Therapie

Laseroperation – was geschieht?

Laseroperation – was geschieht?

Mit einer Laseroperation am Auge können Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus oder auch Stabsichtigkeit genannt) korrigiert werden. Bei dem Eingriff wird die Hornhaut so verändert, dass die meisten Patienten anschließend wieder ohne Brille oder Kontaktlinsen scharf sehen können.

Was ist ein Laser?

  • Ein Laser ist ein Gerät, das stark gebündeltes, energiereiches Licht aussendet. Mit diesem Lichtbündel kann beispielsweise Gewebe aufgetrennt oder verschweißt werden. Für die Operation am Auge kommt ein sogenannter Excimer-Laser zum Einsatz. Dieser Kaltlichtlaser sendet kein sichtbares Licht aus, sondern ultraviolettes Licht (UV-Licht). Dieses UV-Licht erzeugt nahezu keine Wärme im behandelten Gewebe, ist aber trotzdem so energiereich, dass es die oberste Gewebeschicht, die getroffen wird, präzise verdampft.

Was geschieht bei einer Laserbehandlung?

  • Die Hornhaut ist die durchsichtige Schicht vorne am Auge, deren Aufgabe es ist, das ins Auge einfallende Licht zu brechen und so für ein scharfes Bild zu sorgen. Durch eine Laserbehandlung kann der Brechwert der Hornhaut so verändert werden, dass sich die Fehlsichtigkeit nach erfolgter Behandlung deutlich verbessert hat und der Patient unter Umständen auf Brille oder Kontaktlinsen verzichten kann. Das gebräuchlichste Verfahren der Laser-Behandlung ist die sogenannte Laser in-situ Keratomileusis (LASIK).

Was passiert vor dem Eingriff?

  • Der Arzt untersucht das Auge zunächst sehr gründlich und ermittelt mithilfe eines Computers die genaue Beschaffenheit der Hornhautoberfläche. Auf dieser exakten Grundlage nimmt er dann den Eingriff vor. Der Patient erhält eine Schmerz- und Beruhigungstablette. Anschließend betäubt der Arzt das Auge mit Tropfen, sodass der Patient keine Schmerzen verspürt. Nach dem Eingriff ruht sich der Patient noch einige Zeit aus und kann dann nach Hause gehen.

Wie läuft die LASIK ab?

  • Bei der LASIK wird zunächst mit einem winzigen Messer, dem sogenannten Mikrokeratom, computergesteuert die oberste Schicht der Hornhaut abgeschnitten und wie ein Deckel nach oben geklappt. Nun wird das Innere der Hornhaut mit dem Excimer-Laser abgeschliffen. Anschließend wird der Hornhaut-Deckel wieder zurückgeklappt. Da er sich von selbst festsaugt, muss er nicht angenäht werden. Der Arzt deckt das Auge mit einem durchsichtigen Verband ab, der bereits am nächsten Tag abgenommen wird. Nach der Laser-Behandlung sieht der Patient anfangs noch verschwommen, das bessert sich jedoch schnell, sodass bereits am Tag nach der Operation ein annähernd normales Sehvermögen vorhanden ist. Die endgültige Sehstärke ist nach etwa drei bis sechs Monaten erreicht.

Was ist nach einer LASIK zu beachten?

  • In den ersten Tagen nach der Operation sollte der Patient sich das Auge nicht reiben oder schminken. Auch beim Waschen sollte darauf geachtet werden, dass kein Wasser in das Auge gelangt. Wird das Sehvermögen plötzlich schlechter oder beginnt das Auge zu schmerzen, sollte unverzüglich der Augenarzt aufgesucht werden.

Gibt es unerwünschte Wirkungen bei einer LASIK?

  • Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch bei der LASIK zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen:
    • erhöhte Licht- und Blendungsempfindlichkeit bei Dämmerung und Nacht
    • eine zu starke oder zu schwache Korrektur der Fehlsichtigkeit
    • sehr selten kann unter den Hornhautdeckel Gewebe einwachsen, sodass eine zweite Operation notwendig wird
    • wie bei allen Operationen besteht ein bestimmtes, hier aber geringes, Infektionsrisiko

Das sollten Sie beachten:

  • Gehen Sie nach einer Laserbehandlung bei plötzlicher Sehverschlechterung oder starken Schmerzen unverzüglich zum Augenarzt.
  • Halten Sie die Nachuntersuchungstermine beim Augenarzt ein und verwenden Sie die verschriebenen Augentropfen.
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Konjunktivitis – Ursachen und Behandlung

Konjunktivitis – Ursachen und Behandlung

Die Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut des Auges. Sie äußert sich typischerweise mit einem geröteten Auge und ist die häufigste Augenerkrankung überhaupt. Die Behandlung sollte immer durch den Augenarzt erfolgen, da sich hinter einem „roten Auge“ in seltenen Fällen auch schwerwiegendere Augenerkrankungen verbergen können.

Ursachen einer Konjunktivitis

  • Die durchsichtige Bindehaut bedeckt den vorderen Teil des Augapfels sowie die Innenseite des Ober- und Unterlides. Das Auge ist ständig zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Daher können viele Ursachen zu einer Bindehautentzündung führen:
    • Krankheitserreger: Bakterien, Viren oder Pilze
    • Allergien, z. B. Heuschnupfen
    • Äußere Reize wie beispielsweise Rauch, Staub, Kälte, Zugluft, trockene Luft, UV-Licht
    • Überbelastung durch Sehfehler, z. B. latentes Schielen, nicht korrigierte Fehlsichtigkeiten wie Kurz- oder Weitsichtigkeit

Wie äußert sich eine Konjunktivitis?

  • Typisches Symptom einer Bindehautentzündung ist das gerötete Auge, das durch eine vermehrte Durchblutung der Bindehaut hervorgerufen wird. Abhängig von der Ursache besteht häufig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, das Auge tränt, brennt oder juckt und morgens sind die Augenlider verklebt. Seltener tritt ein krampfhafter Lidschluss auf.
  • Allergische Formen der Konjunktivitis treten meist beidseitig auf. Wird die Erkrankung durch Krankheitserreger verursacht ist der Beginn oft einseitig. Die Erkrankung betrifft aber in vielen Fällen später beide Augen.

Welche Therapie hilft?

  • Eine Konjunktivitis, die durch Viren hervorgerufen wird und oft in der Folge eines grippalen Infekts auftritt, heilt häufig ohne spezielle Therapie nach einigen Tagen ab. Unterstützend kann der Patient künstliche Tränen ins Auge tropfen oder kalte Kompressen anwenden.
  • Da Patienten mit Bindehautentzündung ihre Augen häufig wischen und reiben, geben sie die Krankheitserreger schnell an andere Personen weiter. Daher ist bei viraler Bindehautentzündung eine penible Hygiene zur Vermeidung der Ansteckung besonders wichtig.
  • Die eher selten auftretenden Bindehautentzündungen durch Bakterien werden mit breit wirksamen antibiotikahaltigen Augentropfen oder -salbe behandelt. Auch diese Form ist meist sehr ansteckend.
  • Bei einer allergischen Bindehautentzündung sollte man die allergieauslösende Substanz meiden. Gegen die Beschwerden helfen kalte Kompressen oder spezielle, vom Augenarzt verschriebene Augentropfen. In Zusammenarbeit mit einem Allergologen kann auch eine Desensibilisierung gegen die entsprechende Substanz erfolgen.
  • Auch bei einer Konjunktivitis, die durch äußere Reize verursacht wird, sollte man sich keiner extrem staubigen, verrauchten oder zugigen Umgebung aussetzen. Hilfreich sind häufig kalte Kompressen und künstliche Tränen als Augentropfen.
  • Manchmal ist eine Bindehautentzündung lediglich die Folge einer anderen Augenerkrankung. Besteht ein Sehfehler, kann der Augenarzt diesen meist durch die Verordnung einer Brille beheben. Damit verschwindet dann auch die Bindehautentzündung.

Was kann man als Patient tun?

  • Tritt ein gerötetes Auge auf, sollte man den Augenarzt aufsuchen und nicht ohne ärztlichen Ratschlag Augentropfen anwenden. Augentropfen gibt es mit sehr unterschiedlichen Wirkstoffen, die in Abhängigkeit von der Erkrankung und Ursache ausgewählt werden müssen.
  • Manchmal kann sich hinter einem geröteten Auge auch eine ernsthafte Augenerkrankung wie beispielsweise ein akuter Glaukomanfall (plötzliche Steigerung des Augeninnendruckes mit Gefahr der Erblindung) oder die Entzündung eines anderen Teils des Auges verbergen.
  • Vermeiden Sie möglichst, die Augen zu reiben, auch wenn es schwer fällt.
  • Benutzen Sie nur frische Augentropfen und –salben. Entsorgen Sie nach dem Behandlungsende angebrochene Medikamente.
  • Verwenden Sie keine Mittel, die einem Angehörigen verschrieben wurden, auch dann nicht, wenn die gleichen Beschwerden vorliegen.

