Bei Weitsichtigkeit werden die Werte mit einem Pluszeichen (+) angegeben. Eine Excimer-Laser-Behandlung kann bei einer Kurzsichtigkeit von bis zu -8 dpt, bei einer Weitsichtigkeit von +3 bis +4 dpt sowie bei einer Hornhautverkrümmung von +3 bis +4 dpt durchgeführt werden. Der häufigste Grund bei Patienten, sich für diese Operation zu entscheiden, ist die größere Unabhängigkeit von Brille und Kontaktlinsen. Auch kosmetische oder berufliche Gründe spielen eine Rolle.
  • Grundsätzlich ist nicht jeder Patient für eine Laser-Behandlung des Auges geeignet. Folgende Faktoren können eine OP ausschließen:
    • Patienten unter 18 Jahren, bei denen das Auge noch wächst
    • instabile Fehlsichtigkeit mit sich noch ändernden Brechwerten
    • Grauer Star (Katarakt)
    • Grüner Star (Glaukom)
    • chronisch fortschreitende Hornhauterkrankung
    • sehr dünne Hornhaut
    • fortschreitende Makuladegeneration

Wann kommt die OP nicht in Betracht?

  • Nicht jede Fehlsichtigkeit kann durch eine Laser-OP korrigiert werden. Wenn die Hornhaut zu dünn ist oder andere Augenkrankheiten wie Grüner Star oder Netzhautdegeneration bekannt sind (siehe oben), kann keine Laser-OP erfolgen.
  • Bei unrealistischen Erwartungen des Patienten sollte die OP nicht erfolgen. Das Operationsergebnis wird nie besser sein als die Sehkorrektur mit der besten Brille.

Was geschieht bei einer Laser-Operation?

  • Das gebräuchlichste Verfahren zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit ist die Laser in-situ Keratomileusis (LASIK) mit dem Excimer-Laser. Bei einer Kurzsichtigkeit flacht der Arzt mit dem Laser die Wölbung der Hornhaut ab, bei einer Weitsichtigkeit wird die Hornhaut ringförmig abgetragen und damit steiler. Die Korrektur des Brechfehlers wird also direkt an der Hornhaut vorgenommen. Im günstigsten Fall muss der Patient nach dem Eingriff keine Brille oder keine Kontaktlinsen mehr tragen. Allerdings tritt auch bei einer erfolgreichen Operation bei vielen Menschen im Alter von 45 bis 50 Jahren eine Alterssichtigkeit auf. Hier hilft keine Operation, sondern nur eine Brille bzw. Kontaktlinsen.

Eine Laser-Behandlung der Augen kann mit einigen Ausnahmen bei den meisten Menschen mit einer Kurzsichtigkeit von bis zu -8 dpt, mit einer Weitsichtigkeit von +3 bis +4 dpt oder mit einer Hornhautverkrümmung von +3 bis +4 dpt durchgeführt werden.

Netzhautablösung – erste Warnzeichen

Netzhautablösung – erste Warnzeichen

Bei einer Netzhautablösung hebt sich die lichtempfindliche Schicht im Auge von ihrem Untergrund ab. Die Sehfähigkeit verschlechtert sich zunehmend bis hin zur Erblindung. Je schneller die Netzhautablösung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Warnzeichen, die einen Arztbesuch erfordern, sind Lichtblitze, dunkle Flecken vor den Augen sowie ein Schatten an der Seite oder am unteren Rand des Gesichtsfeldes.

Was ist die Netzhaut?

  • Die Netzhaut kleidet den Augapfel von innen aus, ähnlich wie eine Folie. Sie enthält lichtempfindliche Zellen, die Farben und Kontraste wahrnehmen und so das Sehen ermöglichen. Löst sich die Netzhaut von ihrer Unterlage, dem sogenannten Pigmentepithel, verschlechtert sich das Sehen. Ohne entsprechende Behandlung kann man blind werden.

Verschiedene Ursachen

  • Bevor die Netzhaut sich ablöst, bekommt sie häufig erst Risse oder Löcher. Als Folge davon kann Augenflüssigkeit unter die Netzhaut fließen und sie von ihrer Unterlage abheben. Auch Blutungen im Auge können ein Grund sein, dass sich die Netzhaut ablöst.
  • Es gibt einige Risikofaktoren, die eine Netzhautablösung begünstigen. Hierzu zählen:
    • Kurzsichtigkeit mit mehr als zwei Dioptrien Gläserstärke
    • eine Operation wegen Grauem Star (Linsentrübung, Katarakt)
    • Verletzungen, Entzündungen oder eine Geschwulst am Auge
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • erbliche Belastung, die sich häufig zeigt, wenn nahe Verwandte an Netzhautablösung leiden
    • zunehmendes Alter: Der Glaskörper, der den Augapfel ausfüllt, beginnt zu schrumpfen und sich von der Netzhautoberfläche zu lösen. Dabei kann die Netzhaut einreißen.

