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Grauer und grüner Star – was ist das?

Grauer und grüner Star – was ist das?

Der graue und der grüne Star sind Augenerkrankungen, die unentdeckt bis zur Erblindung führen. Sie entwickeln sich schleichend über Jahre hinweg. Beide Krankheiten können bei Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt und eine Erblindung so verhindert werden.

Was bedeutet das Wort „Star“?

  • Das Wort „Star“ kommt aus dem Mittelalter. Es bedeutete damals „starr“ und hat nichts mit der Vogelart zu tun. Der Begriff „Star“ für die Augenkrankheit leitet sich vielmehr von dem „starren Blick“ ab, den völlig erblindete Patienten haben.

Was ist der graue Star?

  • Der graue Star, auch Katarakt genannt, ist eine Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Die Linse des Auges hat die gleiche Funktion wie die Linse des Fotoapparates: Sie soll im Auge ein scharfes Bild erzeugen. Wird die Linse trüb, verliert das gesehene Bild zunehmend an Schärfe. Patienten die am grauen Star leiden, haben deshalb das Gefühl, alles durch einen Schleier zu sehen, der immer dichter wird. Ihre Umgebung erscheint grau in grau.
  • Viele Patienten bemerken auch, dass sie nachts beim Autofahren viel stärker geblendet sind als früher, plötzlich lichtempfindlicher oder kurzsichtiger sind. Wer solche Symptome an sich feststellt, sollte seine Augen untersuchen lassen. Denn eine Linsentrübung kann die Sehschärfe drastisch vermindern.
  • Obwohl der graue Star prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten kann, ist er meist eine Folge des ganz normalen Alterungsprozesses der Linse. Im Alter von 65 Jahren wird bei fast jedem Menschen eine Linseneintrübung festgestellt. Warum sich die Linse im Lauf von Jahren oder Jahrzehnten eintrübt, ist aber noch nicht vollständig geklärt. Augentropfen oder Tabletten helfen beim grauen Star nicht.
  • Der einzige Weg, die Augenkrankheit zu behandeln, ist eine Operation. Beim Eingriff wird die trübe Linse durch eine Kunstlinse ausgetauscht. Dieser Eingriff zählt heute zu den häufigsten Operationen überhaupt und ist entsprechend sicher.

Was ist der grüne Star?

  • Der grüne Star, auch Glaukom, ist eine Augenerkrankung, die im fortgeschrittenen Stadium die Netzhaut und den Sehnerv zerstört. Schuld daran ist ein erhöhter Augeninnendruck.
  • Dieser schädigt das Nervengewebe, welches dann nicht mehr alle Informationen an das Gehirn weitergeben kann. So kommt es zu den für das Glaukom typischen Gesichtsfeldausfällen, also dunklen Punkten oder schwarzen Flecken. Warnzeichen für ein Glaukom sind auch bunte Ringe oder Höfe um Lichtquellen. Zu den möglichen Ursachen zählen Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck oder eine langfristige Kortisontherapie.
  • Der grüne Star bleibt lange unbemerkt und entwickelt sich schleichend. Bis man die Sehstörungen selbst wahrnimmt, ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten. Die Sehrstörung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
  • Entscheidend ist deshalb die Früherkennung. Je früher das Glaukom festgestellt wird, desto größer ist die Chance, die Sehleistung zu erhalten.
  • Zur Behandlung verordnen Augenärzte Augentropfen oder Tabletten. Helfen diese nicht (mehr), wird der Arzt eine Operation vorschlagen. Bei der Operation wird der Abfluss des Augenkammerwassers erleichtert und so der Druck gesenkt.

Beim Grauen Star oder auch Katarakt lässt die Sehschärfe durch eine Trübung der Augenlinse nach. Beim Grünen Star, dem Glaukom, hingegen kommt es zu Gesichtsfeldausfällen und Schäden des Sehnervs durch erhöhten Augeninnendruck.

Glaukom – Früherkennung ist wichtig

Glaukom – Früherkennung ist wichtig

Das Glaukom, auch grüner Star genannt, ist eine Augenerkrankung. Sie tritt vor allem im höheren Lebensalter auf. Sie ist tückisch, da sie sich nicht durch Schmerzen bemerkbar macht und dem Patienten schleichend das Augenlicht nimmt. Ein Glaukom muss frühzeitig erkannt und behandelt werden, denn einmal verlorene Sehkraft kann nicht wieder zurückerlangt werden.

Was ist ein Glaukom?

  • Beim Glaukom ist der Augeninnendruck erhöht. Bei der Erkrankung kommt es zum schleichenden Verlust des Augenlichtes über einen längeren Zeitraum.
  • Ohne Therapie kann ein Glaukom die Nervenzellen der Netzhaut und des Sehnervs für immer schädigen. Das Sehvermögen verschwindet zunächst punktuell, dann breiten sich die Lücken im Gesichtsfeld flächenartig aus.
  • Das Gesichtsfeld ist der Sehbereich, den das Auge bei unbewegtem Geradeausblick wahrnimmt. Ein Glaukom tut nicht weh und wird vom Augenarzt meist nur zufällig entdeckt. Entsprechend hoch ist die Dunkelziffer.
  • Etwa 50 Prozent aller Glaukome bleiben unerkannt. In Deutschland ist das Glaukom die zweithäufigste Ursache für Erblindung.

Wer sollte sich untersuchen lassen?

  • Ein Glaukom kann grundsätzlich jeder Mensch bekommen. Dennoch haben bestimmte Personen ein höheres Risiko, ein Glaukom zu entwickeln.
  • Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für ein Glaukom:
  • Höheres Alter
  • Glaukom in der Familie
  • Leicht erhöhter Augeninnendruck als Vorstadium eines Glaukoms
  • Chronische Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck
  • Starke Kurzsichtigkeit
  • Langzeitbehandlungen mit Kortison

Wie wichtig sind Früherkennung und Behandlung?

  • Ab einem Alter von 40 Jahren sind regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt empfehlenswert. Er kann die Erkrankung frühzeitig feststellen. Der Augenarzt untersucht den Sehnerv am Augenhintergrund, misst den Augeninnendruck und kann im Verdachtsfall auch überprüfen, ob der Patient bereits beginnende Gesichtsfeldausfälle hat.
  • Stellt der Arzt ein Glaukom fest, wird er zunächst versuchen, mit Medikamenten (in der Regel Augentropfen) den Augeninnendruck zu senken. Regelmäßig angewendet können sie ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Reicht die Wirkung der Augentropfen nicht aus, um den Innendruck zu senken, muss über eine operative Therapie nachgedacht werden.

Wer sollte sich vom Augenarzt untersuchen lassen?

Glaukomerkrankungen nehmen mit steigendem Alter zu. Ab 40 Jahren sollte man sich daher regelmäßig untersuchen lassen. Auch wer Familienmitglieder mit einer Glaukomerkrankung hat oder unter Diabetes oder Bluthochdruck leidet, sollte seinen Augenarzt besuchen. Brillenträger mit starker Kurzsichtigkeit sollten ebenso achtsam sein.

Stand 08.2010

Augenhintergrund-Untersuchung – was ist zu sehen?

Augenhintergrund-Untersuchung – was ist zu sehen?

Bei der Untersuchung des Augenhintergrunds (Ophthalmoskopie) betrachtet der Augenarzt die Innenseite des Augapfels. Dabei beleuchtet er mit einem Spiegel den Hintergrund der Augenhöhle. So kann er wichtige, von außen unsichtbare, Regionen des Auges beurteilen: die Netzhaut mit ihren Gefäßen, die Eintrittsstelle des Sehnervs ins Auge sowie den Sehnervkopf.

Wichtige Untersuchung

  • Die Untersuchung des Augenhintergrundes ist einerseits wichtig im Rahmen von Augenerkrankungen und andererseits, um Komplikationen am Auge im Rahmen anderer Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck festzustellen.
  • Zu den Augenerkrankungen zählen:
    • altersbedingte Makuladegeneration (der Gelbe Fleck ist geschädigt)
    • Netzhautrisse und -löcher
    • Netzhautablösung
    • Tumore im Auge
    • Entzündungen der Netzhaut
    • Verschluss der großen Blutgefäße der Netzhaut
  • Bei den folgenden Erkrankungen sollte der Augenhintergrund untersucht werden, um Komplikationen am Auge möglichst frühzeitig zu erkennen:
    • Bluthochdruck
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • erhöhter Hirndruck (gekennzeichnet durch eine Vorwölbung des Sehnervs ins Augeninnere)

Spiegel und Linsen

  • Für die Untersuchung erhellt der Arzt das Auge mit einer Lichtquelle, die entweder direkt im Spiegel (dem sogenannten Augenspiegel) enthalten ist oder wie eine Taschenlampe schräg vor das Auge gehalten wird. Um die Untersuchung zu erleichtern, träufelt der Arzt ein Medikament ins Auge, das die Pupillen erweitert. Diese Pupillenerweiterung hält einige Stunden an. Während dieser Zeit kann der Patient nicht klar sehen und darf deswegen beispielsweise nicht Auto fahren.
  • Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Techniken, den Augenhintergrund zu untersuchen:
    • Bei der direkten Augenhintergrund-Untersuchung verwendet der Arzt einen elektrischen Augenspiegel, den er direkt vor das Auge des Patienten hält. Mit diesem Instrument erhält er ein Bild in 14- bis 16-facher Vergrößerung. Zwar kann man mit dieser Methode nur kleine Ausschnitte betrachten, dafür lassen sich jedoch Einzelheiten in der Mitte der Netzhaut besonders exakt beurteilen.
    • Bei der indirekten Augenhintergrund-Untersuchung hält der Arzt mit ausgestrecktem Arm eine Lupe vor das Patientenauge und betrachtet den Augenhintergrund aus etwa 60 Zentimeter Entfernung. Bei dieser Untersuchung erhält der Arzt einen guten Überblick über den gesamten Augenhintergrund, allerdings ist die Vergrößerung deutlich geringer, nämlich maximal 4,5-fach.
  • Oft wird der Augenhintergrund beim Augenarzt im Rahmen der Spaltlampenuntersuchung mit betrachtet. Dies ist ein Gerät, bei dem ein Mikroskop zusammen mit einer Lichtquelle eine Untersuchung des Auges ermöglicht. Der Patient muss sein Kinn nur auf einer Stütze ablegen und in das Gerät schauen.

Der Augenhintergrund

  • Der Arzt beurteilt die hinteren Regionen des Auges, d. h. alles, was der Pupille gegenüberliegt. Hierzu zählen:
    • die Netzhaut (Retina). Sie kleidet den nicht sichtbaren hinteren Teil des Augapfels aus. Sie enthält Millionen von Sinneszellen (Stäbchen und Zapfen), die wesentlich am Sehen beteiligt sind.
    • die Blutgefäße der Netzhaut.
    • die Eintrittsstelle des Sehnervs. Diese Stelle wird auch „blinder Fleck“ genannt, da sich an dieser Stelle des Augenhintergrundes keine Sehzellen befinden. Der Sehnerv leitet die Bilder von den Sinneszellen der Netzhaut ins Gehirn.
    • die Makula, der sogenannte gelbe Fleck. Das ist die Stelle des schärfsten Sehens.

Bei der Untersuchung des Augenhintergrunds werden die Pupillen des Patienten durch Augentropfen erweitert, damit der Arzt besser in das Auge hineinsehen kann. Bis die vollständige Sehschärfe wiederhergestellt ist, vergehen einige Stunden, in denen der Patient beispielsweise nicht selbst autofahren darf. Die Untersuchung des Augenhintergrunds dauert nur wenige Minuten und ist völlig schmerzlos.

Diabetes und Auge

Diabetes und Auge

Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, kann viele weitere Erkrankungen nach sich ziehen. Besonders das Auge ist durch den erhöhten Blutzuckerspiegel gefährdet. Die hohen Zuckerwerte führen dazu, dass feine Blutgefäße im Auge zerstört werden. Mediziner nennen diese Folgeerkrankung diabetische Retinopathie. Jährlich erblinden viele Tausend Diabetiker, weil ihre Zuckerwerte nicht gut eingestellt sind. Deshalb sind die regelmäßige Überprüfung der Werte und die Untersuchungen beim Augenarzt besonders wichtig.

Diabetes mellitus

  • Bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann der mit der Nahrung aufgenommene Zucker nicht mehr ausreichend von den Körperzellen verwertet werden. Der überschüssige Zucker sammelt sich im Blut an. Mit der Zeit schadet dies dem Körper.
  • Bestimmte Organe sind besonders anfällig. Die Nieren, das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem können dabei in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Es sind zwei Typen von Diabetes mellitus zu unterscheiden:
    • der stärker unter jungen/jüngeren Personen verbreitete Typ 1
    • der Typ 2, den sogenannten Alterszucker, der trotz dieses Namens auch schon bei jüngeren Menschen auftreten kann

Was hat das Auge damit zu tun?

  • Diabetes betrifft das gesamte Nerven- und Gefäßsystem des Körpers und damit auch das Auge, da die sehr kleinen Gefäße am Auge geschädigt werden können. Nahezu ein Drittel aller Fälle von Blindheit in Europa ist auf eine Zuckerkrankheit zurückzuführen – damit ist sie die häufigste Ursache für Erblindungen in Industrieländern.
  • Im Auge werden besonders die kleinen und kleinsten Blutgefäße beschädigt. Dadurch erhält die Netzhaut des Auges nicht mehr genügend Nährstoffe. Die Gefäße werden durch den Einfluss der Zuckerkrankheit porös und undicht, wobei es zu Blutungen kommen kann. Der Körper versucht das Problem selbst zu reparieren, was die Schädigung jedoch nur noch verschlimmert. Hohe Zuckerwerte schädigen auch die Nerven, sodass die Augenmuskeln gelähmt werden können.

Augenerkrankungen durch Diabetes

  • Man unterscheidet verschiedene Stadien und Ausprägungen der Augenerkrankung als Folge eines Diabetes:
    • Anfangs kommt es zu Aussackungen bei den Gefäßen, Blut sickert aus den Äderchen und schädigt das Augengewebe. Es kann zu kleinen Gefäßverschlüssen kommen, sodass die Netzhaut nicht mehr genügend mit Nährstoffen versorgt wird. Dieses Vorstadium wird „nicht-proliferative diabetische Retinopathie“ genannt. Die Betroffenen bemerken dies meist gar nicht, während der Augenarzt dies schon frühzeitig erkennen kann.
    • Später versucht der Körper, durch Wachstum von neuen Gefäßen die Unterversorgung des Auges zu beheben. Die neuen Gefäße wachsen aber auch aus der Netzhaut heraus in den Glaskörper des Auges, wo es leicht zu Blutungen kommen kann. Diese Form nennt man „proliferative diabetische Retinopathie“.
    • Netzhautablösung: Die neu gebildeten Gefäße üben Zug auf die Netzhaut aus, sodass diese sich ablösen kann – das Sehvermögen sinkt plötzlich stark.
    • Ist die Retinopathie stark fortgeschritten, kann das sogenannte Kammerwasser möglicherweise nicht mehr aus dem Auge abfließen. Dadurch steigt der Augeninnendruck stark an, der Sehnerv wird beschädigt oder gar zerstört.
    • Makula-Ödem: Die Makula ist die Stelle des schärfsten Sehens. Wenn die Veränderungen bis dorthin reichen und an dieser Stelle Flüssigkeit austritt (Ödem), geht die Fähigkeit verloren, Dinge zu fokussieren und scharf zu sehen.
    • Grauer Star (Katarakt): Die Linsentrübung ist eine typische Alterskrankheit, sie kommt aber bei Diabetikern mit erhöhter Häufigkeit vor.
    • Sind die Nerven, die zu den Augenmuskeln führen, geschädigt, kann es zu Doppelbildern kommen.

So macht sich die diabetische Augenkrankheit bemerkbar

  • Fatalerweise verursacht die Zuckerkrankheit am Auge zunächst keine Beschwerden, die den Betroffenen auffallen. Erst im Verlauf der Erkrankung, aber dafür sehr plötzlich, kann sich die Sehfähigkeit verschlechtern.
  • Folgende Symptome können auftreten:
    • Langsamer und schleichender Sehverlust: Viele ältere Menschen nehmen das gar nicht wahr. Sie führen das schlechtere Sehen auf ihr Alter zurück. Es kann jedoch ein Anzeichen dafür sein, dass die Netzhaut geschädigt ist.
    • Plötzlicher Sehverlust oder Verdunkelung in einem Bereich des Gesichtsfeldes weisen darauf hin, dass sich die Netzhaut bereits ablöst oder die Stelle des schärfsten Sehens Schaden erlitten hat.
    • Blitze, „fliegende schwarze Mücken“ und „Rußregen“ kommen bei Netzhautablösung und Blutungen vor.
    • Bei erhöhtem Augeninnendruck treten Schmerzen auf.

Was kann man selbst tun?

  • Die folgenden Punkte sollten Diabetes-Patienten beachten, um Komplikationen bei ihrer Erkrankung möglichst zu vermeiden bzw. das Eintreten langfristig hinauszuzögern.
    • Gut eingestellte Zuckerwerte: Unbedingt die Empfehlungen des Arztes zu Ernährung, Behandlung mit Medikamenten und körperlicher Betätigung befolgen.
    • Normaler Blutdruck: Zu hohen Blutdruck konsequent behandeln.
    • Verzicht auf Rauchen: Gerade bei Zuckerkrankheit ist es sehr wichtig, nicht zu rauchen. Rauchen beschleunigt die Zerstörung der Gefäße und damit die Verschlechterung des Sehvermögens.
    • Regelmäßige Besuche beim Augenarzt: Gibt es noch keine Hinweise auf eine Augenschädigung, reicht ein Besuch beim Augenarzt pro Jahr aus. Sind die Augen bereits in Mitleidenschaft gezogen, muss man häufigere Untersuchungen durchführen lassen.