Die Entzündung der Bindehaut am Auge ist eine häufige Erkrankung. Die Ursachen sind vielfältig, von Krankheitserregern wie Viren und Bakterien bis zu Allergien. Die Behandlung ist je nach Ursache unterschiedlich. Daher sollte beim Auftreten von geröteten und tränenden Augen ein Augenarzt aufgesucht werden.

Laseroperation – für jeden geeignet?

Laseroperation – für jeden geeignet?

Mit einer Laseroperation am Auge können Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung korrigiert werden. Mittlerweile ist das operative Verfahren mit einem sogenannten Excimer-Laser anerkannt und kann mit wenigen Ausnahmen bei den meisten fehlsichtigen Personen angewendet werden.

Was ist eine Fehlsichtigkeit?

  • Um ein Objekt scharf sehen zu können, muss es im Auge exakt auf der Netzhaut an der inneren Rückwand des Augapfels abgebildet werden. Bei einer Kurzsichtigkeit wird das einfallende Licht zu schwach gebrochen, bei einer Weitsichtigkeit zu stark, sodass das Licht nicht genau auf der Netzhaut auftritt. In beiden Fällen ist vom fixierten Gegenstand dann kein scharfes Bild zu sehen.

Möglichkeiten, eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren

  • Die meisten Patienten wählen Augengläser, mehr als jeder zweite Deutsche trägt eine Brille. Auch weiche oder harte Kontaktlinsen sind für viele Fehlsichtige eine beliebte Möglichkeit, scharf zu sehen. Allerdings ist die Pflege relativ aufwändig und daher nicht jedermanns Sache. Viele Fehlsichtige würden gern ohne diese Korrekturhilfen auskommen. Eine Möglichkeit ist die Laseroperation. Mit ihr kann die Brechkraft der Hornhaut so verändert werden, dass anschließend der fixierte Gegenstand wieder scharf auf der Netzhaut abgebildet wird.

Für wen ist eine Laser-Behandlung geeignet?

  • Die Brechkraft wird in Dioptrien (abgekürzt: dpt) gemessen. Ist das Auge kurzsichtig, so steht vor den Dioptrienwerten ein Minuszeichen (-). Bei Weitsichtigkeit werden die Werte mit einem Pluszeichen (+) angegeben. Eine Excimer-Laser-Behandlung kann bei einer Kurzsichtigkeit von bis zu -8 dpt, bei einer Weitsichtigkeit von +3 bis +4 dpt sowie bei einer Hornhautverkrümmung von +3 bis +4 dpt durchgeführt werden. Der häufigste Grund bei Patienten, sich für diese Operation zu entscheiden, ist die größere Unabhängigkeit von Brille und Kontaktlinsen. Auch kosmetische oder berufliche Gründe spielen eine Rolle.
  • Grundsätzlich ist nicht jeder Patient für eine Laser-Behandlung des Auges geeignet. Folgende Faktoren können eine OP ausschließen:
    • Patienten unter 18 Jahren, bei denen das Auge noch wächst
    • instabile Fehlsichtigkeit mit sich noch ändernden Brechwerten
    • Grauer Star (Katarakt)
    • Grüner Star (Glaukom)
    • chronisch fortschreitende Hornhauterkrankung
    • sehr dünne Hornhaut
    • fortschreitende Makuladegeneration

Wann kommt die OP nicht in Betracht?

  • Nicht jede Fehlsichtigkeit kann durch eine Laser-OP korrigiert werden. Wenn die Hornhaut zu dünn ist oder andere Augenkrankheiten wie Grüner Star oder Netzhautdegeneration bekannt sind (siehe oben), kann keine Laser-OP erfolgen.
  • Bei unrealistischen Erwartungen des Patienten sollte die OP nicht erfolgen. Das Operationsergebnis wird nie besser sein als die Sehkorrektur mit der besten Brille.

Was geschieht bei einer Laser-Operation?

  • Das gebräuchlichste Verfahren zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit ist die Laser in-situ Keratomileusis (LASIK) mit dem Excimer-Laser. Bei einer Kurzsichtigkeit flacht der Arzt mit dem Laser die Wölbung der Hornhaut ab, bei einer Weitsichtigkeit wird die Hornhaut ringförmig abgetragen und damit steiler. Die Korrektur des Brechfehlers wird also direkt an der Hornhaut vorgenommen. Im günstigsten Fall muss der Patient nach dem Eingriff keine Brille oder keine Kontaktlinsen mehr tragen. Allerdings tritt auch bei einer erfolgreichen Operation bei vielen Menschen im Alter von 45 bis 50 Jahren eine Alterssichtigkeit auf. Hier hilft keine Operation, sondern nur eine Brille bzw. Kontaktlinsen.

Eine Laser-Behandlung der Augen kann mit einigen Ausnahmen bei den meisten Menschen mit einer Kurzsichtigkeit von bis zu -8 dpt, mit einer Weitsichtigkeit von +3 bis +4 dpt oder mit einer Hornhautverkrümmung von +3 bis +4 dpt durchgeführt werden.

Schielen

Schielen

Beim Schielen (Strabismus) weicht ein Auge von der normalen Parallelstellung ab, sodass die Augen nicht mehr dieselbe Blickrichtung haben und nicht mehr dasselbe Objekt fixieren.

Schielen kann mehrere Ursachen haben. Es kann beispielsweise sein, dass die Muskeln, die die Augenstellung kontrollieren, einen ungleich starken Zug ausüben oder dass ein Auge eine Sehschwäche aufweist.

Es gibt verschiedene Formen des Schielens, die sich unterschiedlich entwickeln. Horizontales Schielen kann beispielsweise durch eine Einwärtsbewegung (Einwärtsschielen, Esotropie) oder eine Auswärtsbewegung der Augen (Auswärtsschielen, Exotropie) gekennzeichnet sein. Beim vertikalen Schielen wird zwischen Aufwärtsschielen (Hypertropie) und Abwärtsschielen (Hypotropie) unterschieden.

Schielen fällt den Eltern meist durch die ungewöhnliche Blickrichtung der Augen auf. Schielen kann beim älteren Kind Doppelbilder (Diplopie), beim jüngeren Kind eine Fehl- bzw. Schwachsichtigkeit (Amblyopie) nach sich ziehen.

Kinder sollten bereits nach den ersten Lebensmonaten in regelmäßigen Abständen auf Schielen hin untersucht werden. Hierzu strahlt der Arzt mit einer Lampe in die Augen des Kindes, um zu überprüfen, ob das Licht in beiden Augen von derselben Stelle auf der Pupille reflektiert wird.

Ältere Kinder können gründlicher untersucht werden. Sie können beispielsweise dazu aufgefordert werden, einen Gegenstand zu fixieren. Manchmal wird dazu ein Auge abgedeckt. Mit einer gründlicheren Untersuchung lässt sich sogar leichtes Schielen nachweisen, das sonst unentdeckt bleiben würde. Ein schielendes Kind sollte zu regelmäßigen Verlaufskontrollen den Augenarzt aufsuchen.

Leichtes Schielen bedarf oft keiner besonderen Behandlung. Schielt das Kind jedoch stark oder verschlimmert es sich, muss in der Regel behandelt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Art des Schielens.

  

Schielen – Stellungsfehler der Augen

Es gibt verschiedene Typen von Schielen. Am weitesten verbreitet sind Einwärtsschielen (Esotropie, Konvergenzschielen oder Strabismus convergens) und Auswärtsschielen (Exotropie oder Strabismus divergens). In der Abbildung ist das rechte Auge des Kindes betroffen.

Schielen

Schielen

Frühkindliches Einwärtsschielen (infantile Esotropie):

Hierunter versteht man ein Einwärtsschielen, das vor dem sechsten Lebensmonat auftritt. Die Störung kommt oft familiär gehäuft vor und ist meist stark ausgeprägt. Die Einwärtsbewegung der Augen setzt oft ab dem dritten Lebensmonat ein, liegt meist dauerhaft vor und ist leicht erkennbar.

Die Störung muss meist operativ korrigiert werden, indem der Zug der Augenmuskeln verändert wird. Oft sind wiederholte Operationen erforderlich. Nur selten lässt sich das Schielen selbst bei optimaler Behandlung nicht komplett korrigieren.