Unübersehbare Warnsignale

  • Wenn der schrumpfende Glaskörper an der Netzhaut zieht, nimmt der Betroffene unter Umständen Lichtblitze wahr. Das bedeutet noch nicht, dass sich die Netzhaut bereits abgelöst hat, sie steht aber unter mechanischer Belastung und sollte durch einen Augenarzt kontrolliert werden.
  • Dunkle, bewegliche Flecken, auch als Rußregen bezeichnet, erscheinen im Gesichtsfeld, wenn geringe Mengen Blut aus den Netzhautgefäßen austreten. Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den man ohne Augenbewegungen überblicken kann. Das Risiko, dass sich die Netzhaut ablöst, steigt mit Auftreten der Symptome an. Etwas später kann sich das Gesichtsfeld einschränken. Das wird von den Betroffenen meist als ein schwarzer Vorhang beschrieben, der sich von der Seite vor das Auge schiebt. Mitunter nehmen sie auch eine schwarze Wand wahr, die sich von unten her aufbaut.
  • Diese Erscheinungen sind Alarmzeichen, die den Betroffenen unverzüglich zum Augenarzt oder in die Augenklinik führen sollten. Da die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut ausschließlich von der unter ihr liegenden Pigmentschicht versorgt werden, erhalten diese Zellen bei einer Netzhautablösung zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und werden dadurch geschädigt. Die Netzhaut muss möglichst schnell wieder an ihrer Unterlage befestigt werden.

Welche Therapie wird angewendet?

  • Kleinere Löcher und Einrisse können mit dem Laser behandelt werden. Das ist ein kleiner Eingriff, der ambulant durchgeführt werden kann und für den keine Betäubung notwendig ist.
  • Hat sich die Netzhaut bereits abgelöst, muss operiert werden. Dabei werden die äußere Augenwand und die Netzhaut einander wieder angenähert. Dazu verwendet der Arzt häufig kleine Befestigungsringe (Cerclage) oder Plomben aus Silikon. In komplizierten Fällen entfernt er den Glaskörper und füllt das Auge mit speziellen Gasen oder Flüssigkeiten, sodass sich die Netzhaut wieder an die Augenwand anlegt.

Warnzeichen einer drohenden oder stattgefundenen Netzhautablösung sind:

  • Lichtblitze
  • dunkle Flecken vor den Augen
  • ein schwarzer Vorhang, der sich von der Seite vor das Auge schiebt
  • der Eindruck einer von unten aufsteigenden schwarzen Wand.

Schielen

Schielen

Beim Schielen (Strabismus) weicht ein Auge von der normalen Parallelstellung ab, sodass die Augen nicht mehr dieselbe Blickrichtung haben und nicht mehr dasselbe Objekt fixieren.

Schielen kann mehrere Ursachen haben. Es kann beispielsweise sein, dass die Muskeln, die die Augenstellung kontrollieren, einen ungleich starken Zug ausüben oder dass ein Auge eine Sehschwäche aufweist.

Es gibt verschiedene Formen des Schielens, die sich unterschiedlich entwickeln. Horizontales Schielen kann beispielsweise durch eine Einwärtsbewegung (Einwärtsschielen, Esotropie) oder eine Auswärtsbewegung der Augen (Auswärtsschielen, Exotropie) gekennzeichnet sein. Beim vertikalen Schielen wird zwischen Aufwärtsschielen (Hypertropie) und Abwärtsschielen (Hypotropie) unterschieden.

Schielen fällt den Eltern meist durch die ungewöhnliche Blickrichtung der Augen auf. Schielen kann beim älteren Kind Doppelbilder (Diplopie), beim jüngeren Kind eine Fehl- bzw. Schwachsichtigkeit (Amblyopie) nach sich ziehen.

Kinder sollten bereits nach den ersten Lebensmonaten in regelmäßigen Abständen auf Schielen hin untersucht werden. Hierzu strahlt der Arzt mit einer Lampe in die Augen des Kindes, um zu überprüfen, ob das Licht in beiden Augen von derselben Stelle auf der Pupille reflektiert wird.