Behandlungsmöglichkeiten

  • Für die einzelnen Erkrankungen gibt es jeweils spezielle Verfahren, wie etwa Lasertherapie, die chirurgische Entfernung von wuchernden Gefäßen und Blutungen oder Medikamente. Allen ist gemeinsam: Sie halten die Entwicklung nicht auf, sondern beseitigen nur die Folgeschäden.
  • An Medikamenten für die diabetische Retinopathie wird derzeit intensiv geforscht. Möglicherweise lassen sich die gefährlichen Gefäßneubildungen durch neue Medikamente in Zukunft ganz verhindern.

Nehmen Sie als Diabetiker die möglichen Folgeschäden für das Auge sehr ernst. Durch gute Einstellung von Zucker und Blutdruck sowie regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt kann sich der Verlauf der Schädigung deutlich verlangsamen.

Laseroperation – was geschieht?

Laseroperation – was geschieht?

Mit einer Laseroperation am Auge können Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus oder auch Stabsichtigkeit genannt) korrigiert werden. Bei dem Eingriff wird die Hornhaut so verändert, dass die meisten Patienten anschließend wieder ohne Brille oder Kontaktlinsen scharf sehen können.

Was ist ein Laser?

  • Ein Laser ist ein Gerät, das stark gebündeltes, energiereiches Licht aussendet. Mit diesem Lichtbündel kann beispielsweise Gewebe aufgetrennt oder verschweißt werden. Für die Operation am Auge kommt ein sogenannter Excimer-Laser zum Einsatz. Dieser Kaltlichtlaser sendet kein sichtbares Licht aus, sondern ultraviolettes Licht (UV-Licht). Dieses UV-Licht erzeugt nahezu keine Wärme im behandelten Gewebe, ist aber trotzdem so energiereich, dass es die oberste Gewebeschicht, die getroffen wird, präzise verdampft.

Was geschieht bei einer Laserbehandlung?

  • Die Hornhaut ist die durchsichtige Schicht vorne am Auge, deren Aufgabe es ist, das ins Auge einfallende Licht zu brechen und so für ein scharfes Bild zu sorgen. Durch eine Laserbehandlung kann der Brechwert der Hornhaut so verändert werden, dass sich die Fehlsichtigkeit nach erfolgter Behandlung deutlich verbessert hat und der Patient unter Umständen auf Brille oder Kontaktlinsen verzichten kann. Das gebräuchlichste Verfahren der Laser-Behandlung ist die sogenannte Laser in-situ Keratomileusis (LASIK).

Was passiert vor dem Eingriff?

  • Der Arzt untersucht das Auge zunächst sehr gründlich und ermittelt mithilfe eines Computers die genaue Beschaffenheit der Hornhautoberfläche. Auf dieser exakten Grundlage nimmt er dann den Eingriff vor. Der Patient erhält eine Schmerz- und Beruhigungstablette. Anschließend betäubt der Arzt das Auge mit Tropfen, sodass der Patient keine Schmerzen verspürt. Nach dem Eingriff ruht sich der Patient noch einige Zeit aus und kann dann nach Hause gehen.

Wie läuft die LASIK ab?

  • Bei der LASIK wird zunächst mit einem winzigen Messer, dem sogenannten Mikrokeratom, computergesteuert die oberste Schicht der Hornhaut abgeschnitten und wie ein Deckel nach oben geklappt. Nun wird das Innere der Hornhaut mit dem Excimer-Laser abgeschliffen. Anschließend wird der Hornhaut-Deckel wieder zurückgeklappt. Da er sich von selbst festsaugt, muss er nicht angenäht werden. Der Arzt deckt das Auge mit einem durchsichtigen Verband ab, der bereits am nächsten Tag abgenommen wird. Nach der Laser-Behandlung sieht der Patient anfangs noch verschwommen, das bessert sich jedoch schnell, sodass bereits am Tag nach der Operation ein annähernd normales Sehvermögen vorhanden ist. Die endgültige Sehstärke ist nach etwa drei bis sechs Monaten erreicht.

Was ist nach einer LASIK zu beachten?

  • In den ersten Tagen nach der Operation sollte der Patient sich das Auge nicht reiben oder schminken. Auch beim Waschen sollte darauf geachtet werden, dass kein Wasser in das Auge gelangt. Wird das Sehvermögen plötzlich schlechter oder beginnt das Auge zu schmerzen, sollte unverzüglich der Augenarzt aufgesucht werden.

Gibt es unerwünschte Wirkungen bei einer LASIK?

  • Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch bei der LASIK zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen:
    • erhöhte Licht- und Blendungsempfindlichkeit bei Dämmerung und Nacht
    • eine zu starke oder zu schwache Korrektur der Fehlsichtigkeit
    • sehr selten kann unter den Hornhautdeckel Gewebe einwachsen, sodass eine zweite Operation notwendig wird
    • wie bei allen Operationen besteht ein bestimmtes, hier aber geringes, Infektionsrisiko

Das sollten Sie beachten:

  • Gehen Sie nach einer Laserbehandlung bei plötzlicher Sehverschlechterung oder starken Schmerzen unverzüglich zum Augenarzt.
  • Halten Sie die Nachuntersuchungstermine beim Augenarzt ein und verwenden Sie die verschriebenen Augentropfen.

Konjunktivitis – Ursachen und Behandlung

Konjunktivitis – Ursachen und Behandlung

Die Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut des Auges. Sie äußert sich typischerweise mit einem geröteten Auge und ist die häufigste Augenerkrankung überhaupt. Die Behandlung sollte immer durch den Augenarzt erfolgen, da sich hinter einem „roten Auge“ in seltenen Fällen auch schwerwiegendere Augenerkrankungen verbergen können.

Ursachen einer Konjunktivitis

  • Die durchsichtige Bindehaut bedeckt den vorderen Teil des Augapfels sowie die Innenseite des Ober- und Unterlides. Das Auge ist ständig zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Daher können viele Ursachen zu einer Bindehautentzündung führen:
    • Krankheitserreger: Bakterien, Viren oder Pilze
    • Allergien, z. B. Heuschnupfen
    • Äußere Reize wie beispielsweise Rauch, Staub, Kälte, Zugluft, trockene Luft, UV-Licht
    • Überbelastung durch Sehfehler, z. B. latentes Schielen, nicht korrigierte Fehlsichtigkeiten wie Kurz- oder Weitsichtigkeit

Wie äußert sich eine Konjunktivitis?

  • Typisches Symptom einer Bindehautentzündung ist das gerötete Auge, das durch eine vermehrte Durchblutung der Bindehaut hervorgerufen wird. Abhängig von der Ursache besteht häufig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, das Auge tränt, brennt oder juckt und morgens sind die Augenlider verklebt. Seltener tritt ein krampfhafter Lidschluss auf.
  • Allergische Formen der Konjunktivitis treten meist beidseitig auf. Wird die Erkrankung durch Krankheitserreger verursacht ist der Beginn oft einseitig. Die Erkrankung betrifft aber in vielen Fällen später beide Augen.

Welche Therapie hilft?

  • Eine Konjunktivitis, die durch Viren hervorgerufen wird und oft in der Folge eines grippalen Infekts auftritt, heilt häufig ohne spezielle Therapie nach einigen Tagen ab. Unterstützend kann der Patient künstliche Tränen ins Auge tropfen oder kalte Kompressen anwenden.
  • Da Patienten mit Bindehautentzündung ihre Augen häufig wischen und reiben, geben sie die Krankheitserreger schnell an andere Personen weiter. Daher ist bei viraler Bindehautentzündung eine penible Hygiene zur Vermeidung der Ansteckung besonders wichtig.
  • Die eher selten auftretenden Bindehautentzündungen durch Bakterien werden mit breit wirksamen antibiotikahaltigen Augentropfen oder -salbe behandelt. Auch diese Form ist meist sehr ansteckend.
  • Bei einer allergischen Bindehautentzündung sollte man die allergieauslösende Substanz meiden. Gegen die Beschwerden helfen kalte Kompressen oder spezielle, vom Augenarzt verschriebene Augentropfen. In Zusammenarbeit mit einem Allergologen kann auch eine Desensibilisierung gegen die entsprechende Substanz erfolgen.
  • Auch bei einer Konjunktivitis, die durch äußere Reize verursacht wird, sollte man sich keiner extrem staubigen, verrauchten oder zugigen Umgebung aussetzen. Hilfreich sind häufig kalte Kompressen und künstliche Tränen als Augentropfen.
  • Manchmal ist eine Bindehautentzündung lediglich die Folge einer anderen Augenerkrankung. Besteht ein Sehfehler, kann der Augenarzt diesen meist durch die Verordnung einer Brille beheben. Damit verschwindet dann auch die Bindehautentzündung.

Was kann man als Patient tun?

  • Tritt ein gerötetes Auge auf, sollte man den Augenarzt aufsuchen und nicht ohne ärztlichen Ratschlag Augentropfen anwenden. Augentropfen gibt es mit sehr unterschiedlichen Wirkstoffen, die in Abhängigkeit von der Erkrankung und Ursache ausgewählt werden müssen.
  • Manchmal kann sich hinter einem geröteten Auge auch eine ernsthafte Augenerkrankung wie beispielsweise ein akuter Glaukomanfall (plötzliche Steigerung des Augeninnendruckes mit Gefahr der Erblindung) oder die Entzündung eines anderen Teils des Auges verbergen.
  • Vermeiden Sie möglichst, die Augen zu reiben, auch wenn es schwer fällt.
  • Benutzen Sie nur frische Augentropfen und –salben. Entsorgen Sie nach dem Behandlungsende angebrochene Medikamente.
  • Verwenden Sie keine Mittel, die einem Angehörigen verschrieben wurden, auch dann nicht, wenn die gleichen Beschwerden vorliegen.

Die Entzündung der Bindehaut am Auge ist eine häufige Erkrankung. Die Ursachen sind vielfältig, von Krankheitserregern wie Viren und Bakterien bis zu Allergien. Die Behandlung ist je nach Ursache unterschiedlich. Daher sollte beim Auftreten von geröteten und tränenden Augen ein Augenarzt aufgesucht werden.

Laseroperation – für jeden geeignet?

Laseroperation – für jeden geeignet?

Mit einer Laseroperation am Auge können Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung korrigiert werden. Mittlerweile ist das operative Verfahren mit einem sogenannten Excimer-Laser anerkannt und kann mit wenigen Ausnahmen bei den meisten fehlsichtigen Personen angewendet werden.

Was ist eine Fehlsichtigkeit?

  • Um ein Objekt scharf sehen zu können, muss es im Auge exakt auf der Netzhaut an der inneren Rückwand des Augapfels abgebildet werden. Bei einer Kurzsichtigkeit wird das einfallende Licht zu schwach gebrochen, bei einer Weitsichtigkeit zu stark, sodass das Licht nicht genau auf der Netzhaut auftritt. In beiden Fällen ist vom fixierten Gegenstand dann kein scharfes Bild zu sehen.

Möglichkeiten, eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren

  • Die meisten Patienten wählen Augengläser, mehr als jeder zweite Deutsche trägt eine Brille. Auch weiche oder harte Kontaktlinsen sind für viele Fehlsichtige eine beliebte Möglichkeit, scharf zu sehen. Allerdings ist die Pflege relativ aufwändig und daher nicht jedermanns Sache. Viele Fehlsichtige würden gern ohne diese Korrekturhilfen auskommen. Eine Möglichkeit ist die Laseroperation. Mit ihr kann die Brechkraft der Hornhaut so verändert werden, dass anschließend der fixierte Gegenstand wieder scharf auf der Netzhaut abgebildet wird.

Für wen ist eine Laser-Behandlung geeignet?

  • Die Brechkraft wird in Dioptrien (abgekürzt: dpt) gemessen. Ist das Auge kurzsichtig, so steht vor den Dioptrienwerten ein Minuszeichen (-). Bei Weitsichtigkeit werden die Werte mit einem Pluszeichen (+) angegeben. Eine Excimer-Laser-Behandlung kann bei einer Kurzsichtigkeit von bis zu -8 dpt, bei einer Weitsichtigkeit von +3 bis +4 dpt sowie bei einer Hornhautverkrümmung von +3 bis +4 dpt durchgeführt werden. Der häufigste Grund bei Patienten, sich für diese Operation zu entscheiden, ist die größere Unabhängigkeit von Brille und Kontaktlinsen. Auch kosmetische oder berufliche Gründe spielen eine Rolle.
  • Grundsätzlich ist nicht jeder Patient für eine Laser-Behandlung des Auges geeignet. Folgende Faktoren können eine OP ausschließen:
    • Patienten unter 18 Jahren, bei denen das Auge noch wächst
    • instabile Fehlsichtigkeit mit sich noch ändernden Brechwerten
    • Grauer Star (Katarakt)
    • Grüner Star (Glaukom)
    • chronisch fortschreitende Hornhauterkrankung
    • sehr dünne Hornhaut
    • fortschreitende Makuladegeneration

Wann kommt die OP nicht in Betracht?

  • Nicht jede Fehlsichtigkeit kann durch eine Laser-OP korrigiert werden. Wenn die Hornhaut zu dünn ist oder andere Augenkrankheiten wie Grüner Star oder Netzhautdegeneration bekannt sind (siehe oben), kann keine Laser-OP erfolgen.
  • Bei unrealistischen Erwartungen des Patienten sollte die OP nicht erfolgen. Das Operationsergebnis wird nie besser sein als die Sehkorrektur mit der besten Brille.

Was geschieht bei einer Laser-Operation?

  • Das gebräuchlichste Verfahren zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit ist die Laser in-situ Keratomileusis (LASIK) mit dem Excimer-Laser. Bei einer Kurzsichtigkeit flacht der Arzt mit dem Laser die Wölbung der Hornhaut ab, bei einer Weitsichtigkeit wird die Hornhaut ringförmig abgetragen und damit steiler. Die Korrektur des Brechfehlers wird also direkt an der Hornhaut vorgenommen. Im günstigsten Fall muss der Patient nach dem Eingriff keine Brille oder keine Kontaktlinsen mehr tragen. Allerdings tritt auch bei einer erfolgreichen Operation bei vielen Menschen im Alter von 45 bis 50 Jahren eine Alterssichtigkeit auf. Hier hilft keine Operation, sondern nur eine Brille bzw. Kontaktlinsen.

Eine Laser-Behandlung der Augen kann mit einigen Ausnahmen bei den meisten Menschen mit einer Kurzsichtigkeit von bis zu -8 dpt, mit einer Weitsichtigkeit von +3 bis +4 dpt oder mit einer Hornhautverkrümmung von +3 bis +4 dpt durchgeführt werden.

Netzhautablösung – erste Warnzeichen

Netzhautablösung – erste Warnzeichen

Bei einer Netzhautablösung hebt sich die lichtempfindliche Schicht im Auge von ihrem Untergrund ab. Die Sehfähigkeit verschlechtert sich zunehmend bis hin zur Erblindung. Je schneller die Netzhautablösung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Warnzeichen, die einen Arztbesuch erfordern, sind Lichtblitze, dunkle Flecken vor den Augen sowie ein Schatten an der Seite oder am unteren Rand des Gesichtsfeldes.

Was ist die Netzhaut?

  • Die Netzhaut kleidet den Augapfel von innen aus, ähnlich wie eine Folie. Sie enthält lichtempfindliche Zellen, die Farben und Kontraste wahrnehmen und so das Sehen ermöglichen. Löst sich die Netzhaut von ihrer Unterlage, dem sogenannten Pigmentepithel, verschlechtert sich das Sehen. Ohne entsprechende Behandlung kann man blind werden.

Verschiedene Ursachen

  • Bevor die Netzhaut sich ablöst, bekommt sie häufig erst Risse oder Löcher. Als Folge davon kann Augenflüssigkeit unter die Netzhaut fließen und sie von ihrer Unterlage abheben. Auch Blutungen im Auge können ein Grund sein, dass sich die Netzhaut ablöst.
  • Es gibt einige Risikofaktoren, die eine Netzhautablösung begünstigen. Hierzu zählen:
    • Kurzsichtigkeit mit mehr als zwei Dioptrien Gläserstärke
    • eine Operation wegen Grauem Star (Linsentrübung, Katarakt)
    • Verletzungen, Entzündungen oder eine Geschwulst am Auge
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
    • erbliche Belastung, die sich häufig zeigt, wenn nahe Verwandte an Netzhautablösung leiden
    • zunehmendes Alter: Der Glaskörper, der den Augapfel ausfüllt, beginnt zu schrumpfen und sich von der Netzhautoberfläche zu lösen. Dabei kann die Netzhaut einreißen.

Unübersehbare Warnsignale

  • Wenn der schrumpfende Glaskörper an der Netzhaut zieht, nimmt der Betroffene unter Umständen Lichtblitze wahr. Das bedeutet noch nicht, dass sich die Netzhaut bereits abgelöst hat, sie steht aber unter mechanischer Belastung und sollte durch einen Augenarzt kontrolliert werden.
  • Dunkle, bewegliche Flecken, auch als Rußregen bezeichnet, erscheinen im Gesichtsfeld, wenn geringe Mengen Blut aus den Netzhautgefäßen austreten. Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den man ohne Augenbewegungen überblicken kann. Das Risiko, dass sich die Netzhaut ablöst, steigt mit Auftreten der Symptome an. Etwas später kann sich das Gesichtsfeld einschränken. Das wird von den Betroffenen meist als ein schwarzer Vorhang beschrieben, der sich von der Seite vor das Auge schiebt. Mitunter nehmen sie auch eine schwarze Wand wahr, die sich von unten her aufbaut.
  • Diese Erscheinungen sind Alarmzeichen, die den Betroffenen unverzüglich zum Augenarzt oder in die Augenklinik führen sollten. Da die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut ausschließlich von der unter ihr liegenden Pigmentschicht versorgt werden, erhalten diese Zellen bei einer Netzhautablösung zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und werden dadurch geschädigt. Die Netzhaut muss möglichst schnell wieder an ihrer Unterlage befestigt werden.

Welche Therapie wird angewendet?