Akkommodative Esotropie:

Diese Einwärtsbewegung der Augen entwickelt sich zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem siebten Lebensjahr, meist aber bei Zwei- bis Dreijährigen, und ist mit dem Fokussieren von Gegenständen (Akkommodation) verbunden.

Der Stellungsfehler der Augen entsteht, wenn sich die Augen beim Fokussieren auf einen nahen oder fernen Gegenstand bewegen. Kinder mit akkommodativer Esotropie sind häufig weitsichtig. Dass sich die Augen einwärts bewegen, wenn sie sehr nahe Gegenstände fokussieren, ist normal. Weitsichtige Augen schauen jedoch auch beim Fokussieren ferner Gegenstände nach innen. In leichten Fällen von akkommodativer Esotropie zeigt sich das Einwärtsschielen nur beim Betrachten naher Gegenstände. Ein ausgeprägtes Einwärtsschielen liegt dauerhaft vor. Eine akkommodative Esotropie lässt sich fast immer korrigieren. Dies wird meist zuerst mit Brillengläsern versucht, die dem Kind fokussieren helfen und die Einwärtsneigung der Augen beim Betrachten von Objekten verringern. Viele Kinder verlieren mit der Zeit ihre Weitsichtigkeit und brauchen schließlich keine Brille mehr.

Gelegentlich werden auch Echothiphat-Augentropfen eingesetzt, um das Auge bei der Fokussierung naher Gegenstände zu unterstützen. Lässt sich weder mit Brillengläsern noch mit Augentropfen der Stellungsfehler der Augen korrigieren, kann eine Operation helfen. Eine dauerhafte Amblyopie tritt bei Kindern mit akkommodativer Esotropie weniger häufig auf als bei Kindern mit frühkindlichem Einwärtsschielen.

Paralytisches Schielen:

Beim sogenannten Lähmungsschielen ist einer der Augenmuskeln, die das Auge in unterschiedliche Richtungen bewegen, gelähmt. Es können auch mehrere Augenmuskeln betroffen sein. Der Winkel der Sehachsen ändert sich je nach Blickrichtung und ist in Richtung des gelähmten Muskels am größten. Die Augenmuskellähmung wird meist durch eine Störung der die Augenmuskeln versorgenden Nerven verursacht. So können eine Hirnverletzung oder Tumoren beispielsweise den Schädelinnendruck erhöhen, wodurch wiederum die Augenmuskelnerven eingeengt werden.

Bei Kindern mit paralytischem Schielen ist die Bewegung des betroffenen Auges nur dann beeinträchtigt, wenn sich das Auge in eine bestimmte Richtung zu bewegen versucht. Amblyopie und Doppelbilder können auftreten. Das Doppeltsehen ist immer dann besonders stark ausgeprägt, wenn sich das Auge in die Richtung zu bewegen versucht, die normalerweise durch die jetzt gelähmten Augenmuskeln gesteuert wird.

Paralytisches Schielen lässt sich mit einer Prismabrille behandeln, die das Licht so bricht, dass beide Augen fast dasselbe Bild sehen. Es kann sich mit der Zeit von allein zurückbilden. Möglich ist auch eine operative Korrektur. Wird das paralytische Schielen durch eine andere Störung verursacht (z. B. einen Gehirntumor), die zu einer Nervenschädigung führt, muss diese zugrunde liegende Erkrankung natürlich ebenfalls behandelt werden.

Intermittierende Exotropie:

Bei dieser Form des Auswärtsschielens bewegen sich die Augen nur manchmal (intermittierend) nach außen. Dies geschieht meist, wenn das Kind ferne Gegenstände betrachtet. Die intermittierende Exotropie ist ab dem sechsten Lebensmonat nachweisbar.

Solange die intermittierende Exotropie keine störenden Symptome verursacht wie Doppeltsehen, bedarf sie meist keiner Behandlung. Eine Amblyopie tritt nur selten auf. Bei störenden Symptomen kann eine Brille getragen werden. Verschlechtern sich die Symptome trotz Brille, kann eine Operation hilfreich sein.

Schielen bei Kindern

Schielen bei Kindern

Wenn das rechte und das linke Auge jeweils in unterschiedliche Richtungen schauen, ist das für das Gegenüber oft verwirrend: Man kann dem anderen nicht richtig in die Augen sehen. Diese als „Schielen“ bezeichnete Sehstörung tritt bei vielen Kindern schon sehr früh auf. Sie sollte ernst genommen werden und zu einem Arztbesuch bewegen, denn daraus kann eine ernsthafte Sehbehinderung erwachsen.

Sehen: Jedes Auge trägt seinen Teil bei

  • Die Augen liegen einige Zentimeter auseinander. Dadurch können wir räumlich und dreidimensional sehen.
  • Das rechte und das linke Auge erzeugen gleichzeitig jeweils ein Bild desselben Gegenstands. Diese beiden Bilder verarbeitet das Gehirn zu einem dreidimensionalen Bild. Ohne diesen „Trick“ wäre die Steuerung von Bewegungen, zum Beispiel der gezielte Griff nach einem Gegenstand, deutlich erschwert.
  • Den unterschiedlichen Blickwinkel der beiden Bilder kann jeder für sich ausprobieren, indem er mit den Augen einen Gegenstand fixiert und abwechselnd ein Auge abdeckt: das Bild springt hin und her.

Schielen: Ein Auge liefert ein unbrauchbares Bild

  • Beim Schielen stellt lediglich ein Auge seine Blickrichtung auf den Gegenstand ein, der gerade betrachtet wird.
  • Das schielende Auge blickt anders als vorgesehen und sieht ein Bild, das vom Gehirn nicht mit dem des anderen Auges in Einklang zu bringen ist. Es würden Doppelbilder entstehen. Um dies zu vermeiden, unterdrückt das Gehirn das Bild des einen Auges. Dieses nicht benutzte Auge kann schnell an Sehleistung verlieren, ähnlich einem Muskel, der verkümmert, wenn er nicht in Gebrauch ist.
  • Deswegen ist es sehr wichtig, das Schielen eines Kindes frühzeitig zu erkennen, damit die Behandlung beginnen kann, möglichst schon im ersten Lebensjahr.

Es gibt verschiedene Arten des Schielens

  • Augenärzte (Ophthalmologen) unterscheiden außerdem verschiedene Schiel-Formen, je nachdem, wohin das schielende Auge schaut. Schielen muss nicht allein auf ein Auge beschränkt sein, sondern kann zwischen beiden Augen abwechseln.
  • Nicht jedes Schielen ist sofort erkennbar. Selbst aufmerksamen Eltern kann es entgehen, wenn die Blickrichtung der beiden Augen nur wenig voneinander abweicht (Mikroschielen).
  • Egal welche Art des Schielens vorliegt, es sollte immer ein Augenarzt zu Rate gezogen werden.

Schielt das Kind?

  • Schielen ist nur in den ersten Lebenswochen „normal“, wenn das Baby noch lernen muss, einen Gegenstand mit den Augen zu fixieren. Wenn danach noch ein Auge immer wieder in die falsche Richtung blickt, sollte man mit dem Baby einen Augenarzt aufsuchen.
  • Generell sollten alle Kinder mit spätestens dreieinhalb Jahren zur augenärztlichen Untersuchung. Schielt ein Elternteil oder wurde deswegen schon einmal behandelt, sollte das Kind bereits im Alter von sechs Monaten untersucht werden.
  • Auch wenn bei den meisten Kindern das Schielen nicht besonders deutlich ausgeprägt ist, sollte es aber in jedem Fall behandelt werden.

Wie wird Schielen behandelt?

  • Bei vielen Kindern sind einfache Maßnahmen ausreichend. Wird die Fehlsichtigkeit des schielenden Auges mit einer Brille ausgeglichen, so benutzt das Kind wieder beide Augen, um einen Gegenstand zu fixieren.
  • Zusätzlich kann es notwendig sein, in einem festen Wechselrhythmus die Augen abwechselnd abzukleben, um damit das schwache, schielende Auge zu fördern. Die Augenmuskeln, die die Stellung des Augapfels steuern, können zusätzlich gezielt in der Sehschule trainiert werden. Manchmal muss diese Behandlung bis ins Schulalter fortgeführt werden, um dem Kind eine Sehbehinderung im späteren Leben zu ersparen.
  • Eine Operation reguliert die Augenmuskeln und ist normalerweise erst notwendig, wenn die oben genannten Maßnahmen alleine nicht ausreichen.