Ältere Kinder können gründlicher untersucht werden. Sie können beispielsweise dazu aufgefordert werden, einen Gegenstand zu fixieren. Manchmal wird dazu ein Auge abgedeckt. Mit einer gründlicheren Untersuchung lässt sich sogar leichtes Schielen nachweisen, das sonst unentdeckt bleiben würde. Ein schielendes Kind sollte zu regelmäßigen Verlaufskontrollen den Augenarzt aufsuchen.

Leichtes Schielen bedarf oft keiner besonderen Behandlung. Schielt das Kind jedoch stark oder verschlimmert es sich, muss in der Regel behandelt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Art des Schielens.

  

Schielen – Stellungsfehler der Augen

Es gibt verschiedene Typen von Schielen. Am weitesten verbreitet sind Einwärtsschielen (Esotropie, Konvergenzschielen oder Strabismus convergens) und Auswärtsschielen (Exotropie oder Strabismus divergens). In der Abbildung ist das rechte Auge des Kindes betroffen.

Schielen

Schielen

Frühkindliches Einwärtsschielen (infantile Esotropie):

Hierunter versteht man ein Einwärtsschielen, das vor dem sechsten Lebensmonat auftritt. Die Störung kommt oft familiär gehäuft vor und ist meist stark ausgeprägt. Die Einwärtsbewegung der Augen setzt oft ab dem dritten Lebensmonat ein, liegt meist dauerhaft vor und ist leicht erkennbar.

Die Störung muss meist operativ korrigiert werden, indem der Zug der Augenmuskeln verändert wird. Oft sind wiederholte Operationen erforderlich. Nur selten lässt sich das Schielen selbst bei optimaler Behandlung nicht komplett korrigieren.

Akkommodative Esotropie:

Diese Einwärtsbewegung der Augen entwickelt sich zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem siebten Lebensjahr, meist aber bei Zwei- bis Dreijährigen, und ist mit dem Fokussieren von Gegenständen (Akkommodation) verbunden.

Der Stellungsfehler der Augen entsteht, wenn sich die Augen beim Fokussieren auf einen nahen oder fernen Gegenstand bewegen. Kinder mit akkommodativer Esotropie sind häufig weitsichtig. Dass sich die Augen einwärts bewegen, wenn sie sehr nahe Gegenstände fokussieren, ist normal. Weitsichtige Augen schauen jedoch auch beim Fokussieren ferner Gegenstände nach innen. In leichten Fällen von akkommodativer Esotropie zeigt sich das Einwärtsschielen nur beim Betrachten naher Gegenstände. Ein ausgeprägtes Einwärtsschielen liegt dauerhaft vor. Eine akkommodative Esotropie lässt sich fast immer korrigieren. Dies wird meist zuerst mit Brillengläsern versucht, die dem Kind fokussieren helfen und die Einwärtsneigung der Augen beim Betrachten von Objekten verringern. Viele Kinder verlieren mit der Zeit ihre Weitsichtigkeit und brauchen schließlich keine Brille mehr.

Gelegentlich werden auch Echothiphat-Augentropfen eingesetzt, um das Auge bei der Fokussierung naher Gegenstände zu unterstützen. Lässt sich weder mit Brillengläsern noch mit Augentropfen der Stellungsfehler der Augen korrigieren, kann eine Operation helfen. Eine dauerhafte Amblyopie tritt bei Kindern mit akkommodativer Esotropie weniger häufig auf als bei Kindern mit frühkindlichem Einwärtsschielen.

Paralytisches Schielen:

Beim sogenannten Lähmungsschielen ist einer der Augenmuskeln, die das Auge in unterschiedliche Richtungen bewegen, gelähmt. Es können auch mehrere Augenmuskeln betroffen sein. Der Winkel der Sehachsen ändert sich je nach Blickrichtung und ist in Richtung des gelähmten Muskels am größten. Die Augenmuskellähmung wird meist durch eine Störung der die Augenmuskeln versorgenden Nerven verursacht. So können eine Hirnverletzung oder Tumoren beispielsweise den Schädelinnendruck erhöhen, wodurch wiederum die Augenmuskelnerven eingeengt werden.

Bei Kindern mit paralytischem Schielen ist die Bewegung des betroffenen Auges nur dann beeinträchtigt, wenn sich das Auge in eine bestimmte Richtung zu bewegen versucht. Amblyopie und Doppelbilder können auftreten. Das Doppeltsehen ist immer dann besonders stark ausgeprägt, wenn sich das Auge in die Richtung zu bewegen versucht, die normalerweise durch die jetzt gelähmten Augenmuskeln gesteuert wird.