  • Kleinere Löcher und Einrisse können mit dem Laser behandelt werden. Das ist ein kleiner Eingriff, der ambulant durchgeführt werden kann und für den keine Betäubung notwendig ist.
  • Hat sich die Netzhaut bereits abgelöst, muss operiert werden. Dabei werden die äußere Augenwand und die Netzhaut einander wieder angenähert. Dazu verwendet der Arzt häufig kleine Befestigungsringe (Cerclage) oder Plomben aus Silikon. In komplizierten Fällen entfernt er den Glaskörper und füllt das Auge mit speziellen Gasen oder Flüssigkeiten, sodass sich die Netzhaut wieder an die Augenwand anlegt.

Warnzeichen einer drohenden oder stattgefundenen Netzhautablösung sind:

  • Lichtblitze
  • dunkle Flecken vor den Augen
  • ein schwarzer Vorhang, der sich von der Seite vor das Auge schiebt
  • der Eindruck einer von unten aufsteigenden schwarzen Wand.

Schielen

Schielen

Beim Schielen (Strabismus) weicht ein Auge von der normalen Parallelstellung ab, sodass die Augen nicht mehr dieselbe Blickrichtung haben und nicht mehr dasselbe Objekt fixieren.

Schielen kann mehrere Ursachen haben. Es kann beispielsweise sein, dass die Muskeln, die die Augenstellung kontrollieren, einen ungleich starken Zug ausüben oder dass ein Auge eine Sehschwäche aufweist.

Es gibt verschiedene Formen des Schielens, die sich unterschiedlich entwickeln. Horizontales Schielen kann beispielsweise durch eine Einwärtsbewegung (Einwärtsschielen, Esotropie) oder eine Auswärtsbewegung der Augen (Auswärtsschielen, Exotropie) gekennzeichnet sein. Beim vertikalen Schielen wird zwischen Aufwärtsschielen (Hypertropie) und Abwärtsschielen (Hypotropie) unterschieden.

Schielen fällt den Eltern meist durch die ungewöhnliche Blickrichtung der Augen auf. Schielen kann beim älteren Kind Doppelbilder (Diplopie), beim jüngeren Kind eine Fehl- bzw. Schwachsichtigkeit (Amblyopie) nach sich ziehen.

Kinder sollten bereits nach den ersten Lebensmonaten in regelmäßigen Abständen auf Schielen hin untersucht werden. Hierzu strahlt der Arzt mit einer Lampe in die Augen des Kindes, um zu überprüfen, ob das Licht in beiden Augen von derselben Stelle auf der Pupille reflektiert wird.

Ältere Kinder können gründlicher untersucht werden. Sie können beispielsweise dazu aufgefordert werden, einen Gegenstand zu fixieren. Manchmal wird dazu ein Auge abgedeckt. Mit einer gründlicheren Untersuchung lässt sich sogar leichtes Schielen nachweisen, das sonst unentdeckt bleiben würde. Ein schielendes Kind sollte zu regelmäßigen Verlaufskontrollen den Augenarzt aufsuchen.

Leichtes Schielen bedarf oft keiner besonderen Behandlung. Schielt das Kind jedoch stark oder verschlimmert es sich, muss in der Regel behandelt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Art des Schielens.

  

Schielen – Stellungsfehler der Augen

Es gibt verschiedene Typen von Schielen. Am weitesten verbreitet sind Einwärtsschielen (Esotropie, Konvergenzschielen oder Strabismus convergens) und Auswärtsschielen (Exotropie oder Strabismus divergens). In der Abbildung ist das rechte Auge des Kindes betroffen.

Schielen

Schielen

Frühkindliches Einwärtsschielen (infantile Esotropie):

Hierunter versteht man ein Einwärtsschielen, das vor dem sechsten Lebensmonat auftritt. Die Störung kommt oft familiär gehäuft vor und ist meist stark ausgeprägt. Die Einwärtsbewegung der Augen setzt oft ab dem dritten Lebensmonat ein, liegt meist dauerhaft vor und ist leicht erkennbar.

Die Störung muss meist operativ korrigiert werden, indem der Zug der Augenmuskeln verändert wird. Oft sind wiederholte Operationen erforderlich. Nur selten lässt sich das Schielen selbst bei optimaler Behandlung nicht komplett korrigieren.

Akkommodative Esotropie:

Diese Einwärtsbewegung der Augen entwickelt sich zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem siebten Lebensjahr, meist aber bei Zwei- bis Dreijährigen, und ist mit dem Fokussieren von Gegenständen (Akkommodation) verbunden.

Der Stellungsfehler der Augen entsteht, wenn sich die Augen beim Fokussieren auf einen nahen oder fernen Gegenstand bewegen. Kinder mit akkommodativer Esotropie sind häufig weitsichtig. Dass sich die Augen einwärts bewegen, wenn sie sehr nahe Gegenstände fokussieren, ist normal. Weitsichtige Augen schauen jedoch auch beim Fokussieren ferner Gegenstände nach innen. In leichten Fällen von akkommodativer Esotropie zeigt sich das Einwärtsschielen nur beim Betrachten naher Gegenstände. Ein ausgeprägtes Einwärtsschielen liegt dauerhaft vor. Eine akkommodative Esotropie lässt sich fast immer korrigieren. Dies wird meist zuerst mit Brillengläsern versucht, die dem Kind fokussieren helfen und die Einwärtsneigung der Augen beim Betrachten von Objekten verringern. Viele Kinder verlieren mit der Zeit ihre Weitsichtigkeit und brauchen schließlich keine Brille mehr.

Gelegentlich werden auch Echothiphat-Augentropfen eingesetzt, um das Auge bei der Fokussierung naher Gegenstände zu unterstützen. Lässt sich weder mit Brillengläsern noch mit Augentropfen der Stellungsfehler der Augen korrigieren, kann eine Operation helfen. Eine dauerhafte Amblyopie tritt bei Kindern mit akkommodativer Esotropie weniger häufig auf als bei Kindern mit frühkindlichem Einwärtsschielen.

Paralytisches Schielen:

Beim sogenannten Lähmungsschielen ist einer der Augenmuskeln, die das Auge in unterschiedliche Richtungen bewegen, gelähmt. Es können auch mehrere Augenmuskeln betroffen sein. Der Winkel der Sehachsen ändert sich je nach Blickrichtung und ist in Richtung des gelähmten Muskels am größten. Die Augenmuskellähmung wird meist durch eine Störung der die Augenmuskeln versorgenden Nerven verursacht. So können eine Hirnverletzung oder Tumoren beispielsweise den Schädelinnendruck erhöhen, wodurch wiederum die Augenmuskelnerven eingeengt werden.

Bei Kindern mit paralytischem Schielen ist die Bewegung des betroffenen Auges nur dann beeinträchtigt, wenn sich das Auge in eine bestimmte Richtung zu bewegen versucht. Amblyopie und Doppelbilder können auftreten. Das Doppeltsehen ist immer dann besonders stark ausgeprägt, wenn sich das Auge in die Richtung zu bewegen versucht, die normalerweise durch die jetzt gelähmten Augenmuskeln gesteuert wird.

Paralytisches Schielen lässt sich mit einer Prismabrille behandeln, die das Licht so bricht, dass beide Augen fast dasselbe Bild sehen. Es kann sich mit der Zeit von allein zurückbilden. Möglich ist auch eine operative Korrektur. Wird das paralytische Schielen durch eine andere Störung verursacht (z. B. einen Gehirntumor), die zu einer Nervenschädigung führt, muss diese zugrunde liegende Erkrankung natürlich ebenfalls behandelt werden.

Intermittierende Exotropie:

Bei dieser Form des Auswärtsschielens bewegen sich die Augen nur manchmal (intermittierend) nach außen. Dies geschieht meist, wenn das Kind ferne Gegenstände betrachtet. Die intermittierende Exotropie ist ab dem sechsten Lebensmonat nachweisbar.

Solange die intermittierende Exotropie keine störenden Symptome verursacht wie Doppeltsehen, bedarf sie meist keiner Behandlung. Eine Amblyopie tritt nur selten auf. Bei störenden Symptomen kann eine Brille getragen werden. Verschlechtern sich die Symptome trotz Brille, kann eine Operation hilfreich sein.

Schielen bei Kindern

Schielen bei Kindern

Wenn das rechte und das linke Auge jeweils in unterschiedliche Richtungen schauen, ist das für das Gegenüber oft verwirrend: Man kann dem anderen nicht richtig in die Augen sehen. Diese als „Schielen“ bezeichnete Sehstörung tritt bei vielen Kindern schon sehr früh auf. Sie sollte ernst genommen werden und zu einem Arztbesuch bewegen, denn daraus kann eine ernsthafte Sehbehinderung erwachsen.

Sehen: Jedes Auge trägt seinen Teil bei

  • Die Augen liegen einige Zentimeter auseinander. Dadurch können wir räumlich und dreidimensional sehen.
  • Das rechte und das linke Auge erzeugen gleichzeitig jeweils ein Bild desselben Gegenstands. Diese beiden Bilder verarbeitet das Gehirn zu einem dreidimensionalen Bild. Ohne diesen „Trick“ wäre die Steuerung von Bewegungen, zum Beispiel der gezielte Griff nach einem Gegenstand, deutlich erschwert.
  • Den unterschiedlichen Blickwinkel der beiden Bilder kann jeder für sich ausprobieren, indem er mit den Augen einen Gegenstand fixiert und abwechselnd ein Auge abdeckt: das Bild springt hin und her.

Schielen: Ein Auge liefert ein unbrauchbares Bild

  • Beim Schielen stellt lediglich ein Auge seine Blickrichtung auf den Gegenstand ein, der gerade betrachtet wird.
  • Das schielende Auge blickt anders als vorgesehen und sieht ein Bild, das vom Gehirn nicht mit dem des anderen Auges in Einklang zu bringen ist. Es würden Doppelbilder entstehen. Um dies zu vermeiden, unterdrückt das Gehirn das Bild des einen Auges. Dieses nicht benutzte Auge kann schnell an Sehleistung verlieren, ähnlich einem Muskel, der verkümmert, wenn er nicht in Gebrauch ist.
  • Deswegen ist es sehr wichtig, das Schielen eines Kindes frühzeitig zu erkennen, damit die Behandlung beginnen kann, möglichst schon im ersten Lebensjahr.

Es gibt verschiedene Arten des Schielens

  • Augenärzte (Ophthalmologen) unterscheiden außerdem verschiedene Schiel-Formen, je nachdem, wohin das schielende Auge schaut. Schielen muss nicht allein auf ein Auge beschränkt sein, sondern kann zwischen beiden Augen abwechseln.
  • Nicht jedes Schielen ist sofort erkennbar. Selbst aufmerksamen Eltern kann es entgehen, wenn die Blickrichtung der beiden Augen nur wenig voneinander abweicht (Mikroschielen).
  • Egal welche Art des Schielens vorliegt, es sollte immer ein Augenarzt zu Rate gezogen werden.

Schielt das Kind?

  • Schielen ist nur in den ersten Lebenswochen „normal“, wenn das Baby noch lernen muss, einen Gegenstand mit den Augen zu fixieren. Wenn danach noch ein Auge immer wieder in die falsche Richtung blickt, sollte man mit dem Baby einen Augenarzt aufsuchen.
  • Generell sollten alle Kinder mit spätestens dreieinhalb Jahren zur augenärztlichen Untersuchung. Schielt ein Elternteil oder wurde deswegen schon einmal behandelt, sollte das Kind bereits im Alter von sechs Monaten untersucht werden.
  • Auch wenn bei den meisten Kindern das Schielen nicht besonders deutlich ausgeprägt ist, sollte es aber in jedem Fall behandelt werden.

Wie wird Schielen behandelt?

  • Bei vielen Kindern sind einfache Maßnahmen ausreichend. Wird die Fehlsichtigkeit des schielenden Auges mit einer Brille ausgeglichen, so benutzt das Kind wieder beide Augen, um einen Gegenstand zu fixieren.
  • Zusätzlich kann es notwendig sein, in einem festen Wechselrhythmus die Augen abwechselnd abzukleben, um damit das schwache, schielende Auge zu fördern. Die Augenmuskeln, die die Stellung des Augapfels steuern, können zusätzlich gezielt in der Sehschule trainiert werden. Manchmal muss diese Behandlung bis ins Schulalter fortgeführt werden, um dem Kind eine Sehbehinderung im späteren Leben zu ersparen.
  • Eine Operation reguliert die Augenmuskeln und ist normalerweise erst notwendig, wenn die oben genannten Maßnahmen alleine nicht ausreichen.

Die Eltern sind gefragt: Gefallen an der Brille fördern

  • Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig, dass ein Kind Gefallen an seiner Brille findet und diese gerne trägt. Dies können Eltern unterstützen, indem sie gemeinsam mit ihrem Kind eine passende Brille aussuchen.
  • Auch das lästige Abkleben eines Auges oder Brillenglases kann man dem Kind schmackhaft machen, zum Beispiel auch dem Teddy oder der Puppe das Auge zukleben. Erfahrungsgemäß gewöhnt sich ein Kind schneller an die neuen Umstände, wenn es von Eltern und Erziehern eine positive Rückmeldung und Lob erfährt.

Schielen führt unbehandelt bereits in den ersten Lebensjahren zu einer unumkehrbaren Minderung der Sehleistung auf dem betroffenen Auge. Deswegen sollte die Erkrankung so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Die Unterstützung der Eltern ist unbedingt erforderlich.

Tipps für die richtige Brille

Tipps für die richtige Brille

Eine Brille gleicht Fehlsichtigkeit aus. Für die meisten Menschen ist die Brille nicht nur ein wertvolles Hilfsmittel für scharfes, unbeschwertes Sehen, sondern auch ein modisches Accessoire. Je nach Sehfehler und Alter gibt es unterschiedliche Anforderungen an eine Brille.

Welche Brille für wen?

  • Es gibt verschiedene Arten von Fehlsichtigkeit. Kurzsichtig zu sein bedeutet, dass nahe Gegenstände scharf gesehen werden, nicht aber entfernte. Bei der Weitsichtigkeit ist es umgekehrt. Eine Brille gleicht durch zwei individuell an jedes Auge angepasste Gläser Fehlsichtigkeiten aus. Ab wann eine Brille nötig ist, hängt dabei auch von der Lebensweise und dem Beruf ab.
  • Ein Augenarzt oder Optiker prüft den Umfang der Fehlsichtigkeit, der in Dioptrien angegeben wird, und wählt danach die richtigen Gläser aus. Zum Ausgleich von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Stabsichtigkeit (man spricht auch von Astigmatismus oder Hornhautverkrümmung) werden verschiedene Arten von Brillengläsern benötigt. Kurzsichtigkeit wird mit sogenannten Minusgläsern korrigiert, bei Weitsichtigkeit sorgen Plusgläser für scharfe Sicht. Kommt die ziemlich häufige Hornhautverkrümmung dazu, werden die Gläser außerdem zylindrisch geschliffen.
  • Fehlsichtigkeit tritt oft mit dem Alter auf. Etwa ab dem 40. Lebensjahr lässt langsam die Fähigkeit des Auges nach, sich auf verschiedene Distanzen einzustellen. Die Augen können sich nicht mehr mühelos auf Dinge im Nahbereich einstellen und ermüden beim Lesen schneller. Der Arzt spricht dann von Alterssichtigkeit und kann eine Lesebrille mit Plusgläsern verordnen.
  • Wer viel am Bildschirm sitzt, braucht unter Umständen eine Brille mit speziellen Gläsern für den Bildschirmarbeitsplatz. Diese hat im Vergleich zu Lese- und Gleitsichtbrillen einen breiten mittleren Sehbereich, sodass die Augen auch beim Blickwechsel zwischen Tastatur, Bildschirm und dem Kollegen am Nachbartisch immer scharf sehen – und das bei stets entspannter und damit orthopädisch korrekter Sitzhaltung.

Die Wahl der Gläser

  • Moderne Brillengläser sind aus widerstandsfähigen Kunststoffen gefertigt. Die Vorteile: Sie sind bruchfester als Glas und wiegen weniger. Eine zu schwere Brille belastet den Nasenrücken und macht das Tragen auf Dauer unangenehm. Kunststoffgläser sind außerdem UV- und lichtbeständig. Besonders bei hohen Dioptrien-Werten und rahmenlosen Fassungen sind spezielle dünne Kunststoffgläser empfehlenswert. Allerdings sind sie entsprechend teurer als Glas oder herkömmliche Kunststoffgläser.
  • Mehrstärken- oder Gleitsichtgläser gleichen unterschiedliche Fehlsichtigkeiten mit einem einzigen Glas aus, zum Beispiel eine angeborene Weitsichtigkeit und eine Alterssichtigkeit. Dadurch entfällt der lästige Brillenwechsel, beispielsweise für Tätigkeiten in der Nähe oder Ferne. Sie heißen Gleitsichtgläser, weil sie keinen Schnitt im Sehfeld haben, sondern gleitend vom Nah- in den Fernbereich übergehen. Solche Brillengläser sind sehr praktisch, aber gewöhnungsbedürftig. Manchmal kommt es in der Eingewöhnungsphase zu Schwindelgefühlen oder Bewegungsunsicherheiten.
  • Optiker bieten in der Regel immer an, die Gläser zusätzlich zu entspiegeln. Solche Gläser heben Lichtreflexionen auf dem Brillenglas auf. Je weniger ein Glas spiegelt, desto mehr Licht kann das Auge aufnehmen. Beim Lesen, Autofahren in der Dämmerung oder bei kniffligen Anforderungen entlasten entspiegelte Gläser deshalb die Augen deutlich. Gleiches gilt für die Arbeit am Computer. Bei nicht entspiegelten Gläsern addieren sich die Spiegelungen des Monitors und der Brillengläser und mindern dadurch den Kontrast.