Die Eltern sind gefragt: Gefallen an der Brille fördern

  • Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig, dass ein Kind Gefallen an seiner Brille findet und diese gerne trägt. Dies können Eltern unterstützen, indem sie gemeinsam mit ihrem Kind eine passende Brille aussuchen.
  • Auch das lästige Abkleben eines Auges oder Brillenglases kann man dem Kind schmackhaft machen, zum Beispiel auch dem Teddy oder der Puppe das Auge zukleben. Erfahrungsgemäß gewöhnt sich ein Kind schneller an die neuen Umstände, wenn es von Eltern und Erziehern eine positive Rückmeldung und Lob erfährt.

Schielen führt unbehandelt bereits in den ersten Lebensjahren zu einer unumkehrbaren Minderung der Sehleistung auf dem betroffenen Auge. Deswegen sollte die Erkrankung so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Die Unterstützung der Eltern ist unbedingt erforderlich.

Verätzungen und Verletzungen am Auge – Sofortmaßnahmen

Verätzungen und Verletzungen am Auge – Sofortmaßnahmen

Jede Minute zählt – diese Devise gilt bei vielen Augenverletzungen. Dauerhafte Schäden am Auge sind vermeidbar, wenn sofort die richtigen Maßnahmen zur Ersten Hilfe ergriffen werden. Eine Verätzung durch z. B. Säure oder Lauge muss sofort behandelt werden. Auch bei einem Schlag auf das Auge oder bei einer offenen Verletzung ist es nötig, schnell den Notarzt zu rufen.

Verätzung durch Säure oder Lauge

  • Ist ein Auge durch Säure oder Lauge verätzt, ist ein rasches Handeln erforderlich.
  • Als erste Maßnahme ist der Notarzt zu rufen. Hierbei ist auf die Art der Verletzung hinzuweisen. Die zuständige Rettungsleitstelle kann dann die richtigen Maßnahmen einleiten.
  • Bis der Notarzt eintrifft, vergehen kostbare Minuten, in denen sich die Folgen der Verletzung verschlimmern können. Als Folge der Untätigkeit kann sogar eine Erblindung drohen. Sofort eingeleitete Erste-Hilfe-Maßnahmen können dagegen helfen, das Auge vor weiteren Schäden zu bewahren.
  • Bei einer Verätzung muss das Auge sofort ausgespült werden, um die eingedrungene Säure oder Lauge zu verdünnen und wegzuwaschen. Am besten wirkt Leitungswasser. Doch falls kein Wasser greifbar ist, kann man fast jede andere – nicht brennende und ätzende – Flüssigkeit verwenden. Auch beispielsweise Bier oder Limonade eignen sich also als Spülflüssigkeit. Nicht geeignet sind Milch oder milchhaltige Produkte, weil diese das Eindringen der Chemikalie begünstigen und das Auge zusätzlich verkleben können.
  • Der Ersthelfer sollte das Auge mindestens 15 Minuten spülen. Dabei muss das Auge vorsichtig, aber bestimmt mit den Fingern offen gehalten und die Spülflüssigkeit aus einer Flasche oder einem anderen Gefäß über das Auge laufen gelassen werden. Die Spülrichtung geht immer von der Nase zum Ohr, da die Spülflüssigkeit sonst in das andere Auge laufen und auch hier Schaden anrichten könnte. Der Wasserstrahl sollte nicht mit Wucht aufs Auge auftreffen, weil er ansonsten selbst noch zusätzliche Verletzungen anrichten könnte. Der Betroffene sollte während des Spülens nach Möglichkeit in alle Richtungen blicken, d. h. den Augapfel bewegen, damit die Spülflüssigkeit alle Bereiche des Auges erreicht. Ist eine Dusche in der Nähe, kann man das Auge auch abduschen. Dies ist häufig die einfachere Möglichkeit. Allerdings sollte sich der Verunglückte nicht erst ausziehen, sondern unverzüglich mit der Spülung beginnen. Der Notarzt wird den Patienten zum nächsten Augenarzt oder in eine Augenklinik bringen, damit er dort weiterbehandelt werden kann.

Prellung des Auges

  • Typische Verletzungen, die zu einer Prellung des Auges führen können, sind der Squash-, Golf- oder Tennisball, der Sektkorken oder Schläger, der buchstäblich „ins Auge geht“.
  • Noch am gleichen Tag sollte man zum Augenarzt gehen:
    • wenn sich das Sehen verschlechtert
    • wenn Doppelbilder auftreten
    • wenn das Auge blutunterlaufen ist
    • wenn sich die Augenlider blau färben
    • wenn lediglich der Verdacht auf eine Augenprellung besteht, auch ohne die genannten Beschwerden
  • Die Skala der möglichen Verletzungen reicht hier von einem Bluterguss, dem sprichwörtlichen blauen Auge, bis zu einem Bruch der knöchernen Augenhöhle.

Soforthilfe bei kleinen Dingen im Auge

  • Bei kleineren Fremdkörpern wie beispielsweise einem Insekt reibt man bei geschlossenem Auge von außen oben nach innen unten über das Lid, bis man den Fremdkörper mit dem Finger aus dem inneren Augenwinkel entfernen kann. Steckt der Fremdkörper unter dem Unterlid, reibt man entsprechend von außen unten nach oben in Richtung Nasenwurzel. Bleibt das Auge gerötet und schmerzt es weiterhin, sollte man auch bei einem kleinen Fremdkörper zum Augenarzt gehen.

Fremdkörper im Auge

  • Dringt ein Fremdkörper ins Auge ein, sodass er eine offene Wunde verursacht, ist sofortiges Handeln nötig. Ein Fremdkörper, der noch im Auge steckt, darf nicht herausgezogen werden, sondern muss stecken gelassen werden. Blutet die Verletzung, sollte das Auge mit einer sterilen Kompresse abgedeckt werden. Anschließend bringt man den Betroffenen unverzüglich in eine Augenklinik, damit er dort falls notwendig operiert werden kann. Der Betroffene sollte zuvor nichts mehr essen und trinken, weil er für die Operation möglicherweise eine Narkose bekommt.

Der wichtigste und eiligste Notfall am Auge ist die Verätzung mit Lauge oder Säure. Nur durch sofortiges, ausdauerndes Spülen des Auges kann man eine drohende Erblindung verhindern.

Was macht eine Sehschule?

Was macht eine Sehschule?

Eine Sehschule ist meist eine spezielle Abteilung einer Augenklinik. Es gibt sie jedoch auch in Augenarztpraxen. Hier behandeln sogenannte Orthoptisten gemeinsam mit Augenärzten Patienten, die an einer Augenbewegungsstörung wie Schielen oder Augenzittern, einer Sehschwäche oder einer damit zusammenhängenden Augenerkrankung leiden.

Was ist die Aufgabe einer Sehschule?

  • In einer Sehschule werden Patienten jeden Alters behandelt. Neben der eigentlichen Behandlung gehören zu den Aufgabenbereichen einer Sehschule auch die Vorbeugung, Diagnostik und Rehabilitation von Augenerkrankungen.
  • Sehschulen heißen häufig auch Orthoptik, orthoptische Abteilung oder Abteilung für Strabologie/Strabismologie und Neuroophthalmologie.

Was ist die Aufgabe des Augenarztes, was die der Orthoptisten?

  • Augenarzt und Orthoptist haben verschiedene Aufgabenfelder, arbeiten aber in einer Sehschule immer eng zusammen. Der Augenarzt untersucht das Auge komplett und beschäftigt sich mit allen auftretenden Augenerkrankungen und deren Therapie.
  • Orthoptist ist ein medizinischer Fachberuf, der spezielle Kenntnisse über Augenbewegungen und visuelle Wahrnehmung voraussetzt. Typische Krankheitsbilder, die in einer Sehschule durch Orthoptisten untersucht und behandelt werden, sind:
    • Schiel-Erkrankungen: ständige oder wiederkehrende Fehlstellung eines Auges, Blickrichtung beider Augen weicht voneinander ab
    • Augenzittern
    • Augenbewegungsstörungen
    • Sehschwäche

Die orthoptische Untersuchung in der Sehschule

  • Zu einer Untersuchung der Augen durch den Orthoptisten gehören eine ausführliche Befragung des Patienten zu seinen Beschwerden sowie die Prüfung des Sehvermögens in der Nähe und der Ferne. Ein Orthoptist beurteilt die Zusammenarbeit beider Augen und deren Beweglichkeit sowie eine mögliche Schielstellung, misst den Schielwinkel und führt die für eine Schieloperation notwendigen Voruntersuchungen durch. Daneben prüft er das Farbensehen, das Kontrastsehen sowie den Beleuchtungsbedarf.
  • Zur Früherkennung von Sehrstörungen werden Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter vorbeugend untersucht.
  • Immer öfter werden Sehstörungen diagnostiziert und behandelt, deren Ursachen man zunächst gar nicht dem Sehen zuordnet. Beispiele hierfür sind Beschwerden bei der Bildschirmarbeit, Wahrnehmungsstörungen, Lese-Recht-Schreibschwächen, Legasthenie