Paralytisches Schielen lässt sich mit einer Prismabrille behandeln, die das Licht so bricht, dass beide Augen fast dasselbe Bild sehen. Es kann sich mit der Zeit von allein zurückbilden. Möglich ist auch eine operative Korrektur. Wird das paralytische Schielen durch eine andere Störung verursacht (z. B. einen Gehirntumor), die zu einer Nervenschädigung führt, muss diese zugrunde liegende Erkrankung natürlich ebenfalls behandelt werden.

Intermittierende Exotropie:

Bei dieser Form des Auswärtsschielens bewegen sich die Augen nur manchmal (intermittierend) nach außen. Dies geschieht meist, wenn das Kind ferne Gegenstände betrachtet. Die intermittierende Exotropie ist ab dem sechsten Lebensmonat nachweisbar.

Solange die intermittierende Exotropie keine störenden Symptome verursacht wie Doppeltsehen, bedarf sie meist keiner Behandlung. Eine Amblyopie tritt nur selten auf. Bei störenden Symptomen kann eine Brille getragen werden. Verschlechtern sich die Symptome trotz Brille, kann eine Operation hilfreich sein.

Schielen bei Kindern

Schielen bei Kindern

Wenn das rechte und das linke Auge jeweils in unterschiedliche Richtungen schauen, ist das für das Gegenüber oft verwirrend: Man kann dem anderen nicht richtig in die Augen sehen. Diese als „Schielen“ bezeichnete Sehstörung tritt bei vielen Kindern schon sehr früh auf. Sie sollte ernst genommen werden und zu einem Arztbesuch bewegen, denn daraus kann eine ernsthafte Sehbehinderung erwachsen.

Sehen: Jedes Auge trägt seinen Teil bei

  • Die Augen liegen einige Zentimeter auseinander. Dadurch können wir räumlich und dreidimensional sehen.
  • Das rechte und das linke Auge erzeugen gleichzeitig jeweils ein Bild desselben Gegenstands. Diese beiden Bilder verarbeitet das Gehirn zu einem dreidimensionalen Bild. Ohne diesen „Trick“ wäre die Steuerung von Bewegungen, zum Beispiel der gezielte Griff nach einem Gegenstand, deutlich erschwert.
  • Den unterschiedlichen Blickwinkel der beiden Bilder kann jeder für sich ausprobieren, indem er mit den Augen einen Gegenstand fixiert und abwechselnd ein Auge abdeckt: das Bild springt hin und her.

Schielen: Ein Auge liefert ein unbrauchbares Bild

  • Beim Schielen stellt lediglich ein Auge seine Blickrichtung auf den Gegenstand ein, der gerade betrachtet wird.
  • Das schielende Auge blickt anders als vorgesehen und sieht ein Bild, das vom Gehirn nicht mit dem des anderen Auges in Einklang zu bringen ist. Es würden Doppelbilder entstehen. Um dies zu vermeiden, unterdrückt das Gehirn das Bild des einen Auges. Dieses nicht benutzte Auge kann schnell an Sehleistung verlieren, ähnlich einem Muskel, der verkümmert, wenn er nicht in Gebrauch ist.
  • Deswegen ist es sehr wichtig, das Schielen eines Kindes frühzeitig zu erkennen, damit die Behandlung beginnen kann, möglichst schon im ersten Lebensjahr.

Es gibt verschiedene Arten des Schielens

  • Augenärzte (Ophthalmologen) unterscheiden außerdem verschiedene Schiel-Formen, je nachdem, wohin das schielende Auge schaut. Schielen muss nicht allein auf ein Auge beschränkt sein, sondern kann zwischen beiden Augen abwechseln.
  • Nicht jedes Schielen ist sofort erkennbar. Selbst aufmerksamen Eltern kann es entgehen, wenn die Blickrichtung der beiden Augen nur wenig voneinander abweicht (Mikroschielen).
  • Egal welche Art des Schielens vorliegt, es sollte immer ein Augenarzt zu Rate gezogen werden.

Schielt das Kind?