Die Fassung

  • Eine Brille verändert das Gesicht. Daher sollte die Fassung zur Gesichtsform passen. Als Faustregel für die Wahl der Brille gilt: Die Fassungsform sollte nicht unbedingt identisch mit der Gesichtsform sein. Zu einem runden Gesicht passt also eher eine eckige Fassung, ein kantiges Gesicht verträgt eher weiche Formen. Und auch der Tragekomfort spielt eine Rolle: Beim Tragen sollte die Brille kaum spürbar sein, so perfekt sollte sie sitzen. Je flexibler und leichter die Rahmenmaterialien sind, desto besser ist das spontane Tragegefühl. Federscharniere und leichte, flexible Bügelmaterialien tragen erheblich zum Tragekomfort und damit zum entspannten Sehen bei.

Lassen Sie sich bei der Wahl der Brille beraten. Der optimale Ausgleich der Fehlsichtigkeit ist wesentlich. Darüber hinaus gibt es aber bei den Gläsern wie bei der Fassung viele Auswahloptionen, je nach Beruf und Lebensstil. Entspiegelte Gläser bieten z. B. in Büroumgebungen mit zahlreichen unterschiedlichen Lichtquellen sowie in der Dämmerung gute Sicht ohne störende Reflexe.

Verätzungen und Verletzungen am Auge – Sofortmaßnahmen

Verätzungen und Verletzungen am Auge – Sofortmaßnahmen

Jede Minute zählt – diese Devise gilt bei vielen Augenverletzungen. Dauerhafte Schäden am Auge sind vermeidbar, wenn sofort die richtigen Maßnahmen zur Ersten Hilfe ergriffen werden. Eine Verätzung durch z. B. Säure oder Lauge muss sofort behandelt werden. Auch bei einem Schlag auf das Auge oder bei einer offenen Verletzung ist es nötig, schnell den Notarzt zu rufen.

Verätzung durch Säure oder Lauge

  • Ist ein Auge durch Säure oder Lauge verätzt, ist ein rasches Handeln erforderlich.
  • Als erste Maßnahme ist der Notarzt zu rufen. Hierbei ist auf die Art der Verletzung hinzuweisen. Die zuständige Rettungsleitstelle kann dann die richtigen Maßnahmen einleiten.
  • Bis der Notarzt eintrifft, vergehen kostbare Minuten, in denen sich die Folgen der Verletzung verschlimmern können. Als Folge der Untätigkeit kann sogar eine Erblindung drohen. Sofort eingeleitete Erste-Hilfe-Maßnahmen können dagegen helfen, das Auge vor weiteren Schäden zu bewahren.
  • Bei einer Verätzung muss das Auge sofort ausgespült werden, um die eingedrungene Säure oder Lauge zu verdünnen und wegzuwaschen. Am besten wirkt Leitungswasser. Doch falls kein Wasser greifbar ist, kann man fast jede andere – nicht brennende und ätzende – Flüssigkeit verwenden. Auch beispielsweise Bier oder Limonade eignen sich also als Spülflüssigkeit. Nicht geeignet sind Milch oder milchhaltige Produkte, weil diese das Eindringen der Chemikalie begünstigen und das Auge zusätzlich verkleben können.
  • Der Ersthelfer sollte das Auge mindestens 15 Minuten spülen. Dabei muss das Auge vorsichtig, aber bestimmt mit den Fingern offen gehalten und die Spülflüssigkeit aus einer Flasche oder einem anderen Gefäß über das Auge laufen gelassen werden. Die Spülrichtung geht immer von der Nase zum Ohr, da die Spülflüssigkeit sonst in das andere Auge laufen und auch hier Schaden anrichten könnte. Der Wasserstrahl sollte nicht mit Wucht aufs Auge auftreffen, weil er ansonsten selbst noch zusätzliche Verletzungen anrichten könnte. Der Betroffene sollte während des Spülens nach Möglichkeit in alle Richtungen blicken, d. h. den Augapfel bewegen, damit die Spülflüssigkeit alle Bereiche des Auges erreicht. Ist eine Dusche in der Nähe, kann man das Auge auch abduschen. Dies ist häufig die einfachere Möglichkeit. Allerdings sollte sich der Verunglückte nicht erst ausziehen, sondern unverzüglich mit der Spülung beginnen. Der Notarzt wird den Patienten zum nächsten Augenarzt oder in eine Augenklinik bringen, damit er dort weiterbehandelt werden kann.

Prellung des Auges

  • Typische Verletzungen, die zu einer Prellung des Auges führen können, sind der Squash-, Golf- oder Tennisball, der Sektkorken oder Schläger, der buchstäblich „ins Auge geht“.
  • Noch am gleichen Tag sollte man zum Augenarzt gehen:
    • wenn sich das Sehen verschlechtert
    • wenn Doppelbilder auftreten
    • wenn das Auge blutunterlaufen ist
    • wenn sich die Augenlider blau färben
    • wenn lediglich der Verdacht auf eine Augenprellung besteht, auch ohne die genannten Beschwerden
  • Die Skala der möglichen Verletzungen reicht hier von einem Bluterguss, dem sprichwörtlichen blauen Auge, bis zu einem Bruch der knöchernen Augenhöhle.

Soforthilfe bei kleinen Dingen im Auge

  • Bei kleineren Fremdkörpern wie beispielsweise einem Insekt reibt man bei geschlossenem Auge von außen oben nach innen unten über das Lid, bis man den Fremdkörper mit dem Finger aus dem inneren Augenwinkel entfernen kann. Steckt der Fremdkörper unter dem Unterlid, reibt man entsprechend von außen unten nach oben in Richtung Nasenwurzel. Bleibt das Auge gerötet und schmerzt es weiterhin, sollte man auch bei einem kleinen Fremdkörper zum Augenarzt gehen.

Fremdkörper im Auge

  • Dringt ein Fremdkörper ins Auge ein, sodass er eine offene Wunde verursacht, ist sofortiges Handeln nötig. Ein Fremdkörper, der noch im Auge steckt, darf nicht herausgezogen werden, sondern muss stecken gelassen werden. Blutet die Verletzung, sollte das Auge mit einer sterilen Kompresse abgedeckt werden. Anschließend bringt man den Betroffenen unverzüglich in eine Augenklinik, damit er dort falls notwendig operiert werden kann. Der Betroffene sollte zuvor nichts mehr essen und trinken, weil er für die Operation möglicherweise eine Narkose bekommt.

Der wichtigste und eiligste Notfall am Auge ist die Verätzung mit Lauge oder Säure. Nur durch sofortiges, ausdauerndes Spülen des Auges kann man eine drohende Erblindung verhindern.

Warum muss eine Pupillenerweiterung mit Augentropfen erfolgen, was ist zu beachten?

Warum muss eine Pupillenerweiterung mit Augentropfen erfolgen, was ist zu beachten?

Der Augenarzt kann eine Reihe von Erkrankungen des Auges feststellen, indem er den Augenhintergrund genau untersucht. Dazu ist es notwendig, die Pupille mit Augentropfen zu erweitern, um einen besseren Einblick ins Auge zu haben. Dann leuchtet der Augenarzt mithilfe eines Augenspiegels den Augenhintergrund aus. So kann er die Netzhaut mit ihren Gefäßen, die Eintrittsstelle des Sehnervs und die Stelle des schärfsten Sehens (gelber Fleck oder auch Makula genannt) im hinteren Bereich des Auges untersuchen.

Wann ist eine Pupillenerweiterung notwendig?

  • Durch die Pupille kann der Augenarzt mit einem speziellen Spiegel, dem Ophthalmoskop, in das Auge hineinsehen. Eine genaue und gründliche Untersuchung des Augenhintergrundes ist nur dann möglich, wenn die Pupille mit Augentropfen erweitert wird.
    Beim Verdacht auf folgende Augenerkrankungen ist oft eine Pupillenerweiterung nötig
  • Mit dem Ophthalmoskop kann der Arzt nicht nur Augenerkrankungen feststellen, sondern auch Hinweise auf mögliche Erkrankungen anderer Organe am Augenhintergrund geben.
  • Zu den Augenerkrankungen zählen:
    • Netzhautrisse und -löcher
    • Netzhautablösung
    • Tumore im Auge
    • Entzündungen der Netzhaut
    • Verschluss der großen Blutgefäße der Netzhaut
    • altersbedingte Makuladegeneration
  • Weitere Erkrankungen, bei denen eine Augenuntersuchung zur Diagnostik von Komplikationen sinnvoll ist:
    • Bluthochdruck bei veränderten Netzhautgefäßen
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bei veränderten Netzhautgefäßen
    • erhöhter Hirndruck bei einer Vorwölbung des Sehnervs ins Auge

Spezielle Augentropfen

  • Natürlicherweise erweitert sich die Pupille in der Dämmerung und nachts, um so mehr Licht ins Auge zu lassen. So sieht man bei Dunkelheit besser. Das geschieht unwillkürlich, das heißt willentlich kann man diesen Vorgang nicht steuern.
  • Der Augenarzt verwendet spezielle Augentropfen, um die Pupillen zu erweitern. Die Augentropfen müssen 15 bis 30 Minuten einwirken, bis sich die Pupillen vollständig erweitert haben und der Augenarzt mit der Untersuchung beginnen kann. Von den Tropfen und der Pupillenerweiterung spürt der Patient nichts. Während dieser Zeit kann man wieder im Wartezimmer Platz nehmen. Trägt der Patient Kontaktlinsen, muss er sie vor dem Eintropfen entfernen, frühestens 15 Minuten nach der Anwendung darf er sie wieder einsetzen.

Das ist dringend zu beachten!

  • Durch die Pupillenerweiterung erhöht sich die Blendempfindlichkeit, da die Pupillen sich nicht verengen können. Außerdem kann man insbesondere in der Nähe nur verschwommen sehen. Deshalb ist auch das Auto- oder Motorradfahren mit medikamentös erweiterten Pupillen nicht gestattet. Darauf muss man beim Besuch des Augenarztes unbedingt achten. Die Pupillenerweiterung hält mehrere Stunden an. Während dieser Zeit ist auch das Lesen schwierig, die Orientierung im Raum ist jedoch ohne Weiteres möglich.
  • Patienten mit grünem Star (Glaukom) dürfen pupillenerweiternde Augentropfen nicht anwenden, da ein Glaukom-Anfall ausgelöst werden kann.

Durch eine Pupillenerweiterung erhält der Arzt die Möglichkeit, den Augenhintergrund besser zu untersuchen. Werden die Pupillen beim Augenarzt durch Tropfen erweitert, darf man einige Stunden nicht Auto oder Motorrad fahren. Das Sehen in der Nähe ist häufig für mehrere Stunden eingeschränkt.

Was macht eine Sehschule?

Was macht eine Sehschule?

Eine Sehschule ist meist eine spezielle Abteilung einer Augenklinik. Es gibt sie jedoch auch in Augenarztpraxen. Hier behandeln sogenannte Orthoptisten gemeinsam mit Augenärzten Patienten, die an einer Augenbewegungsstörung wie Schielen oder Augenzittern, einer Sehschwäche oder einer damit zusammenhängenden Augenerkrankung leiden.

Was ist die Aufgabe einer Sehschule?

  • In einer Sehschule werden Patienten jeden Alters behandelt. Neben der eigentlichen Behandlung gehören zu den Aufgabenbereichen einer Sehschule auch die Vorbeugung, Diagnostik und Rehabilitation von Augenerkrankungen.
  • Sehschulen heißen häufig auch Orthoptik, orthoptische Abteilung oder Abteilung für Strabologie/Strabismologie und Neuroophthalmologie.

Was ist die Aufgabe des Augenarztes, was die der Orthoptisten?

  • Augenarzt und Orthoptist haben verschiedene Aufgabenfelder, arbeiten aber in einer Sehschule immer eng zusammen. Der Augenarzt untersucht das Auge komplett und beschäftigt sich mit allen auftretenden Augenerkrankungen und deren Therapie.
  • Orthoptist ist ein medizinischer Fachberuf, der spezielle Kenntnisse über Augenbewegungen und visuelle Wahrnehmung voraussetzt. Typische Krankheitsbilder, die in einer Sehschule durch Orthoptisten untersucht und behandelt werden, sind:
    • Schiel-Erkrankungen: ständige oder wiederkehrende Fehlstellung eines Auges, Blickrichtung beider Augen weicht voneinander ab
    • Augenzittern
    • Augenbewegungsstörungen
    • Sehschwäche

Die orthoptische Untersuchung in der Sehschule

  • Zu einer Untersuchung der Augen durch den Orthoptisten gehören eine ausführliche Befragung des Patienten zu seinen Beschwerden sowie die Prüfung des Sehvermögens in der Nähe und der Ferne. Ein Orthoptist beurteilt die Zusammenarbeit beider Augen und deren Beweglichkeit sowie eine mögliche Schielstellung, misst den Schielwinkel und führt die für eine Schieloperation notwendigen Voruntersuchungen durch. Daneben prüft er das Farbensehen, das Kontrastsehen sowie den Beleuchtungsbedarf.
  • Zur Früherkennung von Sehrstörungen werden Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter vorbeugend untersucht.
  • Immer öfter werden Sehstörungen diagnostiziert und behandelt, deren Ursachen man zunächst gar nicht dem Sehen zuordnet. Beispiele hierfür sind Beschwerden bei der Bildschirmarbeit, Wahrnehmungsstörungen, Lese-Recht-Schreibschwächen, Legasthenie

Die orthoptische Therapie und Rehabilitation in der Sehschule

  • Ein wichtiger Aufgabenbereich der Sehschule ist die Behandlung von Schielerkrankungen bei Kindern. Wird eine solche Behandlung nicht rechtzeitig durchgeführt, kann daraus die bleibende Schwachsichtigkeit eines Auges resultieren. In der Sehschule wird ein genauer Therapieplan erarbeitet, nachdem das gut sehende Auge mit einem Pflaster stundenweise abgeklebt wird. So kann häufig die volle Sehschärfe auf beiden Augen und eine Behebung des Schielens erreicht werden.
  • Aber auch Erwachsene werden in der Sehschule behandelt. Dies kann beispielsweise der Fall bei Augenbewegungsstörungen nach einem Unfall, Tumor oder Schlaganfall sein. Bei Beschwerden aufgrund eines versteckten Schielens hilft die Sehschule durch ein darauf abgestimmtes Sehtraining.
  • Daneben wird Erwachsenen mit einer bleibenden Sehbehinderung gezeigt, wie sie mit ihrem Restsehvermögen im Alltag am besten umgehen können. Dazu gehört das Anpassen vergrößernder Sehhilfen (Brille, Lupenbrille, Fernrohr usw.), das Einüben bestimmter Strategien, um die Lesefähigkeit zu erhalten und die Orientierungsfähigkeit zu stärken sowie computergestütztes Schreibtraining und anderes.

Eine Sehschule ist eine spezialisierte Abteilung an einer Augenklinik oder beim Augenarzt, in der Patienten mit Schiel-Erkrankungen, Sehschwäche oder Augenbewegungsstörungen untersucht und behandelt werden.

Laser Operation

Laser Operation

Zum Ausgleich einer Fehlsichtigkeit kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Lasik und Photorefraktäre Keratektomie sind dabei sehr häufig eingesetzte Verfahren.

LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis):

LASIK ist das häufigste chirurgische Verfahren zur Korrektur von Brechungsfehlern (refraktive Chirurgie). Mit ihm werden Kurz-, Weitsichtigkeit und Astigmatismus behandelt. Bei diesem Verfahren wird mit einem so genannten Mikrokeratom eine sehr dünne Lamelle aus dem Zentrum der Hornhaut herausgeschnitten. Mit einem Excimer-Laser wird das Hornhautgewebe unter der Lamelle bearbeitet. Anschließend wird die Lamelle wieder an ihren Platz im Auge eingesetzt und verheilt in wenigen Tagen. LASIK ruft während und nach dem Eingriff kaum Beschwerden hervor. Das Sehvermögen bessert sich rasch, die meisten Patienten können ein bis drei Tage nach dem Eingriff wieder arbeiten. Für Menschen, die unter Beschwerden leiden, die einen refraktiven chirurgischen Eingriff ausschließen, und für solche, die eine dünne Hornhaut oder ein lockeres Hornhautepithel und große Pupillen haben, ist LASIK unter Umständen nicht geeignet.

Photorefraktäre Keratektomie (PRK):

Auch bei diesem laserchirurgischen Verfahren wird die Hornhaut neu geformt. Mit dieser Methode werden vornehmlich mittelschwere Kurzsichtigkeit, leichter Astigmatismus und Weitsichtigkeit korrigiert. Bei der photorefraktären Keratektomie werden mit computergesteuerter Laserstrahlung winzige Hornhautbereiche entfernt und auf diese Weise die Form der Hornhaut verändert. Dadurch wird das Licht stärker auf die Netzhaut fokussiert und die Sehschärfe verbessert. Die Hornhautbehandlung dauert pro Auge gewöhnlich nicht einmal eine Minute. Die PRK ist schmerzhafter als LASIK und erfordert eine längere Genesungszeit. Sie kann aber auch bei Patienten durchgeführt werden, für die LASIK ungeeignet ist, z. B. solche mit einem lockeren Hornhautepithel oder einer dünnen Hornhaut.

Stand 08.2010

Computerarbeitsplätze – was ist zu beachten?

Computerarbeitsplätze – was ist zu beachten?

Jeder Zweite arbeitet täglich mit einem Rechner. Die meisten Computerarbeitsplätze sind aber nicht richtig eingerichtet, was zu Gesundheitsproblemen führen kann.

Bildschirmarbeit belastet vor allem die Augen, beansprucht aber auch den ganzen Körper. Voraussetzungen für ein gesundes Arbeiten am Computer sind der richtige Monitor, eine optimale Beleuchtung und eine ergonomisch perfekte Sitzposition. Die Anforderungen an einen gesunden Bildschirmarbeitsplatz sind unter anderem in der Bildschirmarbeitsverordnung festgehalten.

Welchen Anforderungen muss der Monitor genügen?