Die orthoptische Therapie und Rehabilitation in der Sehschule

  • Ein wichtiger Aufgabenbereich der Sehschule ist die Behandlung von Schielerkrankungen bei Kindern. Wird eine solche Behandlung nicht rechtzeitig durchgeführt, kann daraus die bleibende Schwachsichtigkeit eines Auges resultieren. In der Sehschule wird ein genauer Therapieplan erarbeitet, nachdem das gut sehende Auge mit einem Pflaster stundenweise abgeklebt wird. So kann häufig die volle Sehschärfe auf beiden Augen und eine Behebung des Schielens erreicht werden.
  • Aber auch Erwachsene werden in der Sehschule behandelt. Dies kann beispielsweise der Fall bei Augenbewegungsstörungen nach einem Unfall, Tumor oder Schlaganfall sein. Bei Beschwerden aufgrund eines versteckten Schielens hilft die Sehschule durch ein darauf abgestimmtes Sehtraining.
  • Daneben wird Erwachsenen mit einer bleibenden Sehbehinderung gezeigt, wie sie mit ihrem Restsehvermögen im Alltag am besten umgehen können. Dazu gehört das Anpassen vergrößernder Sehhilfen (Brille, Lupenbrille, Fernrohr usw.), das Einüben bestimmter Strategien, um die Lesefähigkeit zu erhalten und die Orientierungsfähigkeit zu stärken sowie computergestütztes Schreibtraining und anderes.

Eine Sehschule ist eine spezialisierte Abteilung an einer Augenklinik oder beim Augenarzt, in der Patienten mit Schiel-Erkrankungen, Sehschwäche oder Augenbewegungsstörungen untersucht und behandelt werden.

Laser Operation

Laser Operation

Zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Lasik und Photorefraktäre Keratektomie sind dabei sehr häufig eingesetzte Verfahren.

LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis):

LASIK ist das häufigste chirurgische Verfahren zur Korrektur von Brechungsfehlern (refraktive Chirurgie). Mit ihm werden Kurz-, Weitsichtigkeit und Astigmatismus behandelt. Bei diesem Verfahren wird mit einem so genannten Mikrokeratom eine sehr dünne Lamelle aus dem Zentrum der Hornhaut herausgeschnitten. Mit einem Excimer-Laser wird das Hornhautgewebe unter der Lamelle bearbeitet. Anschließend wird die Lamelle wieder an ihren Platz im Auge eingesetzt und verheilt in wenigen Tagen. LASIK ruft während und nach dem Eingriff kaum Beschwerden hervor. Das Sehvermögen bessert sich rasch, die meisten Patienten können ein bis drei Tage nach dem Eingriff wieder arbeiten. Für Menschen, die unter Beschwerden leiden, die einen refraktiven chirurgischen Eingriff ausschließen, und für solche, die eine dünne Hornhaut oder ein lockeres Hornhautepithel und große Pupillen haben, ist LASIK unter Umständen nicht geeignet.

Photorefraktäre Keratektomie (PRK):

Auch bei diesem laserchirurgischen Verfahren wird die Hornhaut neu geformt. Mit dieser Methode werden vornehmlich mittelschwere Kurzsichtigkeit, leichter Astigmatismus und Weitsichtigkeit korrigiert. Bei der photorefraktären Keratektomie werden mit computergesteuerter Laserstrahlung winzige Hornhautbereiche entfernt und auf diese Weise die Form der Hornhaut verändert. Dadurch wird das Licht stärker auf die Netzhaut fokussiert und die Sehschärfe verbessert. Die Hornhautbehandlung dauert pro Auge gewöhnlich nicht einmal eine Minute. Die PRK ist schmerzhafter als LASIK und erfordert eine längere Genesungszeit. Sie kann aber auch bei Patienten durchgeführt werden, für die LASIK ungeeignet ist, z. B. solche mit einem lockeren Hornhautepithel oder einer dünnen Hornhaut.

Stand 08.2010

Allergische Reaktionen am Auge

Allergische Reaktionen am Auge

Besonders im Frühjahr, wenn die ersten Pollen fliegen, leiden viele Allergiker häufiger an Bindehautentzündung. Dabei können die Augen jucken und brennen. Diese allergische Form der Bindehautentzündung lässt sich gut behandeln.

Mögliche Symptome

  • Bei der allergischen Bindehautentzündung jucken die Augen, sind rot und geschwollen. Aus den Tränendrüsen läuft Flüssigkeit. Die Augen sind sehr lichtempfindlich, das Sehvermögen ist jedoch nicht eingeschränkt. In der Regel sind beide Augen betroffen.
  • Meist reagiert außer den Augen auch die Nase: Niesen, Nasenlaufen und geschwollene Schleimhäute sind die Folge. In schwereren Fällen kann es auch zu Atemnot kommen.

Verschiedene Auslöser

  • Das Abwehrsystem des menschlichen Körpers erkennt körperfremde Stoffe, die dem Organismus gefährlich werden können, und macht sie unschädlich. Bei Krankheitserregern und anderen Schadstoffen ist dies sehr sinnvoll.
  • Manchmal bekämpft das Abwehrsystem jedoch Substanzen, die dem Körper eigentlich gar nicht schaden, beispielsweise Tierhaare oder Blütenpollen. In diesem Fall spricht man von einer Allergie. Bei wiederholtem Kontakt mit diesen Stoffen reagiert das Abwehrsystem zu heftig. Ein Entzündungsprozess wird ausgelöst, der die beschriebenen unangenehmen Erscheinungen hervorruft.
  • Am Auge können viele verschiedene Stoffe zu einer allergischen Reaktion führen. Zu den häufigsten gehören:
    • Blütenpollen, z. B. beim Heuschnupfen
    • Hausstaubmilben
    • Tierhaare
  • Seltener zu einer Allergie führen:
    • Arzneistoffe, z. B. Antibiotika in Augentropfen
    • Konservierungsstoffe in Augentropfen
    • Kosmetika
    • Modeschmuck

Ursachenforschung

  • Die Diagnose „allergische Bindehautentzündung“ ist meist rasch gestellt, eine genaue Befragung des Patienten und eine Untersuchung der Augen reichen dazu aus. Nun heißt es, die Ursache herauszufinden. Hier stehen Fragen nach dem Auftreten der Beschwerden, nach Beruf, Freizeitaktivitäten, Haustieren u. a. im Vordergrund.
  • Um den Allergieauslöser herauszufinden, kann auch ein sogenannter Provokationstest durchgeführt werden. Hierfür bringt der Arzt winzige Mengen der in Frage kommenden Stoffe in die Haut ein oder auf sie auf. Kommt es an den entsprechenden Stellen zu Juckreiz und Rötung und bildet sich eine kleine Quaddel, ist der Allergieauslöser entdeckt. Im Zweifelsfall kann die verdächtige Substanz auch ins Auge getropft werden. Die Suche war erfolgreich, wenn sich das Auge rötet und Tränen absondert.

Welche Therapie hilft?

  • Am wichtigsten ist es, den Allergieauslöser zu meiden, damit die Augen gar nicht erst gereizt werden. Das ist leider nicht immer möglich. In diesen Fällen kann der Arzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben:
    • Künstliche Tränen spülen das Auge und verringern so die Menge der Reizstoffe auf der Bindehaut.
    • Antihistaminika stabilisieren das Abwehrsystem und verhindern, dass es überreagiert.
    • Bei starken und hartnäckigen Beschwerden kann man über einen kurzen Zeitraum Kortikoide (Kortison) als Augentropfen oder -salbe anwenden.

Was kann man selber tun?

  • Um die Beschwerden zu lindern, sollte man den Kontakt zu den Allergieauslösern so gering wie möglich halten. Dazu tragen einige Verhaltensmaßnahmen bei:
    • die Augen nicht reiben, denn dadurch werden Beschwerden verschlimmert
    • häufig Hände und Gesicht waschen, um möglichst viel von den allergieauslösenden Substanzen zu entfernen
    • bei Pollenallergie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen lassen, denn davon können sich Pollen ablösen
    • bei Pollenallergie abends die Haare waschen, um darin haftende Pollen nicht auf dem Kopfkissen zu verteilen
    • spezielle Seife, Hautpflegemittel und Kosmetika verwenden

Die beste Therapie bei allergischen Reaktionen am Auge besteht darin, den Kontakt mit den allergieauslösenden Stoffen zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, kann der Arzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben.