  • Schielen ist nur in den ersten Lebenswochen „normal“, wenn das Baby noch lernen muss, einen Gegenstand mit den Augen zu fixieren. Wenn danach noch ein Auge immer wieder in die falsche Richtung blickt, sollte man mit dem Baby einen Augenarzt aufsuchen.
  • Generell sollten alle Kinder mit spätestens dreieinhalb Jahren zur augenärztlichen Untersuchung. Schielt ein Elternteil oder wurde deswegen schon einmal behandelt, sollte das Kind bereits im Alter von sechs Monaten untersucht werden.
  • Auch wenn bei den meisten Kindern das Schielen nicht besonders deutlich ausgeprägt ist, sollte es aber in jedem Fall behandelt werden.

Wie wird Schielen behandelt?

  • Bei vielen Kindern sind einfache Maßnahmen ausreichend. Wird die Fehlsichtigkeit des schielenden Auges mit einer Brille ausgeglichen, so benutzt das Kind wieder beide Augen, um einen Gegenstand zu fixieren.
  • Zusätzlich kann es notwendig sein, in einem festen Wechselrhythmus die Augen abwechselnd abzukleben, um damit das schwache, schielende Auge zu fördern. Die Augenmuskeln, die die Stellung des Augapfels steuern, können zusätzlich gezielt in der Sehschule trainiert werden. Manchmal muss diese Behandlung bis ins Schulalter fortgeführt werden, um dem Kind eine Sehbehinderung im späteren Leben zu ersparen.
  • Eine Operation reguliert die Augenmuskeln und ist normalerweise erst notwendig, wenn die oben genannten Maßnahmen alleine nicht ausreichen.

Die Eltern sind gefragt: Gefallen an der Brille fördern

  • Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig, dass ein Kind Gefallen an seiner Brille findet und diese gerne trägt. Dies können Eltern unterstützen, indem sie gemeinsam mit ihrem Kind eine passende Brille aussuchen.
  • Auch das lästige Abkleben eines Auges oder Brillenglases kann man dem Kind schmackhaft machen, zum Beispiel auch dem Teddy oder der Puppe das Auge zukleben. Erfahrungsgemäß gewöhnt sich ein Kind schneller an die neuen Umstände, wenn es von Eltern und Erziehern eine positive Rückmeldung und Lob erfährt.

Schielen führt unbehandelt bereits in den ersten Lebensjahren zu einer unumkehrbaren Minderung der Sehleistung auf dem betroffenen Auge. Deswegen sollte die Erkrankung so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Die Unterstützung der Eltern ist unbedingt erforderlich.

Laser Operation

Laser Operation

Zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Lasik und Photorefraktäre Keratektomie sind dabei sehr häufig eingesetzte Verfahren.

LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis):

LASIK ist das häufigste chirurgische Verfahren zur Korrektur von Brechungsfehlern (refraktive Chirurgie). Mit ihm werden Kurz-, Weitsichtigkeit und Astigmatismus behandelt. Bei diesem Verfahren wird mit einem so genannten Mikrokeratom eine sehr dünne Lamelle aus dem Zentrum der Hornhaut herausgeschnitten. Mit einem Excimer-Laser wird das Hornhautgewebe unter der Lamelle bearbeitet. Anschließend wird die Lamelle wieder an ihren Platz im Auge eingesetzt und verheilt in wenigen Tagen. LASIK ruft während und nach dem Eingriff kaum Beschwerden hervor. Das Sehvermögen bessert sich rasch, die meisten Patienten können ein bis drei Tage nach dem Eingriff wieder arbeiten. Für Menschen, die unter Beschwerden leiden, die einen refraktiven chirurgischen Eingriff ausschließen, und für solche, die eine dünne Hornhaut oder ein lockeres Hornhautepithel und große Pupillen haben, ist LASIK unter Umständen nicht geeignet.

Photorefraktäre Keratektomie (PRK):

Auch bei diesem laserchirurgischen Verfahren wird die Hornhaut neu geformt. Mit dieser Methode werden vornehmlich mittelschwere Kurzsichtigkeit, leichter Astigmatismus und Weitsichtigkeit korrigiert. Bei der photorefraktären Keratektomie werden mit computergesteuerter Laserstrahlung winzige Hornhautbereiche entfernt und auf diese Weise die Form der Hornhaut verändert. Dadurch wird das Licht stärker auf die Netzhaut fokussiert und die Sehschärfe verbessert. Die Hornhautbehandlung dauert pro Auge gewöhnlich nicht einmal eine Minute. Die PRK ist schmerzhafter als LASIK und erfordert eine längere Genesungszeit. Sie kann aber auch bei Patienten durchgeführt werden, für die LASIK ungeeignet ist, z. B. solche mit einem lockeren Hornhautepithel oder einer dünnen Hornhaut.

Stand 08.2010