  • Die Größe des Bildschirms sollte an die jeweilige Arbeitsanwendung angepasst werden. Für einfache Textverarbeitung reicht eine Bildschirmdiagonale von 15 Zoll aus, für Grafikanwendungen sollten es mindestens 20 Zoll sein. Flimmert der Bildschirm, was bei Röhrenbildschirmen häufig der Fall ist, verursacht das Augenbrennen und Kopfschmerzen. Eine ausreichend große Bildschirmdarstellung, die keine Verzerrungen zeigt, ist deshalb unverzichtbar. Die Angaben der Bildschirmdiagonale sind bei Röhrenmonitor und LCD-Display nicht direkt vergleichbar. Ein 15-Zoll-LCD-Monitor hat ein sichtbares Bild von 38 cm und entspricht einem 17-Zoll-Röhrenmonitor.
  • Die Schrift auf dem Monitor sollte aussehen wie gedruckt, das bedeutet: am besten schwarz auf weißem oder sehr hellem Grund. Der Monitor steht dann richtig, wenn sich die erste Schriftzeile etwas unterhalb der Augenhöhe befindet. Auch die Entfernung zwischen Monitor und Auge spielt eine Rolle. Sie sollte mindestens 50 Zentimeter, besser noch 70 Zentimeter betragen.

Wie wichtig ist die richtige Beleuchtung?

  • Die Beleuchtung rund um den Arbeitsplatz wirkt sich besonders stark auf die Augen aus. Mit Vorhängen oder Jalousien lässt sich der Einfall des Tageslichts regulieren. Der Raum sollte möglichst gleichmäßig ausgeleuchtet sein, zu hohe Kontraste vermieden werden. Sonst muss sich das Auge ständig neu einstellen. Auch die Ausrichtung des Monitors ist wichtig. Optimal ist das Fenster parallel zur Blickrichtung bzw. der Bildschirm im rechten Winkel zum Fenster. Wer eine Arbeitsplatzlampe benutzt, sollte sie nicht alleine, sondern immer mit der normalen Zimmerlampe anschalten.

Gutes Sehen am Computer

  • Generell sollte jeder Bildschirmarbeiter seine Augen regelmäßig vom Augenarzt überprüfen lassen. Vor allem ab 45 Jahren ist man gut beraten, sich bei Sehproblemen eine Brille zuzulegen. Um die Augen für die speziellen Sehanforderungen im Büro und vor dem Computerschirm zu korrigieren, haben einige Glashersteller spezielle Bildschirmbrillen entwickelt. Übliche Lesebrillen sind nur bedingt geeignet, da sie meist nur einen geringen Entfernungsspielraum zulassen wie z. B. das Lesen aus 40 bis 50 cm Entfernung. Der weiter entfernte PC-Bildschirm ist damit aber häufig nicht mehr scharf. Bildschirmbrillen haben eine variable Sehstärke und können für Sehentfernungen zwischen der Schriftvorlage (z. B. 40 cm) und dem Bildschirm (z. B. 80 cm) genutzt werden.

Gibt es eine optimale Sitzposition?

  • Für die Arbeit am Computer eignet sich am besten ein ergonomisch gestalteter Büroarbeitsstuhl. Er ermöglicht eine unverkrampfte Sitzhaltung und schont den Rücken. Die Rückenlehne sollte flexibel sein und jede Bewegung begleiten. Mithilfe von Armlehnen lassen sich Unter- und Oberarm entspannt im rechten Winkel zueinander aufstützen. Eine leicht nach unten geneigte Sitzfläche verbessert zudem die Arbeitshaltung.

Regelmäßige Pausen sind wichtig

  • Der Gesundheitsschutz bei der Bildschirmarbeit ist in der Bildschirmarbeitsverordnung gesetzlich geregelt. Demnach muss der Arbeitgeber die Tätigkeit am PC so organisieren, dass Beschäftigte regelmäßig Pausen machen können oder ihre Arbeit am Monitor hin und wieder durch andere Tätigkeiten unterbrechen können. Wer Probleme durch langes Sitzen oder Augenbrennen bekommt, sollte darüber unbedingt mit seinem Arbeitgeber sprechen.
  • Informationen im Internet: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (www.baua.de)

Tipps für ein augen- und rückenfreundliches Arbeiten am PC:
• Stellen Sie Ihren Bildschirm im rechten Winkel quer zum Fenster auf.
• Verwenden Sie einen Lichtschutz am Fenster, wenn Sie das Tageslicht blendet.
• Schalten Sie die Arbeitsplatzlampe immer nur gemeinsam mit dem Raumlicht ein.
• Sitzen Sie mit entspannten Schultern und halten Sie Ihren Kopf gerade.
• Halten Sie die Ober- und Unterarme etwa im rechten Winkel zueinander.
• Die Ober- und Unterschenkel stehen im rechten Winkel zueinander.

10 Fragen zur Organspende

10 Fragen zur Organspende

1.      Warum sollte man nach seinem Tod Organe spenden?

    • Jährlich können durch Organspenden die Leben von Tausenden von Patienten gerettet oder die Qualität ihres Lebens beträchtlich erhöht werden. Dies ist durch große medizinische Fortschritte hinsichtlich der chirurgischen Operationstechniken und der medizinischen Nachbehandlung möglich. Hierdurch sind Organtransplantationen nahezu zu einem Routineeingriff geworden.
    • Die Zahl der Organspender in Deutschland ist jedoch zu gering und nimmt weiter ab. So sterben pro Jahr Tausende von Patienten auf der Warteliste für einen Organersatz, die gerettet werden könnten, wenn sich mehr Menschen vor ihrem Ableben bereit erklären würden, ihre Organe zu spenden.

2.      Wie wird man Organspender?

    • Dieser Schritt ist einfach. Man benötigt  einen Organspendeausweis, füllt ihn entsprechend aus und bewahrt ihn zusammen mit Personalausweis  z.B. im Portemonnaie auf.

3.      Man sollte seine Angehörigen  informieren, dass man im Falle des Todes einer Organspende zugestimmt hat. Es ist auch möglich auf dem Ausweis nur bestimmte Organe als Spenderorgane zu kennzeichnen, ebenso kann man auf dem Ausweis auch der Organspende komplett widersprechen.

4.       Wo erhält man einen Spenderausweis?

    • Spenderausweise liegen bei vielen Ärzten, Apotheken oder auch in Polizeistationen aus.
    • Im Internet ist ein Spenderausweis unter http://www.organspende-info.de/ erhältlich oder man kann sich an den Arbeitskreis Organspende, Postfach 1562, 63235 Neu-Isenburg wenden. Dort erhält man auch weitere Informationen über eine Organspende.

5.      Kann man seinen Entschluss für eine Organspende rückgängig machen?

    • Ja, dies kann jederzeit rückgängig gemacht werden. Man braucht nur den Spenderausweis zu vernichten.

6.      Entstehen den Angehörigen Kosten bei einer Organspende?

    • Alle mit einer Organentnahme und –transplantation verbundenen Kosten werden von den Krankenkassen der Empfänger bezahlt.
    • Im Gegensatz zu anderen Ländern werden aber die Bestattungskosten des Spenders nicht übernommen. Auch andere finanzielle Vergütungen für die Organspende werden nicht gezahlt.

7.      Welche Verstorbenen können Organspender sein?

    • Nur Hirntote mit künstlich aufrechterhaltenem Herz-Kreislauf-System kommen als Organspender in Frage. Es können also Patienten sein, die auf einer Intensivstation meist an den Folgen einer Kopfverletzung oder einer Hirnblutung sterben. Das passiert bei nur ca. 1 % der 400.000 Patienten, die jährlich in Deutschland im Krankenhaus sterben. In der Regel tritt zunächst der Herzstillstand ein.

8.      Gibt es eine Altersobergrenze für eine Organspende?

    • Eine generelle Obergrenze gibt es nicht mehr. Entscheidend ist der Funktionszustand der Organe. Als Richtlinie kann man etwa 70 Jahre ansehen.

9.      Ist der Hirntod ein sicheres Todeszeichen?

    • Der Hirntod gilt heute international als sicheres Todeszeichen. Es kann durch verschiedene Untersuchungen zweifelsfrei festgestellt werden, dass die Hirnfunktionen unwiderruflich erloschen sind.
    • Für die Feststellung des Hirntodes sind strenge Richtlinien erlassen. Zwei erfahrene Ärzte müssen die Untersuchungen unabhängig voneinander durchführen und dürfen nicht selbst an Organentnahmen oder Transplantationen beteiligt sein.

10.   Wann darf ein Organ entnommen werden?

    • Die Entnahme von Organen ist nach dem Deutschen Transplantationsgesetz (DTG) nur zulässig, wenn vor der Entnahme bei dem Spender der nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstammes festgestellt ist.
    • Eine Entnahme von Organen darf nur erfolgen, wenn eine Einwilligung des Spenders vorliegt. Liegt eine solche nicht in Form eines Spenderausweises vor, so entscheiden die Angehörigen nach seinem mutmaßlichen Willen.

11.    Wie stehen die Kirchen zur Organspende?

    • Schon im Jahre 1990 haben die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland eine gemeinsame Erklärung zur Organtransplantation herausgegeben: „Aus christlicher Sicht ist die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tode ein Zeichen der Nächstenliebe und Solidarisierung mit Kranken und Behinderten“ und „Angehörige, die die Einwilligung zur Entnahme von Organen geben, machen sich nicht eines Mangels an Pietät gegenüber dem Verstorbenen schuldig. Sie handeln ethisch verantwortlich, weil sie ungeachtet des von ihnen empfundenen Schmerzes im Sinne des Verstorbenen entscheiden, anderen Menschen beizustehen und durch Organspende Leben zu retten.“

Wenn Sie sich dazu entscheiden, Organspender zu werden, sollten Sie einen Organspende-Ausweis mit sich führen und auch Ihre Angehörigen darüber informieren, dass Sie grundsätzlich zu einer Organspende bereit sind.

Allergische Reaktionen am Auge

Allergische Reaktionen am Auge

Besonders im Frühjahr, wenn die ersten Pollen fliegen, leiden viele Allergiker häufiger an Bindehautentzündung. Dabei können die Augen jucken und brennen. Diese allergische Form der Bindehautentzündung lässt sich gut behandeln.

Mögliche Symptome

  • Bei der allergischen Bindehautentzündung jucken die Augen, sind rot und geschwollen. Aus den Tränendrüsen läuft Flüssigkeit. Die Augen sind sehr lichtempfindlich, das Sehvermögen ist jedoch nicht eingeschränkt. In der Regel sind beide Augen betroffen.
  • Meist reagiert außer den Augen auch die Nase: Niesen, Nasenlaufen und geschwollene Schleimhäute sind die Folge. In schwereren Fällen kann es auch zu Atemnot kommen.

Verschiedene Auslöser

  • Das Abwehrsystem des menschlichen Körpers erkennt körperfremde Stoffe, die dem Organismus gefährlich werden können, und macht sie unschädlich. Bei Krankheitserregern und anderen Schadstoffen ist dies sehr sinnvoll.
  • Manchmal bekämpft das Abwehrsystem jedoch Substanzen, die dem Körper eigentlich gar nicht schaden, beispielsweise Tierhaare oder Blütenpollen. In diesem Fall spricht man von einer Allergie. Bei wiederholtem Kontakt mit diesen Stoffen reagiert das Abwehrsystem zu heftig. Ein Entzündungsprozess wird ausgelöst, der die beschriebenen unangenehmen Erscheinungen hervorruft.
  • Am Auge können viele verschiedene Stoffe zu einer allergischen Reaktion führen. Zu den häufigsten gehören:
    • Blütenpollen, z. B. beim Heuschnupfen
    • Hausstaubmilben
    • Tierhaare
  • Seltener zu einer Allergie führen:
    • Arzneistoffe, z. B. Antibiotika in Augentropfen
    • Konservierungsstoffe in Augentropfen
    • Kosmetika
    • Modeschmuck

Ursachenforschung

  • Die Diagnose „allergische Bindehautentzündung“ ist meist rasch gestellt, eine genaue Befragung des Patienten und eine Untersuchung der Augen reichen dazu aus. Nun heißt es, die Ursache herauszufinden. Hier stehen Fragen nach dem Auftreten der Beschwerden, nach Beruf, Freizeitaktivitäten, Haustieren u. a. im Vordergrund.
  • Um den Allergieauslöser herauszufinden, kann auch ein sogenannter Provokationstest durchgeführt werden. Hierfür bringt der Arzt winzige Mengen der in Frage kommenden Stoffe in die Haut ein oder auf sie auf. Kommt es an den entsprechenden Stellen zu Juckreiz und Rötung und bildet sich eine kleine Quaddel, ist der Allergieauslöser entdeckt. Im Zweifelsfall kann die verdächtige Substanz auch ins Auge getropft werden. Die Suche war erfolgreich, wenn sich das Auge rötet und Tränen absondert.

Welche Therapie hilft?

  • Am wichtigsten ist es, den Allergieauslöser zu meiden, damit die Augen gar nicht erst gereizt werden. Das ist leider nicht immer möglich. In diesen Fällen kann der Arzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben:
    • Künstliche Tränen spülen das Auge und verringern so die Menge der Reizstoffe auf der Bindehaut.
    • Antihistaminika stabilisieren das Abwehrsystem und verhindern, dass es überreagiert.
    • Bei starken und hartnäckigen Beschwerden kann man über einen kurzen Zeitraum Kortikoide (Kortison) als Augentropfen oder -salbe anwenden.

Was kann man selber tun?

  • Um die Beschwerden zu lindern, sollte man den Kontakt zu den Allergieauslösern so gering wie möglich halten. Dazu tragen einige Verhaltensmaßnahmen bei:
    • die Augen nicht reiben, denn dadurch werden Beschwerden verschlimmert
    • häufig Hände und Gesicht waschen, um möglichst viel von den allergieauslösenden Substanzen zu entfernen
    • bei Pollenallergie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen lassen, denn davon können sich Pollen ablösen
    • bei Pollenallergie abends die Haare waschen, um darin haftende Pollen nicht auf dem Kopfkissen zu verteilen
    • spezielle Seife, Hautpflegemittel und Kosmetika verwenden

Die beste Therapie bei allergischen Reaktionen am Auge besteht darin, den Kontakt mit den allergieauslösenden Stoffen zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, kann der Arzt wirkungsvolle Medikamente verschreiben.

Augenschutz am Arbeitsplatz

Augenschutz am Arbeitsplatz

Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Rund 90 % der Sinneseindrücke nehmen wir mit dem Auge wahr. Ein gutes Sehvermögen trägt wesentlich zur Vermeidung von Unfällen bei. Deshalb müssen Augen regelmäßig kontrolliert, aber auch wirksam vor Verletzungen geschützt werden – vor allem im Beruf. An vielen Arbeitsplätzen besteht eine besondere Gefahr. Hier ist das Tragen des richtigen Augenschutzes besonders wichtig.

Gefahren für das Auge

  • Welchen Gefahren das Auge ausgesetzt ist, hängt vom Arbeitsplatz, der Tätigkeit und den verwendeten Arbeits- und Hilfsstoffen ab. Die Gefahrenquellen im Einzelnen:
    • Mechanische Einwirkungen: z. B. Stöße oder Stiche, aber auch Fremdkörper wie Späne, Splitter, Körner usw. können das Auge treffen und verletzen.
    • Optische Strahlung: UV-Strahlung tritt z. B. beim Schweißen, bei der Lacktrocknung, der Kunststoffhärtung oder bei medizinischen Anwendungen auf. Sie ist gefährlich für Haut und Augen. Bei der Einwirkung dieser Strahlung auf die Augen kann es langfristig zum Augenkatarakt (Grauer Star) oder kurzfristig zu Horn- oder Bindehautentzündungen („Verblitzen“) kommen. Infrarote Strahlung geht z. B. von feuerflüssigen Massen in der Metall- oder Glasindustrie aus. Sie tritt aber auch bei Schweißvorgängen auf. Sie kann Schädigungen der Netzhaut und Linse verursachen.
    • Säuren, Laugen, Lösemittel können sich im Augenwasser lösen und das Auge schwer schädigen.
    • Thermische Einwirkungen wie Hitze können über Gase oder durch Infrarotstrahlung übertragen werden und die Hornhaut reizen. Kälte,
      z. B. bei längerem Aufenthalt in kalter Witterung oder in Kühlhäusern, kann zum Tränen der Augen und zu Erfrierungen führen.
    • Biologische Stoffe wie Bakterien, Viren und Sporen können über das Auge in den Körper gelangen und Infektionen verursachen.

Augenschutz muss sein

  • Je nach möglichen Gefährdungen ist ein Unternehmen verpflichtet, den entsprechenden Augen- und Gesichtsschutz für seine Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Die Auswahl des geeigneten Augen- und Gesichtsschutzes erfolgt mit Hilfe der Berufsgenossenschaftlichen Regel „Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz“ (BGR 192). Zum Einsatz kommen Schutzbrillen, Schutzschilde, Schutzschirme oder Schutzhauben. Sie dürfen die Sicht nicht einschränken, müssen aber Gesicht und Augen ausreichend schützen.

Welcher Schutz für wen?

  • Ein Schutz gegen Gefährdungen durch optische Strahlung wird durch den Einsatz von Schutzfiltern erreicht. Bei Gas-, Löt-, und Lichtbogenschweißarbeiten sollte man Schutzbrillen mit speziellen Schweißerschutzfiltern tragen. Gegen Einwirkungen von Gasen, Dämpfen, Nebel, Rauch und Feinstaub schützen Korbbrillen, also Brillen, die das Auge komplett abdecken. Spezielle Beschichtungen oder Visiere aus Drahtgewebe sichern die Augen vor thermischen Gefährdungen, z. B. Schmelzmetallspritzern oder Gasen. Vor Bakterien und Viren schützen spezielle Korbbrillen oder Gesichtsschutzschirme mit Schutz gegen Tröpfchen bzw. Spritzer.

Was brauchen Brillenträger?