Kinder und Brillen

Kinder und Brillen

Etwa jedes fünfte Kind braucht eine Brille. Doch oft bemerken die Eltern den Sehfehler ihres Kindes nicht. Denn die Kleinen halten ihr individuelles Sehen für normal – sie wissen es ja noch nicht besser – und klagen nicht darüber. Ob und in welchem Ausmaß ein Kind fehlsichtig ist, sollten Eltern deshalb frühzeitig von einem Augenarzt überprüfen lassen.

Richtiges Sehen will gelernt sein

  • Ein Kind lernt sehen, wie es laufen lernt: durch permanentes Üben. Allerdings ist der Zeitraum für diesen Lernprozess begrenzt. Damit sich das Sehvermögen gesund entwickeln kann, müssen Sehfehler unbedingt so früh wie möglich ausgeglichen werden. Ist zum Beispiel die Brechkraft, also die Sehstärke beider Augen sehr unterschiedlich oder schielt das Kind, hilft sich das Gehirn mit einem Trick: Es blendet den Seheindruck des schwächeren Auges aus, das Kind „lernt“ also, mit nur einem Auge zu sehen. Langfristig gesehen droht so eine einseitige Sehschwäche, die nicht mehr rückgängig zu machen ist. Es wird deshalb geraten, alle Kinder spätestens im Alter von zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren augenärztlich untersuchen zu lassen. Wenn ein oder gar beide Elternteile fehlsichtig sind, sollten die Babys schon mit sechs bis neun Monaten zum Augen-Check.

Wie entsteht Fehlsichtigkeit?

  • Kein Auge ist wie das andere. Weicht ein Auge von der Idealform ab, kann der Augapfel zu kurz sein. Das Kind ist dann weitsichtig, sieht also in der Nähe schlecht. Ist der Augapfel dagegen zu lang geraten, ist das Kind kurzsichtig, hat also eher Mühe, in der Ferne scharf zu sehen. Wenn die Wölbung der Hornhaut etwas stärker gekrümmt ist als normal, spricht der Arzt von einer Hornhautverkrümmung. Solche Fehlsichtigkeiten lassen sich in der Regel gut mit einer Brille korrigieren.

Woran erkennen Eltern, dass ihr Kind schlecht sieht?

  • Unsicherheiten beim Laufen über unebene Böden oder unfreiwilliges Anstoßen an Türrahmen können erste Hinweise auf einen Sehfehler sein, den der Arzt abklären sollte. Spätestens, wenn ein Kind mit unkorrigiertem Sehfehler in die Schule kommt, können massive Probleme auftauchen. So muss es sich beispielsweise beim Lesen viel stärker konzentrieren, liest „mit der Nase“, hält den Kopf schief, blinzelt angestrengt oder greift auch mal an Gegenständen vorbei. Ein schlecht sehendes Kind kann Buchstaben und Zahlen nicht richtig erkennen, gibt sie falsch wieder oder verwechselt sie.

Der Besuch beim Augenarzt

  • Um den Grad der Fehlsichtigkeit feststellen zu können, muss der Arzt die Anspannung der inneren Augenmuskulatur vorübergehend lösen. Dazu träufelt er dem Kind spezielle Tropfen ins Auge. So verliert das Auge für eine Weile die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen. Das ist für das Kind zwar etwas lästig, tut aber nicht weh. Die Wirkung der Tropfen lässt nach einigen Stunden nach und das Kind kann wieder wie gewohnt sehen.

Die richtige Brille

  • Wenn der Arzt eine Brille verschreibt, müssen Eltern manchmal erst einmal Überzeugungsarbeit leisten, um das Kind für die neue Sehhilfe zu gewinnen. Eine Kinderbrille soll schön, stabil und robust sein sowie gut sitzen. Ideal sind leichte Gestelle, die keine Druckstellen verursachen. Weiche elastische Ohrbügel geben der Brille genügend Halt. Auch sollte sich das Kind die Brille selbst aussuchen dürfen. Und: Geht die Brille einmal zu Bruch, ist es ratsam, das Kind nicht zu schimpfen, sondern die Tatsache eher zu bedauern. Dann begreift das Kind den Wert seiner Brille und kann sich auf neue Augengläser freuen. Für Kinder gibt es Brillen aus besonders robusten und unempfindlichen Materialien. Hierzu sollte man sich beraten lassen.
  • Für die Untersuchung beim Augenarzt ist es nie zu früh. Schon Säuglinge können problemlos eine Brille tragen.
  • Lassen Sie den Sehfehler bzw. die Brille Ihres Kindes regelmäßig vom Augenarzt überprüfen.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind eine positive Einstellung zur Brille, damit es sie gerne trägt.

Was ist Weitsichtigkeit (Hyperopie)?

Was ist Weitsichtigkeit (Hyperopie)?

Bei manchen Menschen ist der Augapfel zu kurz für die Brechkraft des optischen Apparats, sodass die Lichtstrahlen erst hinter der Netzhaut fokussiert werden (Weitsichtigkeit, Hyperopie). Weitsichtigen fällt es dadurch schwer, nahe Objekte klar zu erkennen.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Normalerweise brechen Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen und bündeln (fokussieren) sie auf der Netzhaut. Wenn ein Brechungsfehler vorliegt, gelingt es Hornhaut und Linse nicht, die Lichtstrahlen auf der Netzhaut zu bündeln. Solche Brechungsfehler lassen sich mit Brille bzw. Kontaktlinsen korrigieren.

Was ist Alterssichtigkeit (Presbyopie)?

Was ist Alterssichtigkeit (Presbyopie)?

Ab der Lebensmitte verliert die Linse zunehmend an Elastizität und rundet sich nicht mehr so stark ab. Dann kann sie sich nicht mehr so gut auf nahe Gegenstände einstellen. Dieser Vorgang bedingt die sogenannte Alterssichtigkeit (Presbyopie). Mit einer Lesebrille lässt sich diese Fehlsichtigkeit ausgleichen.

Im Alter verfärbt sich die Lederhaut (das »Weiße« im Auge) unter Umständen gelblich oder bräunlich, da sie viele Jahre lang ultravioletter Strahlung, Wind und Staubpartikeln ausgesetzt war. Besonders bei Menschen mit dunklem Teint bilden sich auch zufällig verteilte Pigmentflecken. Eine bläuliche Verfärbung deutet auf ein Dünnerwerden der Lederhaut hin.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Schleimzellen in der Bindehaut ab. Meist wird auch weniger Tränenflüssigkeit produziert, sodass ältere Menschen häufiger unter trockenen Augen leiden.

Mit Arcus senilis (Arcus lipoides corneae) bezeichnet man eine ringförmige weißlichgraue Trübung des Hornhautrandes, die auf abgelagerten Kalzium- und Cholesterinsalzen beruht. Sie kommt bei Über-60-Jährigen häufig vor, beeinträchtigt die Sehfähigkeit aber nicht.

Einige Erkrankungen der Netzhaut treten im höheren Lebensalter häufiger auf, z. B. Makuladegeneration, diabetische Retinopathie und Netzhautablösung. Auch grauer Star (Linsentrübung) und Augentrockenheit nehmen zu.

Mit zunehmendem Alter verlieren die Muskeln, die die Lider schließen, an Kraft. Zusammen mit einer altersbedingten Erschlaffung der Lider führt dies manchmal dazu, dass sich das Unterlid nach außen stülpt (Ektropium senilis). Bei manchen älteren Menschen geht das Fettgewebe rund um die Augenhöhle zurück, sodass der Augapfel tiefer in die Augenhöhle sinkt.

Die Muskeln, die die Pupillenweite kontrollieren, werden mit zunehmendem Alter schwächer. Die Pupille wird kleiner, reagiert träger auf Licht und erweitert sich bei Dunkelheit langsamer. Daher empfinden Über-60-Jährige unter Umständen Objekte als nicht so hell, fühlen sich nachts durch entgegenkommende Autos geblendet und haben Schwierigkeiten beim Wechsel von einer gut beleuchteten in eine dunklere Umgebung. Diese Veränderungen können in Verbindung mit einem grauen Star besonders hinderlich sein.

Im Alter verändert sich die Augenfunktion noch weiter. Trotz Brille geht die Sehschärfe zurück. Die Lichtmenge, die die Netzhaut erreicht, verringert sich, sodass ältere Menschen, um genügend zu sehen, eine stärkere Beleuchtung und einen größeren Kontrast zwischen Objekt und Hintergrund benötigen. Auch Farbwahrnehmung und Tiefenschärfe lassen nach. Ältere Menschen neigen ferner verstärkt zum »Mückensehen« (Mouches volantes, französisch für »fliegende Mücken«): Dabei handelt es sich um schwarze Flecken, die im Gesichtsfeld zu treiben scheinen; sie mindern das Sehvermögen jedoch nicht.