  • Beschäftigte, die eine Brille zur Korrektur ihrer Fehlsichtigkeit tragen, können diese für kurzzeitige Arbeiten mit einer Korbbrille oder Visieren kombinieren, langfristig sollten sie aber Schutzbrillen mit korrigierenden Sicherheitsgläsern einsetzen. Für eine optimale Anpassung ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Augenarzt oder Augenoptiker notwendig.

Erste Hilfe

  • Kommt es am Arbeitsplatz dennoch zu einer Verletzung der Augen, ist rasches Handeln erforderlich. Durch Spülen mit reichlich Wasser lassen sich ätzende Flüssigkeiten, Lösemittel und auch nicht festsitzende Fremdkörper aus dem Auge entfernen. Bei Verletzungen durch Säuren und Laugen gilt: Sofort das Auge spülen, um die eingedrungene Säure oder Lauge zu verdünnen und wegzuwaschen. Am besten wirkt Leitungswasser, doch falls kein Wasser greifbar ist, kann man fast jede andere Flüssigkeit verwenden, auch beispielsweise Bier oder Limonade. Nicht geeignet sind Milch oder milchhaltige Produkte, weil diese das Eindringen der Chemikalie begünstigen und das Auge zusätzlich verkleben können. Einen Fremdkörper, der noch im Auge steckt, nicht herausziehen, sondern stecken lassen. Blutet die Verletzung, sollte das Auge mit einer sterilen Kompresse abgedeckt werden. Bei allen Verletzungen sollte man umgehend einen Augenarzt aufsuchen.

Wenn Sie mit gefährdenden Stoffen arbeiten, ist Augenschutz unerlässlich. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber notfalls darauf an. Achten Sie außerdem auf eine gute Passform der Schutzbrille.

Führerscheingutachten – was bietet der Augenarzt?

Führerscheingutachten – was bietet der Augenarzt?

Um sich selbst und andere im Straßenverkehr nicht zu gefährden, ist es notwendig, sowohl bei Tag als auch bei Nacht optimal sehen zu können. Ist das Sehvermögen eingeschränkt, erhöht sich das Unfallrisiko deutlich. Daher muss man für den Führerschein in bestimmten Klassen ein augenärztliches Gutachten vorlegen.

Wer braucht ein Führerscheingutachten?

  • Wer einen LKW-Führerschein (C, CE, C1, C1E), den Busführerschein (D, DE, D1, D1E) sowie die Lizenz zur Fahrgastbeförderung (P-Schein, Taxi) erwerben will, muss sich auf jeden Fall bei seinem Augenarzt ein Führerscheingutachten ausstellen lassen.
  • Für einen PKW- und Motorradführerschein reicht normalerweise ein Sehtest beim Optiker.
  • Wenn ein Auge weniger als 70 % Sehschärfe hat, wird auch für den Motorrad- und Kfz-Führerschein (A, B, BE) ein augenärztliches Gutachten verlangt. Fahrer von LKW ab 3,5 Tonnen Nutzlast, die älter als 50 Jahre sind, müssen ihren Führerschein alle fünf Jahre verlängern lassen. Für diese Verlängerung ist neben einer Verkehrstauglichkeitsbescheinigung des Hausarztes auch ein Führerscheingutachten vom Augenarzt notwendig.

Was wird bei einem Führerscheingutachten geprüft?

  • Wenn der Augenarzt ein Führerscheingutachten erstellt, untersucht er die Augen und deren Sehfähigkeit. Dafür orientiert er sich an den Vorgaben des Gesetzgebers, der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). In der Regel wird Folgendes überprüft:
    • die Sehschärfe
    • das Sehvermögen bei Dämmerung und die Blendempfindlichkeit
    • das Gesichtsfeld
    • das Farbensehen
    • das räumliche Sehen
  • Daneben achtet der Arzt auf Augenerkrankungen und auf mögliches Schielen.

Sehschärfe

  • Sehschärfe bedeutet die Fähigkeit des Auges, auch kleine Dinge noch scharf zu sehen. Je geringer die Sehschärfe, desto später wird ein Gegenstand wahrgenommen. Eine gute Sehschärfe ist besonders wichtig, um die Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer schnell und richtig einzuschätzen, beispielsweise bei Überholmanövern oder beim Einbiegen in eine Vorfahrtstraße. Der Augenarzt bestimmt die Sehschärfe mithilfe standardisierter Sehtafeln. Ein Wert von 1,0 oder 100 % bedeutet, dass die Sehschärfe nicht eingeschränkt ist.

Sehvermögen bei Dämmerung und Blendempfindlichkeit

  • Die Sehschärfe eines Menschen, der normal sehtüchtig ist, ist bei Nacht nur etwa halb so gut wie am Tag. So kann es sein, dass man beispielsweise einen dunkel gekleideten Fußgänger im Dunkeln kaum noch erkennt. Das Sehvermögen bei Dämmerung und die Blendempfindlichkeit verschlechtern sich auf natürliche Weise mit zunehmendem Alter. Damit möglichst viel Licht ins Auge einfallen kann und man in der Dämmerung besser sieht, sollte man keine getönten Brillengläser tragen. Die Frontscheiben des Autos sollten von innen und außen gut gereinigt und ebenfalls nicht getönt sein.

Gesichtsfeld

  • Das Gesichtsfeld ist der gesamte Bereich, den man bei ruhig gehaltenem Kopf mit dem Auge noch wahrnimmt, wenn man einen Punkt fixiert. Der Augenarzt untersucht das Gesichtsfeld mit einem speziellen Gerät, dem Perimeter.

Farbensehen

  • Im Straßenverkehr problematisch ist eine Rotschwäche oder Rotblindheit. Patienten mit dieser Störung erkennen bei schlechter Sicht, beispielsweise bei Nebel oder starkem Regen, die roten Rücklichter des Vordermanns unter Umständen nicht mehr. Wichtig ist hier ein entsprechend vorsichtiges Fahrverhalten. Eine Grünschwäche oder Grünblindheit hat auf die Teilnahme am Straßenverkehr keinen Einfluss. Der Augenarzt prüft das Farbensehen mit sogenannten Ishihara-Farbtafeln.

Räumliches Sehen

  • Wenn das Zusammenspiel beider Augen gestört ist, kann es sein, dass man doppelt sieht. Das hat zur Folge, dass man nicht mehr genau erkennen kann, wo sich ein Gegenstand befindet und wie weit er entfernt ist. In diesem Fall kann man nicht Auto fahren und bekommt keinen Führerschein.

Wer den Führerschein in bestimmten Klassen machen will, braucht ein Führerscheingutachten. Dafür überprüft der Augenarzt die Sehschärfe, das Sehvermögen bei Dämmerung, die Blendempfindlichkeit, das Gesichtsfeld, das Farbensehen und das räumliche Sehen.

Kinder und Brillen

Kinder und Brillen

Etwa jedes fünfte Kind braucht eine Brille. Doch oft bemerken die Eltern den Sehfehler ihres Kindes nicht. Denn die Kleinen halten ihr individuelles Sehen für normal – sie wissen es ja noch nicht besser – und klagen nicht darüber. Ob und in welchem Ausmaß ein Kind fehlsichtig ist, sollten Eltern deshalb frühzeitig von einem Augenarzt überprüfen lassen.

Richtiges Sehen will gelernt sein

  • Ein Kind lernt sehen, wie es laufen lernt: durch permanentes Üben. Allerdings ist der Zeitraum für diesen Lernprozess begrenzt. Damit sich das Sehvermögen gesund entwickeln kann, müssen Sehfehler unbedingt so früh wie möglich ausgeglichen werden. Ist zum Beispiel die Brechkraft, also die Sehstärke beider Augen sehr unterschiedlich oder schielt das Kind, hilft sich das Gehirn mit einem Trick: Es blendet den Seheindruck des schwächeren Auges aus, das Kind „lernt“ also, mit nur einem Auge zu sehen. Langfristig gesehen droht so eine einseitige Sehschwäche, die nicht mehr rückgängig zu machen ist. Es wird deshalb geraten, alle Kinder spätestens im Alter von zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren augenärztlich untersuchen zu lassen. Wenn ein oder gar beide Elternteile fehlsichtig sind, sollten die Babys schon mit sechs bis neun Monaten zum Augen-Check.

Wie entsteht Fehlsichtigkeit?

  • Kein Auge ist wie das andere. Weicht ein Auge von der Idealform ab, kann der Augapfel zu kurz sein. Das Kind ist dann weitsichtig, sieht also in der Nähe schlecht. Ist der Augapfel dagegen zu lang geraten, ist das Kind kurzsichtig, hat also eher Mühe, in der Ferne scharf zu sehen. Wenn die Wölbung der Hornhaut etwas stärker gekrümmt ist als normal, spricht der Arzt von einer Hornhautverkrümmung. Solche Fehlsichtigkeiten lassen sich in der Regel gut mit einer Brille korrigieren.

Woran erkennen Eltern, dass ihr Kind schlecht sieht?

  • Unsicherheiten beim Laufen über unebene Böden oder unfreiwilliges Anstoßen an Türrahmen können erste Hinweise auf einen Sehfehler sein, den der Arzt abklären sollte. Spätestens, wenn ein Kind mit unkorrigiertem Sehfehler in die Schule kommt, können massive Probleme auftauchen. So muss es sich beispielsweise beim Lesen viel stärker konzentrieren, liest „mit der Nase“, hält den Kopf schief, blinzelt angestrengt oder greift auch mal an Gegenständen vorbei. Ein schlecht sehendes Kind kann Buchstaben und Zahlen nicht richtig erkennen, gibt sie falsch wieder oder verwechselt sie.

Der Besuch beim Augenarzt

  • Um den Grad der Fehlsichtigkeit feststellen zu können, muss der Arzt die Anspannung der inneren Augenmuskulatur vorübergehend lösen. Dazu träufelt er dem Kind spezielle Tropfen ins Auge. So verliert das Auge für eine Weile die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Entfernungen einzustellen. Das ist für das Kind zwar etwas lästig, tut aber nicht weh. Die Wirkung der Tropfen lässt nach einigen Stunden nach und das Kind kann wieder wie gewohnt sehen.

Die richtige Brille

  • Wenn der Arzt eine Brille verschreibt, müssen Eltern manchmal erst einmal Überzeugungsarbeit leisten, um das Kind für die neue Sehhilfe zu gewinnen. Eine Kinderbrille soll schön, stabil und robust sein sowie gut sitzen. Ideal sind leichte Gestelle, die keine Druckstellen verursachen. Weiche elastische Ohrbügel geben der Brille genügend Halt. Auch sollte sich das Kind die Brille selbst aussuchen dürfen. Und: Geht die Brille einmal zu Bruch, ist es ratsam, das Kind nicht zu schimpfen, sondern die Tatsache eher zu bedauern. Dann begreift das Kind den Wert seiner Brille und kann sich auf neue Augengläser freuen. Für Kinder gibt es Brillen aus besonders robusten und unempfindlichen Materialien. Hierzu sollte man sich beraten lassen.
  • Für die Untersuchung beim Augenarzt ist es nie zu früh. Schon Säuglinge können problemlos eine Brille tragen.
  • Lassen Sie den Sehfehler bzw. die Brille Ihres Kindes regelmäßig vom Augenarzt überprüfen.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind eine positive Einstellung zur Brille, damit es sie gerne trägt.

Kontaktlinsen

Kontaktlinsen

Um Sehfehler zu korrigieren, gibt es außer Brillen auch Kontaktlinsen. Sie sind aus Kunststoff und schwimmen direkt auf der Tränenflüssigkeit des Augapfels. Damit entfällt zwar die manchmal störende Brille, allerdings müssen Kontaktlinsen aufwändiger gepflegt werden. Wer sich für Kontaktlinsen entscheidet, sollte sie sich unbedingt vom Augenarzt anpassen lassen.

Was ist der Vorteil von Kontaktlinsen?

  • Während die Brille auf der Nase – und damit ein Stück entfernt vom Auge – sitzt, korrigieren Kontaktlinsen Fehlsichtigkeiten direkt am Auge. Damit punkten sie vor allem beim Sport: Sie beschlagen und verrutschen nicht, auch der oftmals störende Brillenrand fällt weg. Viele Linsenträger schätzen es, dass sie auch am Rand des Gesichtsfelds scharf sehen können.
  • Ein weiterer Vorteil: Mit Kontaktlinsen lassen sich fast alle Arten der Fehlsichtigkeit korrigieren, auch solche, die durch Unregelmäßigkeiten der Hornhaut hervorgerufen und nicht mit Brillengläsern ausgeglichen werden können.
    Die ärztliche Voruntersuchung
  • Kontaktlinsen sollten nicht von der Stange gekauft, sondern müssen individuell ausgewählt werden. Eine falsche Kontaktlinse kann das Auge schädigen, indem sie beispielsweise die Versorgung der Hornhaut mit Sauerstoff reduziert. Deshalb prüft der Augenarzt bei der Voruntersuchung, ob alle Grundvoraussetzungen für das Tragen von Linsen gegeben sind. So muss zum Beispiel die Art der Kontaktlinse mit der individuellen Krümmung der Hornhaut des Trägers harmonieren. Dazu vermisst der Arzt die Hornhaut bis ins kleinste Detail und kann so die Linsen mit einem optimalen Durchmesser individuell auswählen.

Weiche Kontaktlinsen…

  • Grundsätzlich gibt es weiche und formstabile (man spricht auch von harten) Kontaktlinsen. Weiche Kontaktlinsen haben ihre Vorteile bei der sogenannten Spontanverträglichkeit. Das bedeutet, dass sie bei der ersten Anprobe in der Regel sehr gut verträglich sind. Sie sind kaum spürbar und sitzen angenehm, weil sie sich der Hornhautoberfläche sofort anpassen. Sie eignen sich allerdings nicht für jede Art der Fehlsichtigkeit.
  • Mittlerweile gibt es unter den weichen Sehhilfen auch ein großes Angebot an sogenannten Austauschlinsen, die der Träger täglich, wöchentlich oder monatlich gegen neue Linsen auswechselt. Sie haben in der Regel einheitliche Durchmesser und Korrekturmöglichkeiten. Daher sind sie nicht für jedes Auge gleich gut geeignet. Welche Linsen individuell die richtigen sind, weiß der Augenarzt.
    …oder formstabile (harte) Kontaktlinsen?
  • Formstabile Linsen sind für manche Sehfehler besser geeignet als weiche, insbesondere bei starker Hornhautverkrümmung. Zudem vertragen trockene Augen formstabile Kontaktlinsen oft besser, weil sie für Sauerstoff wesentlich durchlässiger sind. Der Begriff „hart“ ist zudem irreführend: „Harte“ Linsen werden heute aus Kunststoffen gefertigt, die etwas flexibel, also verformbar sind; daher die Bezeichnung „formstabil“. Früher bestanden harte Kontaktlinsen aus Glas.
  • Während der Eingewöhnungszeit empfindet der Träger die formstabilen Kontaktlinsen oftmals als Fremdkörper. In der Regel vergeht dieses unangenehme Gefühl rasch, wenn sie regelmäßig getragen werden.

Die richtige Hygiene beherzigen

  • Der unmittelbare Kontakt der Kontaktlinsen zum Auge erfordert Sorgfalt und die Einhaltung einiger Regeln. So müssen Kontaktlinsen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Die kleinen Kunststofflinsen schwimmen auf dem Tränenfilm und werden jeden Tag mit Schmutzpartikeln und Bakterien verunreinigt. Auch die Tränenflüssigkeit enthält Stoffe, die sich auf den Linsen festsetzen, z. B. Salze, Eiweiße oder Fette. Deshalb ist eine penible Linsenpflege unerlässlich. Wichtig ist außerdem, dass das Pflegemittel auf die Augen, die Tränenflüssigkeit, die Linsen sowie die Eigenheiten und Gewohnheiten des Trägers abgestimmt ist. Sonst reagieren die Augen möglicherweise mit Reizungen.
  • Vorsicht ist bei unqualifizierten Angeboten aus dem Internet geboten. Ohne eine medizinische Beratung sollten Kontaktlinsen generell nicht angewendet werden.
  • Für Träger von Kontaktlinsen sind regelmäßige Kontrolltermine etwa zwei- bis viermal jährlich nötig.

Darauf sollten Sie achten:

  • Nehmen Sie die erforderlichen Kontrolltermine bei Ihrem Augenarzt unbedingt wahr. Gehen Sie nicht erst dann zum Arzt, wenn Sie bereits Beschwerden haben!
  • Das Anpassen der Kontaktlinsen sollte dem Augenarzt vorbehalten bleiben. Er weiß, welche Linsentypen für Ihre Augen am besten sind.
  • Achten Sie auf die richtige Hygiene. Reinigen und desinfizieren Sie die Linsen konsequent nach jedem Tragen!

Sonnenbrillen

Sonnenbrillen

Es ist allgemein bekannt, dass ultraviolette Strahlung die Haut schädigt. Doch auch die Augen sind ohne Schutzmaßnahmen durch das energiereiche Licht gefährdet. Viele Menschen setzen die Augen immer noch sorglos der Sonne aus. Mit einer geeigneten Sonnenbrille kann jeder seine Augen schützen. Eine Universal-Sonnenschutzbrille für jeden Zweck gibt es zwar nicht, dafür eine breite Auswahl von geeigneten Schutzgläsern und Tönungen.

UV-Strahlen gefährden die Augen

  • Die abnehmende Schutzwirkung der Ozonschicht, aber auch vermehrte Freizeit- und Sport-Aktivitäten im Freien machen den Sonnenschutz immer wichtiger.
  • Die Augen reagieren empfindlich auf die ultraviolette Strahlung (UV = ultraviolett). Sie ist ein natürlicher Anteil des Sonnenlichts, der von Menschen aber mit den Augen nicht wahrgenommen wird. Dennoch kann UV-Strahlung die Hornhaut der Augen dauerhaft schädigen, ohne dass man es anfänglich merkt. Im Schnee und am Wasser ist das Auge noch stärker gefährdet, da es nicht nur der direkten Strahlung ausgesetzt ist, sondern auch derjenigen, die von der Schnee- oder Wasseroberfläche reflektiert wird. Zu viel Sonnenlicht kann Entzündungen der Binde- und Hornhaut, Grauen Star oder sogar Netzhautschäden hervorrufen.

Die Tönung – worauf es ankommt

  • Der UV-Schutz der Brillengläser hat nichts mit dem Tönungsgrad zu tun. So können auch ungetönte Gläser vollständigen Schutz vor UV-Strahlung bieten. Umgekehrt können tief getönte Gläser beim UV-Schutz komplett versagen. Bei dunklen Brillen ohne UV-Schutz ist der Effekt doppelt schädlich. Die dunklen Gläser sorgen dafür, dass weniger Licht durchgelassen wird. Demzufolge öffnet sich die Iris des Auges. Da aber die Gläser keinen UV-Schutz haben, trifft durch die geöffnete Iris eine wesentlich erhöhte Strahlendosis ins Augeninnere. Eine bleibende Schädigung des Auges ist die Folge.

Die Blendschutzkategorien

  • Vom Tönungsgrad hängt lediglich ab, welchen Blendschutz eine Brille bietet. Je dunkler die Gläser, desto weniger Licht lassen sie durch. Der Blendschutz wird in fünf Kategorien von 0 bis 4 eingeteilt. Die Kategorie 0 (diese Gläser schlucken bis zu 20 Prozent des Lichts) steht für den geringsten, die Kategorie 4 (92 bis 97 Prozent Licht werden blockiert) für den höchsten Blendschutz. Für die normale mitteleuropäische Sonne ist ein Universalfilter der Blendschutzkategorie 2 (57 bis 82 Prozent) empfehlenswert. Am Strand oder in den Bergen kommt idealerweise die Blendschutzkategorie 3 (82 bis 91 Prozent) zum Einsatz.

Sonnenbrille im Straßenverkehr

  • Normalsichtige sollten bei entsprechenden Lichtverhältnissen nicht ohne Sonnenbrille hinters Steuer. Für das Autofahren empfehlen sich braun oder grau getönte Gläser. Diese verfälschen den natürlichen Farbeindruck am wenigsten, Warnschilder und Lichtsignale bleiben gut erkennbar. Gelbliche Tönungen verstärken die Kontraste und sind ebenfalls für den Straßenverkehr geeignet. Fehlsichtige, die auch im Alltag eine Brille brauchen, sollten auch beim Autofahren eine Sonnenbrille mit Korrekturgläsern tragen. Allerdings dürfen die Gläser nicht zu dunkel getönt sein. Denn sonst ist der Autofahrer in Tunnels oder beim Einfahren in schattige Straßen versucht, die Brille schnell abzusetzen und gegen seine „normale“ Brille zu tauschen. Das wiederum kann zu gefährlichen Verkehrssituationen führen. Generell sollten die Bügel nicht zu breit sein, damit sie das Gesichtsfeld nicht einschränken.

Sonnenbrille beim Sport

  • Bei vielen Sportarten ist eine spezielle Sportsonnenbrille aus Kunststoff von Vorteil. Metallfassungen und Mineralgläser der Alltagssonnenbrille bergen bei Stürzen oder Ballsportarten ein Verletzungsrisiko. Außerdem können „normale“ Alltagssonnenbrillen beim Sport verrutschen oder sind nicht robust genug. Die Sehkorrektur kann bei vielen Sportsonnenbrillen direkt ins Glas eingearbeitet werden, oder ein Clipeinsatz sorgt für scharfe Sicht.

Zeichen einer guten Sonnenbrille

  • Wichtigstes Qualitätsmerkmal einer Sonnenbrille ist der UV-Schutz. Gute Sonnenbrillen filtern die kurzwelligen, für das Auge gefährlichen UV-Strahlen heraus. Die Gläser sollten daher über einen sogenannten Breitband-UV-400-Schutz verfügen. Darüber hinaus sollte man auf das CE-Zeichen in der Innenseite des Bügels achten. Mit diesem Zeichen garantiert der Hersteller, dass sein Erzeugnis den in Europa gültigen Qualitäts-Mindestanforderungen entspricht. Aber: Wer seine Sonnenbrille nicht im Fachhandel kauft, kann nicht immer darauf bauen, denn Gütesiegel werden nicht selten gefälscht.
  • Die perfekte Universal-Sonnenschutzbrille für jeden Zweck gibt es nicht. Im Gebirge, wo die UV-Strahlung intensiver ist, muss das UV-Licht durch entsprechend starke Gläser gefiltert werden, die in der Regel auch sehr dunkel getönt sind. Für das Autofahren dagegen sind braune oder graue Gläser mit einer weniger dunklen Tönung geeignet, denn diese gewährleisten eine unverfälschte Farbwahrnehmung.

Darauf sollten Sie beim Kauf einer Sonnenbrille achten:

  • Ausreichender UV-Schutz. Das CE- Zeichen und die Beschriftungen „UV-400“ oder „100 % UV-Schutz“ signalisieren, dass die Brille eine Qualitätsprüfung bestanden hat und zuverlässig das schädliche UV-Licht blockiert.
  • Für den Straßenverkehr sind braune oder graue Gläser der Blendschutzkategorie 2 ideal.
  • Brillen mit scharfen Kanten und fehlerhaften Gläsern (Schlieren oder Bläschen) sollten im Laden bleiben.
  • Vorsicht vor Billigprodukten: Sie können das Auge sogar gefährden.

Wie lange sind Augentropfen zu verwenden?

Wie lange sind Augentropfen zu verwenden?

Das Auge ist vielleicht unser wertvollstes Sinnesorgan. Zugleich ist es sehr empfindlich. Gelangen Keime in die Augen, können schwere Infektionen auftreten, die im schlimmsten Fall zu einem Verlust der Sehkraft führen . Wer Augentropfen verwendet, muss deshalb sehr auf die Hygiene achten. Trotz optimaler Hygiene sind Augentropfen nach dem ersten Öffnen aber nur begrenzte Zeit verwendbar, egal wie viel die Flasche noch enthält.

Warum lassen sich Augentropfen nach dem Öffnen der Flasche nur einige Wochen verwenden?

  • Augentropfen sind in der Verpackung bis zum Anbruch steril, das heißt sie enthalten keine Keime. Sobald das Fläschchen zum ersten Mal geöffnet wird, können Keime ins Innere gelangen. Das ist schnell passiert, zum Beispiel wenn die Tropfspitze mit den Fingern berührt wird.
  • Augentropfen in herkömmlichen Tropffläschchen müssen immer Konservierungsstoffe enthalten. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Nach dem Öffnen lässt deren Wirkung aber nach, sodass sich Keime, die in die Tropfflasche gelangt sind, schnell vermehren können. Beim nächsten Einträufeln gelangen diese Krankheitserreger ins Auge.

Wie lange halten sich Augentropfen nach dem Öffnen?

  • Augentropfen in herkömmlichen Tropffläschchen sind in der Regel vier Wochen verwendbar. Allerdings sind, je nach Zusammensetzung der Tropfen und der Art der Tropfflasche, auch andere Aufbrauchsfristen möglich.
  • Der Beipackzettel liefert die exakten Angaben. Immer öfter sind Augentropfen mittlerweile in neu entwickelten Tropffläschchen abgefüllt, die eine Haltbarkeit von bis zu zwölf Wochen erlauben.
  • Unabhängig vom Präparat läuft die Zeit aber immer ab dem Moment, in dem die Flasche erstmalig geöffnet wird. Dazu ein Tipp: Das Anbruchsdatum nach dem ersten Öffnen gleich auf die Flasche schreiben.

Was bringen Einzeldosis-Augentropfen in Pipettenform?

  • Egal wie voll das Tropffläschchen noch ist: Ist die vom Hersteller angegebene Frist für die Haltbarkeit abgelaufen, müssen die Tropfen entsorgt werden. Für Patienten, die täglich tropfen müssen, weil sie beispielsweise eine Augenerkrankung haben, ist das kein Problem. Sie leeren das Fläschchen meistens innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen. Wer aber nur hin und wieder Augentropfen braucht, kann auf sterile Pipettenfläschchen zurückgreifen. Es gibt sie von vielen Präparaten als Variante zur normalen Tropfflasche.
  • Eine Pipette enthält jeweils nur wenige Tropfen und ist für die einmalige Anwendung gedacht. Ein weiterer Vorteil: Augentropfen in Einzeldosis-Pipetten sind meistens nicht konserviert und somit zum Beispiel für Patienten optimal, die eine Allergie gegen Konservierungsmittel haben. Unkonserviert bedeutet aber auch: Nach dem Öffnen einer Pipette ist deren Inhalt nur für wenige Stunden verwendbar.

Wie kann eine Verunreinigung der Tropfen verhindert werden?

  • Bei der Anwendung von Augentropfen sind hygienische Maßnahmen sehr wichtig. Deshalb sollten vor jeder Anwendung die Hände gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. So gelangen auch keine Bakterien ins Auge.
  • Jedes Fläschchen sollte nur von einer einzigen Person benutzt werden. Dies ist wichtig, wenn mehrere Personen in der Familie erkrankt sind oder bei Patienten in Pflegeeinrichtungen. Das verhindert eine Keimübertragung.
  • Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Öffnung des Augentropfen-Fläschchens nicht mit dem Auge oder dem Finger in direkten Kontakt kommt, um eine Verunreinigung mit Bakterien auszuschließen.

Augentropfen sind nur begrenzt haltbar. Nicht aufgebrauchte Augentropfen müssen nach wenigen Wochen entsorgt werden. Eine Alternative sind Einweg-Pipetten, die es meistens vom gleichen Hersteller gibt. Da diese Tropfen meist kein Konservierungsmittel enthalten sind sie auch für Personen geeignet, die gegen Konservierungsmittel allergisch sind.

Was ist Weitsichtigkeit (Hyperopie)?

Was ist Weitsichtigkeit (Hyperopie)?

Bei manchen Menschen ist der Augapfel zu kurz für die Brechkraft des optischen Apparats, sodass die Lichtstrahlen erst hinter der Netzhaut fokussiert werden (Weitsichtigkeit, Hyperopie). Weitsichtigen fällt es dadurch schwer, nahe Objekte klar zu erkennen.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Normalerweise brechen Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen und bündeln (fokussieren) sie auf der Netzhaut. Wenn ein Brechungsfehler vorliegt, gelingt es Hornhaut und Linse nicht, die Lichtstrahlen auf der Netzhaut zu bündeln. Solche Brechungsfehler lassen sich mit Brille bzw. Kontaktlinsen korrigieren.

Was ist Alterssichtigkeit (Presbyopie)?

Was ist Alterssichtigkeit (Presbyopie)?

Ab der Lebensmitte verliert die Linse zunehmend an Elastizität und rundet sich nicht mehr so stark ab. Dann kann sie sich nicht mehr so gut auf nahe Gegenstände einstellen. Dieser Vorgang bedingt die sogenannte Alterssichtigkeit (Presbyopie). Mit einer Lesebrille lässt sich diese Fehlsichtigkeit ausgleichen.

Im Alter verfärbt sich die Lederhaut (das »Weiße« im Auge) unter Umständen gelblich oder bräunlich, da sie viele Jahre lang ultravioletter Strahlung, Wind und Staubpartikeln ausgesetzt war. Besonders bei Menschen mit dunklem Teint bilden sich auch zufällig verteilte Pigmentflecken. Eine bläuliche Verfärbung deutet auf ein Dünnerwerden der Lederhaut hin.

Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Schleimzellen in der Bindehaut ab. Meist wird auch weniger Tränenflüssigkeit produziert, sodass ältere Menschen häufiger unter trockenen Augen leiden.

Mit Arcus senilis (Arcus lipoides corneae) bezeichnet man eine ringförmige weißlichgraue Trübung des Hornhautrandes, die auf abgelagerten Kalzium- und Cholesterinsalzen beruht. Sie kommt bei Über-60-Jährigen häufig vor, beeinträchtigt die Sehfähigkeit aber nicht.

Einige Erkrankungen der Netzhaut treten im höheren Lebensalter häufiger auf, z. B. Makuladegeneration, diabetische Retinopathie und Netzhautablösung. Auch grauer Star (Linsentrübung) und Augentrockenheit nehmen zu.

Mit zunehmendem Alter verlieren die Muskeln, die die Lider schließen, an Kraft. Zusammen mit einer altersbedingten Erschlaffung der Lider führt dies manchmal dazu, dass sich das Unterlid nach außen stülpt (Ektropium senilis). Bei manchen älteren Menschen geht das Fettgewebe rund um die Augenhöhle zurück, sodass der Augapfel tiefer in die Augenhöhle sinkt.

Die Muskeln, die die Pupillenweite kontrollieren, werden mit zunehmendem Alter schwächer. Die Pupille wird kleiner, reagiert träger auf Licht und erweitert sich bei Dunkelheit langsamer. Daher empfinden Über-60-Jährige unter Umständen Objekte als nicht so hell, fühlen sich nachts durch entgegenkommende Autos geblendet und haben Schwierigkeiten beim Wechsel von einer gut beleuchteten in eine dunklere Umgebung. Diese Veränderungen können in Verbindung mit einem grauen Star besonders hinderlich sein.

Im Alter verändert sich die Augenfunktion noch weiter. Trotz Brille geht die Sehschärfe zurück. Die Lichtmenge, die die Netzhaut erreicht, verringert sich, sodass ältere Menschen, um genügend zu sehen, eine stärkere Beleuchtung und einen größeren Kontrast zwischen Objekt und Hintergrund benötigen. Auch Farbwahrnehmung und Tiefenschärfe lassen nach. Ältere Menschen neigen ferner verstärkt zum »Mückensehen« (Mouches volantes, französisch für »fliegende Mücken«): Dabei handelt es sich um schwarze Flecken, die im Gesichtsfeld zu treiben scheinen; sie mindern das Sehvermögen jedoch nicht.

Was ist Kurzsichtigkeit?

Was ist Kurzsichtigkeit?

Normalerweise erzeugt das Auge scharfe Bilder, da Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen brechen, um sie auf der Netzhaut zu bündeln. Die Form der Hornhaut ist vorgegeben, die Linse hingegen kann ihre Form verändern, um Gegenstände in unterschiedlicher Entfernung auf der Netzhaut scharf zu stellen (zu fokussieren). Wenn der Augapfel für die Brechkraft des optischen Apparats zu lang ist, werden die Strahlen vor der Netzhaut gebündelt statt auf ihr, und die Betroffenen haben Schwierigkeiten, nahe Objekte scharf zu sehen (Kurzsichtigkeit, Myopie).

Menschen mit einem Brechungsfehler sehen verschwommen. Einem kurzsichtigen Kind kann dann z. B. in der Schule das Lesen an der Tafel schwer fallen. Es ist sinnvoll, seine Augen regelmäßig untersuchen zu lassen. Im Rahmen dieser augenärztlichen Untersuchung wird die Sehschärfe anhand von Sehprobentafeln in Bezug auf die normale Sehschärfe bestimmt. Darüber hinaus werden üblicherweise auch Aspekte geprüft, die nichts mit Brechungsfehlern zu tun haben; so werden beispielsweise Gesichtsfeld und Augenbewegungen getestet. Die Augen werden zunächst getrennt, dann gemeinsam untersucht.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Normalerweise brechen Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen und bündeln (fokussieren) sie auf der Netzhaut. Wenn ein Brechungsfehler vorliegt, gelingt es Hornhaut und Linse nicht, die Lichtstrahlen auf der Netzhaut zu bündeln. Solche Brechungsfehler lassen sich mit Brille bzw. Kontaktlinsen korrigieren.

Optikusneuropathie

Optikusneuropathie

Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen. Eine häufige Ursache für eine Sehnervenschädigung ist ein Hypophysentumor, der auf den Nerv drückt.

Unter Optikusneuropathie versteht man eine Schädigung des Sehnerven aufgrund einer Blockade seiner Blutversorgung, von Mangelernährung oder Giften.

Wenn die Blutversorgung des Teils des Sehnerven, der im Auge liegt, unterbrochen ist, kann das seine Funktion stören, und es können Sehnervenzellen absterben (ischämische Optikusneuropathie). Diese Erkrankung tritt in zwei Formen auf: nichtarteriitisch und arteriitisch.

Die nichtarteriitische ischämische Optikusneuropathie betrifft gewöhnlich Über Fünfzigjährige. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose. Selten entwickelt sich die Erkrankung bei jüngeren Menschen mit schwerer Migräne. Die arteriitische ischämische Optikusneuropathie kommt gewöhnlich bei Über-Siebzigjährigen vor. Die Blutversorgung des Sehnerven ist aufgrund einer Arterienentzündung (Arteriitis) blockiert, meist handelt es sich dabei um eine Entzündung der Schläfenarterie (Arteriitis temporalis).

Der Sehnerv kann auch durch Kontakt mit giftigen chemischen Substanzen geschädigt werden,  z. B. Blei, Methanol, Glykol (Frostschutzmittel), Giftstoffe im Tabakrauch und Arsen. Diese Form wird als Intoxikationsamblyopie bezeichnet. Eine Neuropathie des Sehnerven kann auch auf einer Mangelernährung beruhen, speziell durch einen Mangel an Vitamin B12. Dieser Sehnervenschaden kommt meist bei Alkoholkranken vor, bei denen jedoch weniger der Alkohol, als eher eine Fehl- bzw. Unterernährung die Ursache ist. In seltenen Fällen können auch Arzneimittel, wie Chloramphenicol, Isoniazid, Ethambutol und Digoxin, einen solchen Sehnervenschaden verursachen.