Was ist Kurzsichtigkeit?

Was ist Kurzsichtigkeit?

Normalerweise erzeugt das Auge scharfe Bilder, da Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen brechen, um sie auf der Netzhaut zu bündeln. Die Form der Hornhaut ist vorgegeben, die Linse hingegen kann ihre Form verändern, um Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung auf der Netzhaut scharf zu stellen (zu fokussieren). Wenn der Augapfel für die Brechkraft des optischen Apparats zu lang ist, werden die Strahlen vor der Netzhaut gebündelt statt auf ihr, und die Betroffenen haben Schwierigkeiten, nahe Objekte scharf zu sehen (Kurzsichtigkeit, Myopie).

Menschen mit einem Brechungsfehler sehen verschwommen. Einem kurzsichtigen Kind kann dann z. B. in der Schule das Lesen an der Tafel schwer fallen. Es ist sinnvoll, seine Augen regelmäßig untersuchen zu lassen. Im Rahmen dieser augenärztlichen Untersuchung wird die Sehschärfe anhand von Sehprobentafeln in Bezug auf die normale Sehschärfe bestimmt. Darüber hinaus werden üblicherweise auch Aspekte geprüft, die nichts mit Brechungsfehlern zu tun haben; so werden beispielsweise Gesichtsfeld und Augenbewegungen getestet. Die Augen werden zunächst getrennt, dann gemeinsam untersucht.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Normalerweise brechen Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen und bündeln (fokussieren) sie auf der Netzhaut. Wenn ein Brechungsfehler vorliegt, gelingt es Hornhaut und Linse nicht, die Lichtstrahlen auf der Netzhaut zu bündeln. Solche Brechungsfehler lassen sich mit Brille bzw. Kontaktlinsen korrigieren.

Optikusneuropathie

Optikusneuropathie

Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen. Eine häufige Ursache für eine Sehnervenschädigung ist ein Hypophysentumor, der auf den Nerv drückt.

Unter Optikusneuropathie versteht man eine Schädigung des Sehnerven aufgrund einer Blockade seiner Blutversorgung, von Mangelernährung oder Giften.

Wenn die Blutversorgung des Teils des Sehnerven, der im Auge liegt, unterbrochen ist, kann das seine Funktion stören, und es können Sehnervenzellen absterben (ischämische Optikusneuropathie). Diese Erkrankung tritt in zwei Formen auf: nichtarteriitisch und arteriitisch.

Die nichtarteriitische ischämische Optikusneuropathie betrifft gewöhnlich Über Fünfzigjährige. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose. Selten entwickelt sich die Erkrankung bei jüngeren Menschen mit schwerer Migräne. Die arteriitische ischämische Optikusneuropathie kommt gewöhnlich bei Über-Siebzigjährigen vor. Die Blutversorgung des Sehnerven ist aufgrund einer Arterienentzündung (Arteriitis) blockiert, meist handelt es sich dabei um eine Entzündung der Schläfenarterie (Arteriitis temporalis).

Der Sehnerv kann auch durch Kontakt mit giftigen chemischen Substanzen geschädigt werden,  z. B. Blei, Methanol, Glykol (Frostschutzmittel), Giftstoffe im Tabakrauch und Arsen. Diese Form wird als Intoxikationsamblyopie bezeichnet. Eine Neuropathie des Sehnerven kann auch auf einer Mangelernährung beruhen, speziell durch einen Mangel an Vitamin B12. Dieser Sehnervenschaden kommt meist bei Alkoholkranken vor, bei denen jedoch weniger der Alkohol, als eher eine Fehl- bzw. Unterernährung die Ursache ist. In seltenen Fällen können auch Arzneimittel, wie Chloramphenicol, Isoniazid, Ethambutol und Digoxin, einen solchen Sehnervenschaden verursachen.

Ein Sehverlust kann innerhalb von Minuten bis Stunden eintreten oder sich allmählich über zwei bis sieben Tage entwickeln. Je nach Ursache sind ein Auge oder beide Augen betroffen, wobei das Sehvermögen von fast normal bis zur vollständigen Erblindung reichen kann. Geht die Sehnervenschädigung auf eine Vergiftung oder Mangelernährung zurück, sind in der Regel beide Augen betroffen. Kleine blinde Flecken im Zentrum des Gesichtsfelds vergrößern sich langsam und können bis zum vollständigen Erblinden weiterwachsen.

Rund 40 Prozent der Menschen erleben irgendwann eine spontane Besserung. Dabei sind wiederholte Anfälle auf ein und demselbem Auge außerordentlich selten. Schätzungen zufolge erkrankt das andere Auge in einem Zeitraum von fünf Jahren bei zehn bis 34 Prozent der Betroffenen.

Für die Diagnose wird der Hintergrund beider Augen mit einem Ophthalmoskop untersucht. Um die Ursache zu klären, bedarf es einer sorgfältigen Aufnahme der Krankengeschichte (Anamnese), um herauszufinden, ob der Betroffene mit giftigen Substanzen in Kontakt gekommen ist oder einen der bekannten Risikofaktoren aufweist. Besteht Verdacht auf Arteriitis temporalis, lässt sich die Diagnose anhand von Bluttests und einer Gewebeuntersuchung der Schläfenarterie erhärten.

Bei Menschen mit nichtarteriitischer ischämischer Optikusneuropathie werden Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinspiegel und andere Faktoren kontrolliert, die die Durchblutung des Sehnerven beeinflussen können. Bei Menschen mit arteriitischer ischämischer Optikusneuropathie aufgrund einer Arteriitis temporalis werden hohe Kortisondosen verabreicht, um einem Sehverlust im zweiten Auge vorzubeugen, der ohne Behandlung bei 25 bis 50 Prozent der Betroffenen innerhalb von Tagen bis Wochen eintritt.

Menschen mit einer Optikusneuropathie, die vom Kontakt mit giftigen Substanzen herrührt, sollten Tabak und Alkohol bzw. die jeweils krankheitsauslösende Substanz meiden. Ist Alkohol an der Entwicklung der Störung beteiligt, sollte sich der Patient ausgewogen ernähren und die fehlenden Vitamine eventuell einnehmen. Bei einer Bleivergiftung kann der Arzt eine Entgiftung mit einem Chelatbildner durchführen.

Ist der Sehnervenschaden durch Unter- oder Fehlernährung entstanden, muss der Mangel behoben werden. Ist die Ursache ein Vitamin-B12-Mangel, muss das Vitamin gespritzt werden. Weist der Sehnerv noch keine Anzeichen einer Rückbildung (Atrophie) auf, darf man erwarten, dass ein Teil des verlorenen Sehvermögens wiederkehrt.

Einige Muster, die bei Sehverlust auftreten können

Je nachdem, wo in der Sehbahn der Schaden liegt, variieren die Art und Weise des Sehverlusts.

Liegt die Sehnervenschädigung beispielsweise zwischen dem Augapfel und der Sehnervenkreuzung, kann der Betroffene auf nur diesem Auge erblinden. Ist die Sehnervenkreuzung geschädigt, verlieren beide Augen einen Teil ihrer Sehkraft – das rechte Auge verliert Sehkraft im rechten Teil seines Gesichtsfelds, das linke Auge im linken Teil.

Liegt die Störung im hinteren Abschnitt der Sehbahn, geht die Hälfte des Gesichtsfeldes, jetzt allerdings beider Augen, verloren. Man spricht von einer Halbseitenblindheit (Hemianopsie). Ist z. B. die linke Seite des Gehirns geschädigt, verlieren beide Augen die rechte Hälfte ihres Gesichtsfelds. Ursache für eine Halbseitenblindheit sind häufig ein Schlaganfall, Blutungen und Tumoren.

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

Stauungspapille

Stauungspapille

Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen.

Bei einer Stauungspapille (Papillenödem) ist das Gewebe an der Stelle, wo der Sehnerv in das Auge übertritt, geschwollen. Grund ist meist ein erhöhter Schädelinnendruck. Dies kann das einzige Anzeichen einer sich entwickelnden Erkrankung im Bereich des Gehirns sein.

Eine Stauungspapille tritt fast immer beidseitig auf. Sie kann durch einen Gehirntumor oder -abszess, Kopfverletzungen, Gehirnblutungen, Hirn- oder Hirnhautentzündungen, Pseudotumor cerebri oder starken Bluthochdruck verursacht werden. Auch schwere Lungenerkrankungen können den Schädelinnendruck erhöhen und zu einer Stauungspapille führen.

Die Stauungspapille kann zunächst Kopfschmerzen ohne Sehbeeinträchtigung verursachen. Typische Symptome sind vorübergehende Beeinträchtigungen wie Schleiersehen oder vollkommener Sehverlust, die nur Sekunden dauern; sie treten häufig dann auf, wenn der Betroffene aufsteht oder sich hinlegt.

Zur Diagnose dient ein Ophthalmoskop. Manchmal ist auch eine Computer- (CT) oder Kernspintomographie (NMR) hilfreich, insbesondere, um die Ursache für die Stauungspapille zu finden. Im Rahmen einer Lumbalpunktion (Punktion des Rückenmarkkanals im Lendenwirbelbereich) lässt sich der Druck der Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit (Liquor) messen. Eine Liquorprobe kann auf Anzeichen für einen Hirntumor und eine Infektion untersucht werden.

Wenn der hohe Liquordruck auf einen Hirntumor zurückgeht, wird gewöhnlich Kortison verabreicht. Entfernen lässt sich ein Tumor jedoch nur operativ. Andere Behandlungsmethoden hängen von der jeweiligen Ursache der Stauungspapille ab. So wird ein Hirnabszess entleert und es werden Antibiotika verabreicht, ein hoher Blutdruck wird medikamentös gesenkt, und eine bakterielle Infektion wird mit Antibiotika bekämpft.

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

Was ist Stabsichtigkeit (Astigmatismus)?

Was ist Stabsichtigkeit (Astigmatismus)?

Unter Astigmatismus oder Stabsichtigkeit versteht man eine unregelmäßige Krümmung der Hornhaut oder Linse, die dazu führt, dass parallel einfallende Strahlen nicht in einem Brennpunkt vereinigt werden.

Beispielsweise kann es sein, dass die in der Vertikalebene einfallenden parallelen Strahlen in einem Brennpunkt vereinigt werden, nicht jedoch die in der Horizontalebene oder umgekehrt. Das Problem kann in jeder beliebigen Ebene auftreten und ist oft bei jedem Auge anders ausgeprägt. Eine Person mit Astigmatismus (jedes Auge sollte separat getestet werden) sieht meist bestimmte Linien deutlicher als andere. Astigmatismus lässt sich mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren; er tritt oft gemeinsam mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auf. Das folgende Diagramm zeigt ein Standardbild, wie es zum Testen eines Einzelauges auf Astigmatismus verwendet wird.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Astigmatismus kann allein auftreten oder zusammen mit einem der anderen Brechungsfehler.

Wozu braucht man Kontaktlinsen?

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Für manche Menschen bietet das Sehen mit Kontaktlinsen optische Vorteile. Kontaktlinsen erfordern jedoch eine intensive und zuverlässige Pflege, und sie können in seltenen Fällen das Auge schädigen. Ältere Menschen und solche mit Gelenkbeschwerden können zudem Probleme mit Handhabung und Pflege haben. Bei manchen Menschen können Kontaktlinsen die Sehfähigkeit nicht so gut korrigieren wie eine Brille, bei anderen hingegen gelingt es besser. So lässt sich mit torisch geschliffenen Linsen Astigmatismus korrigieren.

Formstabile (»harte«) Kontaktlinsen sind dünne Schalen aus Kunststoff. Das Material vieler Produkte ist aufgrund eines Anteils an Silikonverbindungen gasdurchlässig und garantiert so eine gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Mit Stabillinsen lassen sich Unregelmäßigkeiten der Hornhaut korrigieren (Astigmatismus).

Wer zum ersten Mal formstabile Kontaktlinsen trägt, braucht eine Eingewöhnungszeit von einigen Tagen, bis sie über einen längeren Zeitraum komfortabel getragen werden können. Während dieser Zeit wird die Tragedauer der Linsen täglich erhöht. Zu Anfang sind die Linsen zwar im Auge spürbar, doch sie dürfen zu keinem Zeitpunkt Schmerzen bereiten. Schmerzen sind ein Zeichen für eine schlecht sitzende Kontaktlinse.

»Weiche« Kontaktlinsen sind größer und bedecken die ganze Hornhaut. Auch Sie ermöglichen eine gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut.

Weil Weichlinsen so groß sind, ist die Gefahr gering, dass sie von selbst aus dem Auge fallen. Fremdkörper wie Staubpartikel geraten nicht so schnell unter die Linse. Viele Menschen bevorzugen Weichlinsen auch deshalb, weil sie kaum eine Eingewöhnungszeit erfordern. Dafür sind sie aber ausgesprochen pflegeintensiv.

Üblicherweise müssen Kontaktlinsen jeden Tag herausgenommen und gereinigt werden; manche erfordern darüber hinaus eine wöchentliche Behandlung mit einem Enzymreiniger. Tageslinsen (»Einmallinsen«) hingegen brauchen nicht gereinigt zu werden, da sie am Ende des Tages weggeworfen und am nächsten Tag durch neue ersetzt werden. Bei einem anderen Tragekonzept werden die Linsen ein bis vier Wochen lang benutzt, dabei aber auch täglich gereinigt. Einige Kontaktlinsen sind darauf ausgerichtet, dass man sie beim Schlafen im Auge lassen kann. Die meisten können bis zu sieben Tagen an Ort und Stelle verbleiben, eine Neuentwicklung aus Silikon-Hydrogel sogar 30 Tage lang.

Das Tragen von Kontaktlinsen gleich welcher Art birgt die Gefahr ernster und schmerzhafter Komplikationen. Dazu gehören infektiöse Hornhautgeschwüre, die die Sehfähigkeit gefährden können. Diese Risiken lassen sich mindern, indem man die Pflege- und Kontrollanweisungen des Anpassers einhält.

Das Risiko ernsthafter Infektionen nimmt beim Schwimmen mit Kontaktlinsen zu, aber auch dann, wenn jemand selbst gemachte Salzlösungen, Leitungswasser oder destilliertes Wasser zum Abspülen verwendet oder die Linsen ableckt. Kontaktlinsen dürfen zudem nicht über Nacht getragen werden – es sei denn, es liegen spezielle Gründe vor –, weil dies das Infektionsrisiko ebenfalls erhöht. Wenn Beschwerden auftreten, sich der Tränenfluss verstärkt, die Sehfähigkeit verändert oder die Augen röten, sollten die Linsen unverzüglich herausgenommen werden. Klingen die Symptome nicht bald ab, sollte der Augenarzt aufgesucht werden.

Sehnervenentzündung

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Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen. Eine häufige Ursache für eine Sehnervenschädigung ist ein Hypophysentumor, der auf den Nerv drückt.
Bei einer Sehnervenentzündung (Optikusneuritis) ist der Sehnerv irgendwo längs seines Verlaufs entzündet.

Eine solche Entzündung kann viele Ursachen haben, z. B. eine Virusinfektion (besonders bei Kindern) Impfung, Hirnhautentzündung, Syphilis, Autoimmunerkrankungen, wie multiple Sklerose, und Entzündungen im Auge, wie Uveitis. Oft ist die Ursache aber nicht auszumachen.

Eine Sehnervenentzündung tritt zwar meist einseitig auf, doch sie kann auch beide Augen befallen. Sie äußert sich in einer Sehverschlechterung, die innerhalb von ein bis zwei Tagen von einem kleinen blinden Fleck bis zur völligen Erblindung fortschreiten kann. In manchen Fällen treten Schmerzen beim Bewegen der Augen auf. Je nach Ursache verbessert sich das Sehvermögen zunächst wieder, verschlechtert sich später aber erneut.

Für die Diagnose wird getestet, ob die Pupillen normal auf Licht reagieren. Der Augenhintergrund wird mit einem Ophthalmoskop untersucht, um festzustellen, ob die Sehnervenpapille geschwollen ist. Durch Prüfung des peripheren Gesichtsfelds lässt sich feststellen, ob es in diesem Bereich zu einem Verlust des Gesichtsfelds gekommen ist. Eine Kernspintomographie (NMR) kann Hinweise auf Multiple Sklerose oder auch auf einen Tumor geben, der auf den Sehnerv drückt.

Meist bessert sich eine Sehnervenentzündung ohne Behandlung innerhalb einiger Monate. In einigen Fällen kann eine intravenöse Behandlung mit Kortison oder anderen Medikamenten die Wiederherstellung beschleunigen und das Wiederholungsrisiko senken. Wenn ein Tumor auf den Sehnerv drückt, bessert sich das Sehvermögen nach Entfernen des Tumors in der Regel wieder.

 

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

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