Ein Sehverlust kann innerhalb von Minuten bis Stunden eintreten oder sich allmählich über zwei bis sieben Tage entwickeln. Je nach Ursache sind ein Auge oder beide Augen betroffen, wobei das Sehvermögen von fast normal bis zur vollständigen Erblindung reichen kann. Geht die Sehnervenschädigung auf eine Vergiftung oder Mangelernährung zurück, sind in der Regel beide Augen betroffen. Kleine blinde Flecken im Zentrum des Gesichtsfelds vergrößern sich langsam und können bis zum vollständigen Erblinden weiterwachsen.

Rund 40 Prozent der Menschen erleben irgendwann eine spontane Besserung. Dabei sind wiederholte Anfälle auf ein und demselbem Auge außerordentlich selten. Schätzungen zufolge erkrankt das andere Auge in einem Zeitraum von fünf Jahren bei zehn bis 34 Prozent der Betroffenen.

Für die Diagnose wird der Hintergrund beider Augen mit einem Ophthalmoskop untersucht. Um die Ursache zu klären, bedarf es einer sorgfältigen Aufnahme der Krankengeschichte (Anamnese), um herauszufinden, ob der Betroffene mit giftigen Substanzen in Kontakt gekommen ist oder einen der bekannten Risikofaktoren aufweist. Besteht Verdacht auf Arteriitis temporalis, lässt sich die Diagnose anhand von Bluttests und einer Gewebeuntersuchung der Schläfenarterie erhärten.

Bei Menschen mit nichtarteriitischer ischämischer Optikusneuropathie werden Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinspiegel und andere Faktoren kontrolliert, die die Durchblutung des Sehnerven beeinflussen können. Bei Menschen mit arteriitischer ischämischer Optikusneuropathie aufgrund einer Arteriitis temporalis werden hohe Kortisondosen verabreicht, um einem Sehverlust im zweiten Auge vorzubeugen, der ohne Behandlung bei 25 bis 50 Prozent der Betroffenen innerhalb von Tagen bis Wochen eintritt.

Menschen mit einer Optikusneuropathie, die vom Kontakt mit giftigen Substanzen herrührt, sollten Tabak und Alkohol bzw. die jeweils krankheitsauslösende Substanz meiden. Ist Alkohol an der Entwicklung der Störung beteiligt, sollte sich der Patient ausgewogen ernähren und die fehlenden Vitamine eventuell einnehmen. Bei einer Bleivergiftung kann der Arzt eine Entgiftung mit einem Chelatbildner durchführen.

Ist der Sehnervenschaden durch Unter- oder Fehlernährung entstanden, muss der Mangel behoben werden. Ist die Ursache ein Vitamin-B12-Mangel, muss das Vitamin gespritzt werden. Weist der Sehnerv noch keine Anzeichen einer Rückbildung (Atrophie) auf, darf man erwarten, dass ein Teil des verlorenen Sehvermögens wiederkehrt.

Einige Muster, die bei Sehverlust auftreten können

Je nachdem, wo in der Sehbahn der Schaden liegt, variieren die Art und Weise des Sehverlusts.

Liegt die Sehnervenschädigung beispielsweise zwischen dem Augapfel und der Sehnervenkreuzung, kann der Betroffene auf nur diesem Auge erblinden. Ist die Sehnervenkreuzung geschädigt, verlieren beide Augen einen Teil ihrer Sehkraft – das rechte Auge verliert Sehkraft im rechten Teil seines Gesichtsfelds, das linke Auge im linken Teil.

Liegt die Störung im hinteren Abschnitt der Sehbahn, geht die Hälfte des Gesichtsfeldes, jetzt allerdings beider Augen, verloren. Man spricht von einer Halbseitenblindheit (Hemianopsie). Ist z. B. die linke Seite des Gehirns geschädigt, verlieren beide Augen die rechte Hälfte ihres Gesichtsfelds. Ursache für eine Halbseitenblindheit sind häufig ein Schlaganfall, Blutungen und Tumoren.

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

Stauungspapille

Stauungspapille

Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen.

Bei einer Stauungspapille (Papillenödem) ist das Gewebe an der Stelle, wo der Sehnerv in das Auge übertritt, geschwollen. Grund ist meist ein erhöhter Schädelinnendruck. Dies kann das einzige Anzeichen einer sich entwickelnden Erkrankung im Bereich des Gehirns sein.

Eine Stauungspapille tritt fast immer beidseitig auf. Sie kann durch einen Gehirntumor oder -abszess, Kopfverletzungen, Gehirnblutungen, Hirn- oder Hirnhautentzündungen, Pseudotumor cerebri oder starken Bluthochdruck verursacht werden. Auch schwere Lungenerkrankungen können den Schädelinnendruck erhöhen und zu einer Stauungspapille führen.

Die Stauungspapille kann zunächst Kopfschmerzen ohne Sehbeeinträchtigung verursachen. Typische Symptome sind vorübergehende Beeinträchtigungen wie Schleiersehen oder vollkommener Sehverlust, die nur Sekunden dauern; sie treten häufig dann auf, wenn der Betroffene aufsteht oder sich hinlegt.

Zur Diagnose dient ein Ophthalmoskop. Manchmal ist auch eine Computer- (CT) oder Kernspintomographie (NMR) hilfreich, insbesondere, um die Ursache für die Stauungspapille zu finden. Im Rahmen einer Lumbalpunktion (Punktion des Rückenmarkkanals im Lendenwirbelbereich) lässt sich der Druck der Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit (Liquor) messen. Eine Liquorprobe kann auf Anzeichen für einen Hirntumor und eine Infektion untersucht werden.

Wenn der hohe Liquordruck auf einen Hirntumor zurückgeht, wird gewöhnlich Kortison verabreicht. Entfernen lässt sich ein Tumor jedoch nur operativ. Andere Behandlungsmethoden hängen von der jeweiligen Ursache der Stauungspapille ab. So wird ein Hirnabszess entleert und es werden Antibiotika verabreicht, ein hoher Blutdruck wird medikamentös gesenkt, und eine bakterielle Infektion wird mit Antibiotika bekämpft.

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

Was ist Stabsichtigkeit (Astigmatismus)?

Was ist Stabsichtigkeit (Astigmatismus)?

Unter Astigmatismus oder Stabsichtigkeit versteht man eine unregelmäßige Krümmung der Hornhaut oder Linse, die dazu führt, dass parallel einfallende Strahlen nicht in einem Brennpunkt vereinigt werden.

Beispielsweise kann es sein, dass die in der Vertikalebene einfallenden parallelen Strahlen in einem Brennpunkt vereinigt werden, nicht jedoch die in der Horizontalebene oder umgekehrt. Das Problem kann in jeder beliebigen Ebene auftreten und ist oft bei jedem Auge anders ausgeprägt. Eine Person mit Astigmatismus (jedes Auge sollte separat getestet werden) sieht meist bestimmte Linien deutlicher als andere. Astigmatismus lässt sich mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren; er tritt oft gemeinsam mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auf. Das folgende Diagramm zeigt ein Standardbild, wie es zum Testen eines Einzelauges auf Astigmatismus verwendet wird.

Brechungsfehler lassen sich mit Brillengläsern aus Glas oder Kunststoff oder mit direkt auf der Hornhaut sitzenden Kontaktlinsen aus Kunststoff korrigieren. Bei der Wahl zwischen diesen verschiedenen Sehhilfen spielen praktische Gesichtspunkte, Aussehen und Tragekomfort eine Rolle.

Astigmatismus kann allein auftreten oder zusammen mit einem der anderen Brechungsfehler.

Wozu braucht man Kontaktlinsen?

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Für manche Menschen bietet das Sehen mit Kontaktlinsen optische Vorteile. Kontaktlinsen erfordern jedoch eine intensive und zuverlässige Pflege, und sie können in seltenen Fällen das Auge schädigen. Ältere Menschen und solche mit Gelenkbeschwerden können zudem Probleme mit Handhabung und Pflege haben. Bei manchen Menschen können Kontaktlinsen die Sehfähigkeit nicht so gut korrigieren wie eine Brille, bei anderen hingegen gelingt es besser. So lässt sich mit torisch geschliffenen Linsen Astigmatismus korrigieren.

Formstabile (»harte«) Kontaktlinsen sind dünne Schalen aus Kunststoff. Das Material vieler Produkte ist aufgrund eines Anteils an Silikonverbindungen gasdurchlässig und garantiert so eine gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Mit Stabillinsen lassen sich Unregelmäßigkeiten der Hornhaut korrigieren (Astigmatismus).

Wer zum ersten Mal formstabile Kontaktlinsen trägt, braucht eine Eingewöhnungszeit von einigen Tagen, bis sie über einen längeren Zeitraum komfortabel getragen werden können. Während dieser Zeit wird die Tragedauer der Linsen täglich erhöht. Zu Anfang sind die Linsen zwar im Auge spürbar, doch sie dürfen zu keinem Zeitpunkt Schmerzen bereiten. Schmerzen sind ein Zeichen für eine schlecht sitzende Kontaktlinse.

»Weiche« Kontaktlinsen sind größer und bedecken die ganze Hornhaut. Auch Sie ermöglichen eine gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut.

Weil Weichlinsen so groß sind, ist die Gefahr gering, dass sie von selbst aus dem Auge fallen. Fremdkörper wie Staubpartikel geraten nicht so schnell unter die Linse. Viele Menschen bevorzugen Weichlinsen auch deshalb, weil sie kaum eine Eingewöhnungszeit erfordern. Dafür sind sie aber ausgesprochen pflegeintensiv.

Üblicherweise müssen Kontaktlinsen jeden Tag herausgenommen und gereinigt werden; manche erfordern darüber hinaus eine wöchentliche Behandlung mit einem Enzymreiniger. Tageslinsen (»Einmallinsen«) hingegen brauchen nicht gereinigt zu werden, da sie am Ende des Tages weggeworfen und am nächsten Tag durch neue ersetzt werden. Bei einem anderen Tragekonzept werden die Linsen ein bis vier Wochen lang benutzt, dabei aber auch täglich gereinigt. Einige Kontaktlinsen sind darauf ausgerichtet, dass man sie beim Schlafen im Auge lassen kann. Die meisten können bis zu sieben Tagen an Ort und Stelle verbleiben, eine Neuentwicklung aus Silikon-Hydrogel sogar 30 Tage lang.

Das Tragen von Kontaktlinsen gleich welcher Art birgt die Gefahr ernster und schmerzhafter Komplikationen. Dazu gehören infektiöse Hornhautgeschwüre, die die Sehfähigkeit gefährden können. Diese Risiken lassen sich mindern, indem man die Pflege- und Kontrollanweisungen des Anpassers einhält.

Das Risiko ernsthafter Infektionen nimmt beim Schwimmen mit Kontaktlinsen zu, aber auch dann, wenn jemand selbst gemachte Salzlösungen, Leitungswasser oder destilliertes Wasser zum Abspülen verwendet oder die Linsen ableckt. Kontaktlinsen dürfen zudem nicht über Nacht getragen werden – es sei denn, es liegen spezielle Gründe vor –, weil dies das Infektionsrisiko ebenfalls erhöht. Wenn Beschwerden auftreten, sich der Tränenfluss verstärkt, die Sehfähigkeit verändert oder die Augen röten, sollten die Linsen unverzüglich herausgenommen werden. Klingen die Symptome nicht bald ab, sollte der Augenarzt aufgesucht werden.

Sehnervenentzündung

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Die Sehzellen der Netzhaut nehmen Licht wahr und übermitteln Impulse an den Sehnerv, der diese zum Gehirn weiterleitet. Störungen im Bereich des Sehnerven und seiner Äste und in den Bereichen an der Rückseite des Gehirns, wo die visuellen Informationen verarbeitet werden (Sehrinde), können Sehveränderungen verursachen. Eine häufige Ursache für eine Sehnervenschädigung ist ein Hypophysentumor, der auf den Nerv drückt.
Bei einer Sehnervenentzündung (Optikusneuritis) ist der Sehnerv irgendwo längs seines Verlaufs entzündet.

Eine solche Entzündung kann viele Ursachen haben, z. B. eine Virusinfektion (besonders bei Kindern) Impfung, Hirnhautentzündung, Syphilis, Autoimmunerkrankungen, wie multiple Sklerose, und Entzündungen im Auge, wie Uveitis. Oft ist die Ursache aber nicht auszumachen.

Eine Sehnervenentzündung tritt zwar meist einseitig auf, doch sie kann auch beide Augen befallen. Sie äußert sich in einer Sehverschlechterung, die innerhalb von ein bis zwei Tagen von einem kleinen blinden Fleck bis zur völligen Erblindung fortschreiten kann. In manchen Fällen treten Schmerzen beim Bewegen der Augen auf. Je nach Ursache verbessert sich das Sehvermögen zunächst wieder, verschlechtert sich später aber erneut.

Für die Diagnose wird getestet, ob die Pupillen normal auf Licht reagieren. Der Augenhintergrund wird mit einem Ophthalmoskop untersucht, um festzustellen, ob die Sehnervenpapille geschwollen ist. Durch Prüfung des peripheren Gesichtsfelds lässt sich feststellen, ob es in diesem Bereich zu einem Verlust des Gesichtsfelds gekommen ist. Eine Kernspintomographie (NMR) kann Hinweise auf Multiple Sklerose oder auch auf einen Tumor geben, der auf den Sehnerv drückt.

Meist bessert sich eine Sehnervenentzündung ohne Behandlung innerhalb einiger Monate. In einigen Fällen kann eine intravenöse Behandlung mit Kortison oder anderen Medikamenten die Wiederherstellung beschleunigen und das Wiederholungsrisiko senken. Wenn ein Tumor auf den Sehnerv drückt, bessert sich das Sehvermögen nach Entfernen des Tumors in der Regel wieder.

 

Die Sehbahnen

Von beiden Augen wandern Signale durch den Sehnerv. Die beiden Sehnerven treffen sich an der Sehnervenkreuzung, dem Chiasma opticum. Dort teilen sich die beiden Sehnerven und die Hälfte der Nervenfasern eines jeden Sehnervs kreuzt auf die andere Seite über. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit wird das Gehirn für das rechte und das linke Gesichtsfeld von den Sehnervenästen beider Seiten mit getrennten Informationen versorgt.

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Individuelle Gesundheitsleistungen

060-Kostenerstattung

Längst werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr alle Leistungen, die medizinisch sinnvoll und wünschenswert sind, für die Versicherten bezahlt. Ärzte können ihren gesetzlich krankenversicherten Patienten jedoch sogenannte „Individuelle Gesundheitsleistungen“ (abgekürzt IGeL) anbieten. Diese sinnvollen Leistungen müssen von den Patienten selbst bezahlt werden. Was ist bei diesen „Investitionen in die eigene Gesundheit“ zu beachten?

Warum bezahlt die Krankenkasse nicht alle Kosten?

Die gesetzlichen Krankenkassen sind durch den Gesetzgeber verpflichtet worden, nur eine ausreichende und notwendige Versorgung der Patienten mit Gesundheitsleistungen zu erstatten. Darüber hinaus sind viele Untersuchungen und Behandlungen sehr sinnvoll und tragen zu Ihrer Gesundheit bei. Trotzdem werden diese Maßnahmen von den Kassen nicht mehr bezahlt.

Welche Leistungen gehören zu den IGeL-Leistungen?

Es gibt keinen fest definierten Leistungskatalog, der alle denkbaren individuellen Gesundheitsleistungen festschreibt. Grundsätzlich gehören dazu alle Leistungen, die aus beruflichem oder privatem Interesse des Patienten erbracht werden. Darunter fallen z. B. Sportuntersuchen oder Impfungen bei Auslandsreisen. Außerdem müssen Untersuchungen oder Behandlungen, die noch nicht vollständig medizinisch anerkannt sind von den Versicherten selbst gezahlt werden. Darunter fällt z. B. ein Teil der Akupunktur-Behandlung. Schon seit langer Zeit müssen auch Bescheinigungen und Atteste von den Patienten selbst getragen werden. Bestimmte Vorsorgeuntersuchungen wie z. B. die Augeninnendruck-Messung beim Augenarzt oder eine Untersuchung auf Hautkrebs können vom Arzt nicht mehr automatisch mit der Krankenkasse abgerechnet werden. Solche Leistungen können nur zu Lasten der Kassen erbracht werden, wenn konkrete Vorbelastungen vorhanden sind.

Welche individuellen Gesundheitsleistungen sind empfehlenswert?

Ob eine privat zu zahlende Untersuchung oder Behandlung für Ihre spezielle Situation sinnvoll ist, kann nur Ihr betreuender Arzt mit Ihnen absprechen. Wie der Name schon sagt, sind es individuelle Gesundheitsleistungen. Eine allgemeingültige Aussage gibt es dazu nicht.

Beratung durch den Arzt

Einige Patienten fürchten, dass der Arzt Leistungen erbringt und erst später auf die Kosten zu sprechen kommt. Diese Sorge ist vollkommen unberechtigt. Die Ärzte sind verpflichtet vor einer Untersuchung oder Behandlung, für die der Patient die Kosten selbst tragen muss, eine genaue Aufklärung vorzunehmen. Diese Aufklärung muss sachlich erfolgen und für die Patienten verständlich sein. Die Patienten sollen vorweg ihr schriftliches Einverständnis erklären. Nehmen Sie sich Zeit für eine Entscheidung und fragen Sie beim Arzt oder seinem Team nach, wenn Sie sich noch unsicher fühlen.

Abrechnung nach erbrachter Leistung

Nach dem der Arzt seine Leistung erbracht hat, erstellt sein Team einen Rechnungsbeleg. Entweder wird der Patient auf eine mögliche Barzahlung hingewiesen oder die Rechnung kann anschließend überwiesen werden. Die Kosten für solche Gesundheitsleistungen des Arztes sind häufig niedriger, als viele Patienten für einen Friseurbesuch oder für eine spezielle Autopflege ausgeben.

Krankenkassen zahlen nur das medizinisch Notwendige. Dabei ist es häufig sinnvoll mehr für seine Gesundheit zu tun, als nur das dringend Notwendige. Ihre Gesundheit sollte es Ihnen Wert sein, mit Ihrem Arzt über sinnvolle Maßnahmen zu sprechen.